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Geprüft: Lebensmittel-Gütezeichen

Greenpeace hat 26  Kennzeichnungen für Lebensmittel untersucht: Ein Drittel ist nicht vertrauenswürdig – Rote Karte für MSC, RSPO und Rainforest Alliance. Verlass ist auf alle Bio-Siegel, Fairtrade, das V-Label und das „Ohne Gentechnik hergestellt“-Zeichen.

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Foto: Greenpeace/Mitja Kobal Greenpeace/Mitja Kobal

Greenpeace hat 26 Kennzeichnungen auf einer fünfstufigen Skala bewertet, von „Sehr vertrauenswürdig und besonders nachhaltig“ bis zu „Absolut nicht vertrauenswürdig bzw. kontraproduktiver Beitrag zu Nachhaltigkeit“. Der Schwerpunkt lag auf den Umweltkriterien, zusätzlich wurden Tierschutz- und Sozialkriterien berücksichtigt.

Rote Karte für MSC, RSPO und Rainforest Alliance

Sechs davon schnitten besonders schlecht ab, wie etwa das Meeresfisch-Siegel MSC. „Dieses Gütezeichen hat gravierende Schwächen. Umweltzerstörende Fangmethoden mit hohem Beifang stehen an der Tagesordnung. Rund 90 Prozent der kommerziell genutzten Fischbestände sind ausgereizt, überfischt oder zusammengebrochen. Um hier gegenzusteuern, müssen wir unseren Meeresfisch-Konsum deutlich reduzieren. Doch stattdessen gelangt - angefeuert durch MSC - immer mehr Fisch aus den Ozeanen in die Supermarktregale.“

Weiters erhalten die rote Karte: das Palmöllabel RSPO, das Aquakultur-Label ASC, Pro Planet und Rainforest Alliance. Ein weiteres Negativbeispiel ist die „Garantiert traditionelle Spezialität“: das Zeichen wird fälschlicherweise oft für ein Herkunftszeichen gehalten, das für Regionalität steht. Es geht jedoch nur um die Produktionsart. Herkunft der Rohstoffe sowie Produktionsort sind beliebig, und es gibt keinerlei Umweltstandards, die über das Gesetz hinausgehen.

Auch das österreichische AMA-Gütesiegel konnte nicht gänzlich überzeugen und erfüllt laut Greenpeace nur das Mittelmaß, besonderer Kritikpunkt ist die immer noch erlaubte Fütterung mit gentechnisch veränderten Futtermitteln in der österreichischen Schweinehaltung. Auch der Einsatz von Antibiotika ist bei AMA-Schweinen weiterhin ungebremst hoch.

Auf welche Gütezeichen kann man sich verlassen?

Von den 26 überprüften Gütezeichen sind 14 zu empfehlen, darunter alle Bio-Siegel, Fairtrade, das V-Label oder das „Ohne Gentechnik hergestellt“-Zeichen.

GenussRegion Österreich nun auch vertrauenswürdig

Am 12. September 2018 hat Greenpeace die Bewertung des Gütezeichens „GenussRegion Österreich“ von „bedingt vertrauenswürdig“ auf „vertrauenswürdig“ heraufgestuft. Grund dafür war die Bekanntgabe das Gütezeichens, bis zum Jahr 2020 komplett  auf Gentechnik-Futtermittel zu verzichten und ausschließlich auf regionale Futtermittel zu setzen. Damit wurde der größte Kritikpunkt von Greenpeace an diesem Zeichen behoben.

Bio-Marken der Supermärkte

Zusätzlich zu den Gütezeichen hat Greenpeace auch einen Blick auf die Bio-Marken der Supermärkte geworfen. Diese gehen in ihren Produktionsstandards teilweise sogar weit über die EU-Bio-Verordnung hinaus. „Hier können wir Österreichs Handel ausdrücklich loben, die jeweiligen Bio-Eigenmarken der einzelnen Supermärkte sind durchgehend vertrauenswürdig. Der Griff nach Bio-Produkten, die regional erzeugt wurden, ist in jedem Fall die ökologischste Kaufentscheidung, die man im Supermarkt treffen kann“, betont Kaller abschließend. „Als unabhängige Organisation, die kein Geld von Konzernen und Regierungen annimmt, wird sich Greenpeace verstärkt dafür einsetzen, die Konsumentinnen und Konsumenten zu informieren – zum Wohle von Mensch und Umwelt.“

Gütezeichen-Guide „Zeichen-Tricks“

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