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Was hilft gegen Dickmaulrüssler?

Angelika hat eine wahre Invasion von Dickmaulrüsslern auf ihrer Terrasse. Mehrere Versuche, die ungebetenen Gäste zum Auszug zu bewegen, waren erfolglos. Was tun? Naturgärtnerin Eva Maria Denk verrät, wie man die Käfer los wird.

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Dickmaulrüssler. Wikimedia/Berend Jan Stijf [gemeinfrei]

Dickmaulrüssler werden über Substrate oder Topfpflanzen eingeschleppt und sind nachtaktiv. Sowohl Käfer als auch Larven sind sehr gefräßig.

Die beste Zeit zur Bekämpfung ist April/Mai/Juni, vor der Verpuppung, und August/September/Oktober, bevor die Käfer und Larven sich im Boden für die Überwinterung verkriechen. Die Larven lieben humusreiche und "fette" Böden. Wenn Sie einen Komposthaufen haben, untersuchen Sie diesen gezielt nach den dicken, fleischigen Larven mit den braunen Köpfchen und beigen Körpern.

Ein Käfer lebt etwa 2 Jahre und ist flugunfähig. Interessant ist, dass es beim Dickmaulrüssler oft zur "Jungfernzeugung" kommt (nachgewiesen beim "gefurchten Dickmaulrüssler). Das heißt, der Käfer braucht keinen Partner, um Eier zu legen (bis zu 1000 Stück pro Weibchen, all diese Nachkommen sind dann ebenfalls weiblich).

Dickmaulrüssler richtig bekämpfen

Chemisch bekämpfen kann man die Käfer schwer, weil sie sehr versteckt leben. Kontaktinsektizide wirken deshalb nur bedingt und sind meistens nicht selektiv. Es werden also auch Nützlinge dezimiert. Am besten bekämpft man die Dickmaulrüssler schon im Larvenstadium mit Nematoden (Beispielsweise von Biohelp). Die Nematoden "schlafen" wenn sie versandt werden. Sie sollte bis zum angegebenen Datum ausgebracht werden, damit sie nicht absterben.

Mit dem Gießwasser werden die Nematoden im Wurzelbereich ausgebracht und parasitieren die Larven. Zudem vermehren sich die Nematoden in den sterbenden Larven und vernichten somit auch nachfolgende Larven.

Sinnvoll ist es auch, im Umfeld der befallenen Pflanzen Töpfe mit Holzwolle aufzustellen, weil sich der scheue Käfer gerne darin tagsüber versteckt und dann einfach eingesammelt und vernichtet werden kann.

Die Population sollte unbedingt eingedämmt werden, da - selbst wenn die Pflanze den Angriff auf Wurzel und Blattwerk übersteht - immer ein hohes Risiko einer Pilzinfektion im Wurzelbereich besteht.

Etwas aufwendiger aber ebenfalls wirkungsvoll sind Pflanzenjauchen, mit denen die Blätter für den Dickmaulrüssler "ungenießbar" gemacht werden. Geeignet sind beispielsweise Schachtelhalm, Brennnessel, Farnkraut, Salbei, Rhabarber. Rainfarn hat zwar eine sichere Wirkung, doch sollte man darauf achten, dass die daraus gewonnene Jauche auch für Nützlinge giftig ist. Rainfarn ist hoch toxisch und auch für das restliche Bodenleben tödlich. Vorbeugend kann man mit Knoblauchtee gießen.

Infos: Eva-Maria Denk, www.littlehellfire.at

AUTORIN: ANNEMARIE HERZOG

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