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Erstklassiges Olivenöl aus der CASA CARIA

Wer wirklich gutes Olivenöl kennenlernen will, muss in Fachgeschäfte und zu guten Produzenten gehen und kosten! In der Casa Caria von Brigitte Schmidhuber und Domenico Pugliese, in Wien, ist genau das und vieles mehr möglich.

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Brigitte Schmidhuber und Domenico Pugliese besuchen die Olivengärten ihrer Produzenten. Foto: Casa Caria

Drei hell erleuchtete Fenster, an der Tür eine große grüne Olive, davor ein Olivenbäumchen im Keramiktopf – ja, das muss Casa Caria sein, der Ort in Wien, um Bekanntschaft mit gutem Olivenöl zu machen. Hier in der Schottenfeldgasse im 7. Bezirk haben Brigitte Schmidhuber und Domenico Pugliese ein Geschäft eröffnet, in dem sie vor allem Olivenöl, aber auch rare Zitrusfrüchte und andere Delikatessen aus Italien anbieten. In Wirklichkeit ist das hier viel mehr als nur ein Geschäft, es ist ein stimmungsvoller Raum für Verkostungen und Veranstaltungen, für genussvolle Kochabende, für Kurse und Ausbildungen. Casa bedeutet im Italienischen „Haus“ und Caria? Das müssen wir noch herausfinden, aber zuerst gibt es zur Begrüßung einen kleinen Rundgang durchs Lokal.

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Casa Caria: Olivenöl und andere Delikatessen aus Italien.

In den Fenstern leuchten Zitrusfrüchte mit ungewohntem, etwas wildem Aussehen – Zitronen und süße Orangen aus Kalabrien! Gleich daneben ein Berg dunkelroter Zwiebeln – genau, die berühmte Sorte aus Tropea, mild, süß und köstlich. In den Regalen links und rechts an den Wänden Olivenöl – eine Vielzahl an unterschiedlichen Flaschen mit bunten Etiketten. „Wir haben uns auf Olivenöl aus Italien spezialisiert“, erklärt Brigitte Schmidhuber. Für Verkostungen gibt es aber auch Öle aus anderen Ländern von Istrien bis Palästina. Allen gemeinsam ist ihre Herkunft von kleinen, handwerklich und oft biologisch arbeitenden Produzenten und die erstklassige Qualität.

Wie schmeckt gutes Olivenöl?

Brigitte Schmidhuber und Domenico Pugliese haben Qualität zu ihrer Sache, zu ihrem allerersten Anliegen gemacht. „Wir sehen uns als Botschafter des Olivenöls, als Vermittler zwischen Konsumenten und Produzenten und als Grassroot-Aktivisten für echtes Olivenöl“, erklärt Brigitte, die in Salzburg auf einem Bauernhof aufgewachsen ist und Domenico – er stammt aus einem kleinen Dorf in Kalabrien – ergänzt: „Wir kennen alle unsere Produzenten persönlich. Wir fahren hin, schauen die Bäume an, die Ölmühle, reden, kosten immer wieder und nur wenn wir überzeugt sind, nehmen wir das Öl in unser Programm.“ Domenico spricht gut Deutsch, fällt manchmal ins Italienische, wenn es fachspezifisch wird. Dann übersetzt Brigitte, ihr Italienisch ist ausgezeichnet.

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Zitrusfrüchte, wie süße Orangen aus Kalabrien, Zedrat-Zitronen und im Winter frische Bergamotten.

Im Handel gibt es zwar praktisch nur „Natives Olivenöl extra“, also die erste Qualitätsstufe, aber immer wieder zeigen Skandale und Untersuchungen, dass in der Extra-Vergine-Flasche nicht zwingend drinnen ist, was drauf steht. Besser also, man lernt und schult den eigenen Geschmack. So habe ich letzten Winter einen kleinen Olivenölkurs bei Casa Caria absolviert und in den zwei Stunden eine Menge gelernt: Über die Olive und ihr Öl, über Anbau und Produktionsmethoden und wie Qualität entsteht. Mit dem Grundwissen nach diesem Basiskurs ist man durchaus in der Lage, das Öl, das man zu Hause hat, zu testen und zu entscheiden, ob man es weiterhin kaufen will.

Zeit für einen Ölwechsel

Casa Caria bietet immer wieder Programme bei ausgewählten Olivenproduzenten vor Ort an, zum Beispiel bei Lucia Iannotta, einer Produzentin im südlichen Latium, unterhalb von Rom. Im Oktober zur Erntezeit kann man dort die Itrana-Olive kennenlernen, bei der Ernte helfen und erleben wie es im Frantoio, der Ölmühle, zugeht. So erfährt man aus erster Hand, dass es auf den richtigen Erntezeitpunkt ankommt und dass die optimale Reifezeit höchstens eine Woche dauert. Oft ist die Olive dann noch fest am Stil und muss vom Baum geholt werden, was natürlich aufwändig ist.

Oliven sind empfindliche Früchte, ganz ähnlich wie Weintrauben. Im Idealfall kommen die Oliven innerhalb von vier bis maximal 20 Stunden in die Ölmühle. „Gut ist eine eigene Mühle, weil man so die Kontrolle über den Zeitraum hat“, erklärt Brigitte Schmidhuber. Am besten in eine moderne Edelstahlanlage, die gut zu reinigen ist und die es in kleineren Dimensionen auch für kleine Erzeuger gibt. „So kann hochwertiges Öl gemacht werden“, weiß Schmidhuber.

Mit diesem Wissen ist schon klar, dass erstens die meisten Öle, die im Handel sind, nicht auf diese Weise hergestellt worden sein können und dass zweitens, echtes gutes Olivenöl seinen Preis hat. „Nicht unter 14 Euro pro Liter, wenn man direkt beim Produzenten kauft“, so Domenico Pugliese. Das günstigste Olivenöl bei Casa Caria im 5-Liter-Kanister kostet in etwa so viel. Gut zum Teilen mit Freunden, falls Ihnen die Menge zu viel erscheint. Die meisten Öle aber kosten deutlich mehr. Echtes Olivenöl extra vergine hat aber auch viel zu bieten - für den Genuss, den Geschmack und nicht zuletzt, die Gesundheit.

„Es gibt allein in Italien über 540 Olivensorten, es gibt qualitätsorientierte spannende Olivenölproduzenten und auch Geschäfte, wo mit ein bisschen Zeit und Interesse auch in Österreich hervorragende und gesunde Olivenöle zu finden sind“, betont Brigitte Schmidhuber. Um diese herrliche Vielfalt selbst zu entdecken, braucht es lediglich ein Grundwissen, um Qualitäten und Defekte von Olivenölen zu erkennen.

Fruchtig, bitter, scharf

Also: Wie schmeckt gutes Olivenöl? Entscheidend sind drei Faktoren: es riecht fruchtig, es hat bittere Geschmacksnoten, ist im Abgang scharf und kratzt am Gaumen. Das ist am Anfang ungewohnt, viele Leute wollen ein „mildes“ Olivenöl. Aber es ist ein Lernprozess und Casa Caria ist eine wahrhaft gute Schule dafür. Wer dort hinkommt und Olivenöl kaufen will, bekommt zuerst eine Kostprobe angeboten – pur im Kostglas, nicht mit Brot, denn das würde den Geschmack verändern. „Diejenigen, die kosten und unsere Öle dann kaufen, wollen kein ‚normales‘ Öl mehr. Sie kommen wieder und wollen nur noch echte Qualität“, erzählt das olivenbegeisterte Paar. Insofern ist es ein gewisses Risiko, in die Casa Caria zu gehen, aber eines das sich lohnt.

Ach ja, was bedeutet denn nun eigentlich „Caria“? So heißt ein kleines Dorf in Kalabrien mit idyllischen Olivenhainen und dort haben sich Brigitte und Domenico kennengelernt. Sie war auf der Flucht vor einem grauen, kalten Februar in Wien und er war dort zu Hause. Das ist ein paar Jahre her. Mittlerweile sorgen sie gemeinsam für italienisches Flair in Wien – mit grünem Öl, leuchtenden Zitrusfrüchten und leidenschaftlichem Engagement für gute Produkte.

Lesen Sie mehr in der LEBENSART 5/2015.
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Autorin: Sonja Schnögl


Info:
www.casacaria.com mit Webshop und Infos zu den Veranstaltungen,
Schottenfeldgasse 48A, 1070 Wien

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