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Schutz vor Gewalt

Ich habe Angst vor einer bestimmten Person und möchte mit ihr auf keinen Fall mehr zusammen treffen. Was kann ich tun?

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Gewalt gegen Frauen tritt in unterschiedlichen Formen auf: Sie kann auf physischer, sexueller, ökonomischer oder sozialer Ebene ausgeübt werden.

Sind Sie von körperlicher oder psychischer Gewalt in Ihrer Familie/sozialem Umfeld betroffen?

Im den österreichischen Gewaltschutzzentren werden Sie von Juristinnen und Sozialarbeiterinnen, bzw. einer Psychologin und einer Soziologin beraten, begleitet und unterstützt.

  • Hilfestellung zur Erhöhung von Schutz und Sicherheit
  • Gemeinsames Erarbeiten eines Krisenplanes
  • Informationen und Unterstützung nach Wegweisung und Betretungsverbot, Anzeige, nach Verhaftung des Täters oder nach einer Streitschlichtung durch die Polizei
  • Beratung über weitere rechtliche Schritte
  • Unterstützung beim Formulieren und Einbringen von Anträgen bei Gericht
  • Hilfestellung bei Behördenkontakten
  • Psychosoziale und juristische Prozessbegleitung, Begleitung zu polizeilichen Einvernahmen und Gerichtsverhandlungen
  • Weitervermittlung an andere Einrichtungen

Stalking (Psychoterror)
Sie sind Opfer von Stalking (deutsch: Psychoterror), wenn Sie von einer Person mit verschiedene Mitteln gegen ihren Willen bedrängt oder belästigt werden. Charakteristisch ist, dass Stalkinghandlungen gewisse Kontinuität und Häufigkeit aufweisen,
in manchen Fällen über Monate und Jahre hinweg andauern. Das Opfer wird dabei z.B. mittels Verfolgen, Auflauern, Ausspionieren, brieflicher oder telefonischer Belästigung (oft auch per Email, SMS...), Herabwürdigung der Person im persönlichen und beruflichen Umfeld „terrorisiert“. Ziel der TäterInnen ist es, z.B. eine Beziehung aufzunehmen, einen Beziehungsabbruch rückgängig zu machen oder sich für Kränkungen zu rächen. Die Auswirkungen auf die Opfer können von Schlaflosigkeit über Angst- und Panikattacken bis zu psychosomatischen Beschwerden reichen.

Wie soll ich reagieren?

  • Machen Sie dem Täter nur einmal und unmissverständlich klar, dass Sie keinen weiteren Kontakt mehr zu ihm wollen. Ignorieren Sie dann die Person konsequent!
  • Dokumentieren Sie jede Kontaktaufnahme und sichern Sie Beweise (Briefe, SMS, etc.). Diese sind wichtig bei rechtlichen Schritten.
  • Informieren Sie ihr privates und berufliches Umfeld, dass Sie ,,gestalkt" werden. Das stärkt Sie und schwächt den Täter.
  • Nehmen Sie keine Pakete oder Geschenke des Täters oder mit unbekanntem Absender entgegen.
  • Bei Telefonterror informieren Sie sich über die technischen Schutzmöglichkeiten Ihres Telefonbetreibers.
  • Werden Sie mit dem Auto verfolgt, fahren Sie direkt zur nächsten Poilizeidienststelle.
  • In konkreten Bedrohungssituationen wählen Sie unbedingt den Polizeinotruf 133 oder 112 (Euronotruf).
  • Nützen Sie die Möglichkeit einer Beratung bei spezialisierten Einrichtungen.


Welche rechtlichen Schritte kann ich unternehmen?

  • Strafanzeige
  • Einstweilige Verfügung
  • Unterlassungsklage

Nutzen Sie Ihr Telefon:

  • Speichern Sie die Notrufnummer 133 in Ihr Handy und, wenn vorhanden, in das Ihrer Kinder ein. Der Notruf funktioniert immer - auch ohne SIM-Karte oder Guthaben.
  • Kontrollieren Sie, ob der Empfang Ihres Handys in allen Räumen der Wohnung oder des Hauses funktioniert (z. B. auch in abschließbaren Räumen wie Bad oder WC).
  • Rufen Sie in einer Gefahrensituation sofort den Polizei-Notruf 133.
  • Speichern Sie Drohungen oder Belästigungen auf Ihrer Mobilbox und melden Sie diese der Polizei.

Machen Sie Ihr Umfeld auf Ihre Situation aufmerksam:

  • Führen Sie vorbeugende Gespräche mit Nachbarn und Freunden Ihres Vertrauens.
    Bitten Sie diese, in Gefahrensituationen für Sie die Polizei verständigen.
  • Erstatten Sie über Gewaltvorfälle immer Anzeige bei der Polizei.
  • Lassen Sie Verletzungen von einem Arzt behandeln und bestätigen, auch wenn Sie keine Anzeige erstatten wollen.
  • Erklären Sie Ihren Kindern bei Bedarf die Situation (damit auch diese bei Gefährdung die Wohnungstüre nicht öffnen, o.ä.).
  • Benachrichtigen Sie Kindergarten und Schule/n.

Treffen Sie Vorbereitungen für den Ernstfall:

  • Bereiten Sie für Akutsituationen einen "Notfallkoffer" mit notwendigen Dokumenten, Adressen, Medikamenten, Schlüsseln, Kleidung, Geld usw. vor.
  • Überlegen Sie, ob es Freunde/ Verwandte gibt, die einige Zeit bei Ihnen wohnen und/ oder Sie außer Haus begleiten können?
  • Verstärken Sie die Sicherheitsmaßnahmen in der Wohnung/ im Haus durch eine Gegensprechanlage und/ oder ein Sicherheitsschloss.
    Lassen Sie den Schlüssel immer stecken!
  • Besitzt der Gefährder Waffen? Melden Sie dies bei der Polizei.
    ACHTUNG: Nicht nur Schusswaffen sollten behördlich gemeldet werden.

Dokumentieren Sie die Vorfälle:

  • Machen Sie Fotos von Ihren Verletzungen oder von Sachbeschädigungen.
  • Legen Sie Gedächtnisprotokolle über Gewaltvorfälle (z. B. Drohungen) an.

Eine Beraterin des Gewaltschutzzentrums NÖ erarbeitet mit Ihnen einen individuellen Sicherheitsplan.

Zeigen Sie selbst Courage! Rufen Sie sofort die Polizei, wenn Sie als NachbarIn, PassantIn, … Drohungen oder Gewalttätigkeiten miterleben.

Sollten Sie Fragen haben oder Hilfe benötigen, wenden Sie sich an Ihr nächstes Gewaltschutzzentrum.
Die Beratung erfolgt vertraulich und kostenlos.
Informieren Sie das Gewaltschutzzentrum über Gewaltvorfälle und vereinbaren Sie einen Beratungstermin

In NÖ unter Tel: 02742/319 66
Email: office.st.poelten@gewaltschutzzentrum-noe.at
Grenzgasse 11, 4. Stock
3100 St. Pölten

Quelle: Gewaltschutzzentrum NÖ

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Gewaltschutzzentrum NÖ

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