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Schreibwettbewerb-Siegertext „Perfektonien“

Im Rahmen des Festivals „Zukunft gestalten“ veranstaltet das Klima- und Energiereferat der Stadtgemeinde Baden den ersten Jugend-Schreibwettbewerb „Unser Leben – unsere Zukunft“. Hier ist Siegertext von Amelie Schlachtner, BG BRG Frauengasse Baden, 4AG

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Preisverleihung_Schreibwettbewerb-Baden-2020_Amelie-Schlachtner Foto: StadtBaden-Foto-S-Pohl

Perfektonien ist ein Land tausende Kilometer westlich von Afrikanischem Boden, aber genauso weit weg von Amerika. Es liegt mitten im Ozean, weit weg vom Rest der Welt. Meine Mutter ist nur zufällig auf die Anzeige gestoßen, als wir ein Reiseziel für unseren letzten Sommerurlaub aussuchen wollten. Und so war es beschlossen. Wir flogen am 5. Juli letzten Jahres in den Westen Afrikas, und mussten den Rest der Reise mit dem Schiff fahren. Der Weg nach Perfektonien war sehr anstrengend und ermüdend, doch die Anstrengung hatte sich gelohnt. Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, kam uns direkt die angenehm warme Luft entgegen. Es war nicht zu frisch, aber auch nicht zu heiß. Der Weg zum Hotel war überwältigend. Es gibt sehr wenige Touristen, da die Insel fast niemandem bekannt ist. Doch sie ist wunderschön, hat so viele Farben und sieht aus wie das Paradies. Als wir im Hotel ankamen, waren wir zum 2. Mal geschockt (positiv). Alles war aus Stein oder aus Pflanzen und sah aus wie in einem Schloss. Unser Apartment hatte auf der Terrasse ein eigenes kleines Pool, doch nicht so wie man es sich in unserer Welt vorstellt.

Es waren riesige Blätter, die zu einer Wanne geformt wurden. Das Wasser hatte durch die Sonne die perfekte Wärme, und auch die Sicht aufs Meer war traumhaft. Als wir ins Badezimmer wollten, wurden wir von einem Affen überrascht, welcher es sich gerade in der Badewanne, die natürlich auch aus Blättern besteht, gemütlich machte. Wir erfuhren, dass wir ständig mit Tieren rechnen sollten, da diese bei den Einwohnern immer sehr willkommen sind und, wie die Menschen dort sagen, die Insel ja nicht nur den Menschen gehört, und die Tiere genauso das Recht haben sich frei bewegen zu können. Außerdem erfuhren wir, dass man in Perfektonien nichts bezahlen muss. Du bekommst etwas geschenkt, sollst dann aber auch etwas zurück schenken. D.h. du bekommst Lebensmittel, Apartment, usw. umsonst, bekommst aber für deine Arbeit kein Geld. So etwas wie Geld existiert dort gar nicht. Alle leben dort friedlich und höflich miteinander und jeder hilft jedem. Meine Eltern und ich waren so fasziniert und konnten das anfangs gar nicht glauben, doch als wir dann im Restaurant und im Supermarkt auch nichts bezahlen mussten, hatten wir uns gleich nach irgendeiner Arbeit umgeschaut. Wir wurden auch ziemlich rasch in einem Restaurant aufgenommen, um Besteck herzustellen. Dort besteht das Besteck nämlich aus Bambus. Also stellten wir die ersten 4 Tage Besteck her, danach halfen meine Mutter und ich, am Strand die Liegen zu putzen und die Leute mit Getränken zu versorgen, und mein Vater kochte in einem anderen Restaurant. So wechselten wir alle paar Tage die Jobs und halfen wo wir nur konnten. Noch ein Pluspunkt ist, dass es keine Verkehrsmittel, also auch keine Abgase gibt. Die Leute fahren mit dem Fahrrad oder gehen zu Fuß. Auch sonst. Es gibt nichts das ansatzweise Kunststoff ähnelt, alles ist aus Stein, Sand mit Wasser oder Holz und Blättern.

Auch die Menschen hier sind so freundlich und haben uns sofort aufgenommen. Was die Sprache angeht: Sie sprechen untereinander eine eigene Sprache, die ich nicht benennen kann, die aber sehr leicht zu lernen ist. Nach unserem 3 Wöchigen Aufenthalt dort können wir die Sprache fast fließend. Am Anfang konnten wir uns noch mit Englisch durchkämpfen. Die Einwohner haben so einen süßen, lustigen Akzent. Aber da es so wenige Touristen gibt, müssen die Perfektonianer die Sprache nicht so oft einsetzen. Der Urlaub verging leider viel zu schnell und wir waren bei unserer Abreise ganz traurig. Wir haben dort schnell Freunde gefunden, denen wir versprechen mussten, nächstes Jahr wieder zu kommen. Wenigstens ein Lichtblick.

Wir hoffen, dass der Rest der Welt irgendwann auch umdenken kann und es bei uns auch einmal so ähnlich wird. Bei uns zu Hause haben wir jedenfalls die Plastikstrohalme durch Glas- und Bambusstrohalme ersetzt und auch Schüsseln aus Bananenblättern. Ich hoffe, bin mir aber sicher, wir sind nicht die einzigen.

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