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Klimaschutzpreis 2016

173 Einreichungen und fünf Sieger. Die besten Klimaschutzprojekte des Landes wurden ausgezeichnet: Labonca Biohof, VBV-Vorsorgekasse, oekostrom, Lösshof und Hali Gmbh. Wir gratulieren herzlich!

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v.l.n.r.: Andrä Rupprechter, Alexander Wrabetz, Norbert Hackl (Labonca), Kristina Sprenger, Kurt Weinberger. ORF/Jantzen

Umweltminister Andrä Rupprechter und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz haben die Auszeichnungen für die besten Klimaschutzprojekte in fünf Kategorien vergeben. Aus 173 eingereichten Projekten wählte eine Fachjury 16 Projekte aus, die sich der Publikumswertung stellten. In der Kategorie „Unternehmen Energiewende“ wurde der Gewinner ausschließlich von der Jury bestimmt. Die Stimmabgabe - mehr als 33.000 gültige Stimmen - erfolgte über Telefon, Website und Facebook. Über die Auszeichnung freuen sich:

Der Labonca Biohof im steirischen Burgau in der Kategorie „Landwirtschaft“
die VBV-Vorsorgekasse AG in der Kategorie „Betriebe“,
die oekostrom AG mit dem Mini-Kraftwerk „simon“ in der Kategorie „Tägliches Leben“,
der Lösshof im niederösterreichischen Großriedenthal in der Kategorie „Gemeinden & Regionen“ und
hali betriebs gmbh aus Eferding in Oberösterreich in der Kategorie „Unternehmen Energiewende“.

Am Labonca-Biohof wird Nachhaltigkeit gelebt
Am Biohof der Familie Hackl im steirischen Burgau steht die Nachhaltigkeit in allen Bereichen im Vordergrund: Die Tiere – Schweine, Hühner und Ennstaler Bergscheckenrindern, eine vom Aussterben bedrohte alte Rasse – werden im Freiland gehalten. Geschlachtet wird möglichst angstfrei in einem eigenen Weideschlachthaus. Die Verarbeitung des Bio-Fleisches erfolgt teilweise vor Ort. Besonderer Wert wird daraufgelegt, alle Teile des Tieres – von der Schnauze bis zum Schwanz – zu verwerten.  Neben dem Direktvertrieb wird an Gastronomie- und Hotelleriebetriebe geliefert. Auch hier werden neue Maßstäbe gesetzt: Mehrweg-Isolierboxen mit wasserbefüllten Kühl-Akkus werden von der Post CO2-neutral zugestellt und wieder auf den Hof zurücktransportiert. Der Strom kommt von einer großen Photovoltaikanlage, bei Bedarf wird Ökostrom zugekauft.

VBV – Vorsorgekasse setzt sich mit Klimawandel auseinander
Die VBV-Vorsorgekasse beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Geschäftszweig, der Veranlagung von Beiträgen von ArbeitnehmerInnen, Selbstständigen und FreiberuflerInnen. Die VBV hat daher die Entscheidung getroffen, aus den Geschäften mit fossilen Brennstoffen auszusteigen und so einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung zu leisten. Jährlich wird der CO2-Fußabdruck aller Veranlagungen gemessen. Innerhalb des Unternehmens setzt man beispielsweise auf energieeffiziente IT und auf bezahlte Tickets für öffentliche Verkehrsmittel für die MitarbeiterInnen.

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Foto: Clemens Schneider / oekostrom AG Foto: Clemens Schneider / oekostrom AG

oekostrom AG – Strom machen kann jetzt einfach jeder
BewohnerInnen von Mehrfamilienhäusern, die keine eigene Dachfläche haben oder öfters den Wohnort wechseln, können mit „simon“, einem Photovoltaikpaneel der oekostrom AG, nun ihren eigenen Strom erzeugen. Die Inbetriebnahme des Paneels ist einfach: Gebrauchsanweisung lesen, Anlage auf Balkon oder Terrasse aufstellen und über die Steckdose direkt mit dem Hausnetz verbinden. Mit dem Strom des Mini-Kraftwerks kann man beispielsweise 35 Tassen Kaffee zubereiten. Eigenen Strom zu erzeugen senkt nicht nur die Stromrechnung, sondern treibt auch die Energiewende voran.

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Foto: Christoph Mehofer/Lösshof Foto: Christoph Mehofer/Lösshof

Der Lösshof – ein Vorzeigebeispiel für nachhaltige Revitalisierung                     
Ortszentren mit leerstehenden, verfallen Häusern, neue Siedlungen mit großem Flächenverbrauch am Ortsrand und dadurch bedingt ein starker Individualverkehr – dieses Bild bietet sich in vielen Regionen. In Großriedenthal in Niederösterreich zeigt der Energieberater Christoph Mehofer mit der Revitalisierung des Lösshofs wie es auch anders geht: Er hat eine große Wirtschaftseinheit, die sich im Ortszentrum befindet, unter Beachtung hoher ökologischer Standards renoviert und ausbaut. Mit mehreren flexibel nutzbaren Wohneinheiten, einem Gästehaus und einem Wirtshaus bietet der Lösshof heute Wohnraum und Arbeitsplätze. Ein eigenes Nahwärmenetz versorgt umliegende Gebäude mit Wärme aus Hackschnitzeln, drei Photovoltaikanlagen liefern Strom. Zum ökologischen Gesamtkonzept gehört natürlich auch die Mobilität. Hier setzen die BewohnerInnen neben ihren Füssen und dem Fahrrad vor allem auf Elektromobilität: E-Bikes mit Anhnängern, ein Elektro-Klein-Lkw und ein Elektroauto.

hali blue office – zahlreiche Maßnahmen für den Klimaschutz
Unter dem Motto „Wir tun´s für den Planeten“ setzt der Eigentümer von hali aus Eferding eine Vielzahl an Maßnahmen, um sein Ziel, das nachhaltigste und klimafreundlichste Unternehmen in einer Branche mit hohem Wettbewerbsdruck zu werden, zu erreichen. In der Produktion wird Holz aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft eingesetzt. Lieferanten und Spediteure werden nach bestimmten Kriterien ausgewählt. Bei den MitarbeiterInnen des Unternehmens werden laufend Bewusstseinsbildungsmaßnahmen gesetzt. Minus 47 Prozent CO2-Emissionen seit 2005 ist laut Umweltbundesamt das stolze Ergebnis der Anstrengungen. Und nicht zu vergessen: Immer mehr KundInnen sind bereit, den Weg Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit gemeinsam mit hali zu gehen und so einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Energiewende zu leisten.

Der Österreichische Klimaschutzpreis
Der Österreichische Klimaschutzpreis wird seit 2008 gemeinsam vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und dem ORF in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzinitiative klimaaktiv und Partnern vergeben. In den vergangenen neun Jahren wurden insgesamt 2.873 Klimaprojekte eingereicht. Alle nominierten Projekte und die PreisträgerInnen werden auf www.klimaschutzpreis.at/erfolge vorgestellt.

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