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Babykost: So beugen sie Allergien vor

Etwa vier bis sechs Prozent der österreichischen Kinder leiden unter einer Nahrungsmittelallergie. Obwohl junge Eltern alles richtig machen möchten, können diese Allergien bereits im Babyalter auftreten. Neue Ernährungstipps sollen dazu beitragen, dass Ihr Kind gesund bleibt.

Baby mit Löffel voll Brei vor dem Mund.
Foto: Istock/Onebluelight

Kein Fisch, kein Ei, kein glutenhaltiges Getreide: diese Empfehlungen galten bisher als State of the Art in punkto Babyernährung. Neue Studien zeigen jedoch, dass gerade im Bereich von Allergie-Vorsorge ein Umdenken angesagt ist.

Bis vor Kurzem galt Getreide für Kinder bis zum vollendeten 1. Lebensjahr noch als Allergie-Auslöser. Nun zeigen Untersuchungen, dass kleine Mengen glutenhaltiges Getreide, wie Roggen, Hafer, Gerste und Dinkel bedenkenlos gegeben werden dürfen. Univ. Prof. Dr. Karl Zwiauer, Pädiater am Landesklinikum St. Pölten: „Der frühe Kontakt mit dem Eiweißbaustein kann Allergien sogar verhindern. Wichtig ist dabei jedoch, diese Nahrungsmittel zum richtigen Zeitpunkt, also zwischen dem 5. und dem 7. Lebensmonat zu geben. Wenn Sie Ihr Baby weiterstillen, schützen Sie es sehr wahrscheinlich vor Zöliakie.“

Mit Maß und Ziel

Freilich sollten junge Eltern nicht den Speiseplan mit einem vollen Teller Getreidebrei bereichern, sondern erst mal löffelweise probieren: ein Löffelchen Weizenflocken im Obstbrei reichen als „Startmenge“. Prof. Zwiauer: „Günstig ist es, während der Einführung glutenhaltiger Getreidesorten das Baby zu stillen. Studien belegen, dass ein Weiterstillen zur Vorbeugung von Zöliakie, Weizenallergie und Diabetes Mellitus Typ 1 beiträgt.“ Um das Baby an glutenhaltige Kost zu gewöhnen, sollten pro Tag weniger als sieben Gramm Mehl gegeben werden. Nach zwei Wochen kann man diese Menge langsam erhöhen.

Fisch und Ei – fürs Baby erlaubt

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen auch, dass Babys im ersten Lebensjahr keineswegs auf Fisch und Ei verzichten müssen. Diese galten zwar bisher als allergieauslösend, doch durch den Kontakt kleiner Mengen dieser Nahrungsmittel stellt sich der Körper besser darauf ein und kann dadurch einer Allergie vorbeugen. Wichtig ist die Zubereitung: der Fisch sollte auch im Inneren vollständig gegart sein (Erhitzen auf 70–80° C über zehn Minuten). Auch Hühnerei ist eine gute Quelle für hochwertiges Eiweiß und Zink und kann – entgegen bisherigen Empfehlungen – bereits im ersten Lebensjahr als Beikost gegeben werden, wenn es gut erhitzt wird. Vorsicht ist bei rohen Eiern geboten, sie können Keime enthalten, wie etwa Salmonellen, und sind daher nicht für das Baby geeignet.

ZÖLIAKIE

Als „Zöliakie“ bezeichnet man eine Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten im Getreide. Das Eiweiß verursacht entzündliche Veränderungen am Darm, die sich meist in Form von Durchfall und Gewichtsverlust äußern. Zu den glutenhaltigen Getreidesorten zählen Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Grünkern und Kamut. Aber auch andere, bereits verarbeitete Lebensmittel, die glutenhaltige Getreidesorten enthalten, können Probleme bereiten: Brot, Backwaren, Nudeln, Knödel und panierte Lebensmittel. Gut verträglich hingegen sind Hirse, Quinoa, Buchweizen, Amarant, Reis, Mais. Die klassische Form der Zöliakie beginnt in früher Kindheit. Die ersten Symptome können bereits nach der Einführung von glutenhaltiger Beikost auftreten.

Autorin: Doris Simhofer

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