zum Inhalt springen

Neuer Obstschädling: Kirschessigfliege

Die Kirschessigfliege ist auf den ersten Blick eher unscheinbar. Sie ähnelt der Fruchtfliege, aber tatsächlich handelt es sich um einen Vertreter aus der Familie der Essig- und Taufliegen und vor allem um einen großen Schädling im Obst- und Weinbau.

gartenleben_kirschessigfliege_maennchen
Kirschessigfliege. Gartenleben

Die ursprünglich in Asien beheimatete und sehr vermehrungsfreudige Fliege erreicht ausgewachsen ungefähr eine Körperlänge von 3mm. Während Männchen einen auffälligen schwarzen Fleck auf den Flügeln aufweisen, sind weibliche Tiere mit einer gezähnten Legevorrichtung  ausgestattet, mit deren Hilfe sie die Haut reifender oder reifer Früchte durchdringen um ihre Eier gezielt in die Frucht abzulegen. Die daraus schlüpfenden Maden fressen im Fruchtfleisch. Befallene Früchte weisen kleine, lochartige Beschädigungen und weiche Flecken an der Oberfläche auf. Sekundärinfektionen durch Pilze oder Bakterien begünstigen zusätzlich Fäulnis und den Zerfall der Früchte. Bevorzugte „Beute“ sind verschiedenste Beeren, Wildfrüchte und dünnhäutiges Obst wie Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Kirschen und Pfirsiche um nur einige zu nennen. Auch vor Weintrauben, Wildobst und selbst vor bereits beschädigten Äpfeln macht D.suzukii nicht Halt. Hohe Ernteverluste sind die Folge.

Hygiene- und Bekämpfungsmaßnahmen

Rechtzeitige, regelmäßige und gründliche  Ernte: Entfernung von reifen, überreifen und befallenen Früchten
keine Kompostierung befallener Früchte, da die Fliegen sonst überleben
Anbringung von engmaschigen Netzen, sofern dies möglich ist

Zusätzlich helfen Fallen, die Fliegenpopulation zu reduzieren: Ein Plastikgefäß wird mit vielen kleinen Öffnungen versehen. Der Durchmesser dieser Löcher sollte 2-3mm betragen; keinesfalls größer, da sonst andere Insekten mitgefangen werden. Apfelessig dient als Lockflüssigkeit. Zusätze von Rotwein und Hefe erhöhen den Fangerfolg. Die Fallen sollten im Schatten platziert werden.

Derzeit hat das für den Biolandbau geeignete Pflanzenschutzmittel „SpinTor“ eine Zulassung für Wein im Haus- und Kleingartenbereich. GARTENleben steht der Anwendung dieses Mittels eher kritisch gegenüber. Die Anzahl der Anwendungen ist stark begrenzt - im Vergleich mit der raschen Vermehrungsrate ist deshalb nur eine eingeschränkte Wirksamkeit gegeben. Weiters weist der Wirkstoff Spinosad eine gewisse Bienengefährlichkeit auf (daher auf keinen Fall auf blühenden Pflanzen, auch nicht auf blühende Beikräuter, ausbringen).

Autor: Mag. Peter Kunert, www.gartenleben.at

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen