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Nachhaltiger Steingarten

Ein Steingarten ist ein zeitgemäßes Gestaltungselement im eigenen Stück Grün. Die vier wichtigsten Tipps dazu.

Ein mit flachen Steinen terrassenförmig angelegter Steingarten.
Foto: Ursula Fischer, Pixabay

Steingärten sind der charakteristischen Landschaft in (Hoch)Gebirgsregionen nachempfunden. Sie erfreuen sich großer Beliebtheit, weil sie schön anzusehen, pflegeleicht und platzsparend sind. Anders als bei Schottergärten, in denen Kies und Steine dominieren, steht die Pflanzenvielfalt beim Steingarten im Vordergrund – deshalb kann dieser auch sehr nachhaltig gestaltet werden. Um einen möglichst umweltfreundlichen Steingarten anzulegen, kann nicht einfach mit der Arbeit losgelegt werden – es gibt einige Punkte zu beachten.

Zuerst: Was ist ein Steingarten?

Bei einem Steingarten handelt es sich um die Nachbildung eines natürlichen (alpinen) Lebensraumes mit kargen und nährstoffarmen Böden, witterungsbeständigem Gestein sowie anspruchslosen Pflanzen. Insgesamt kann zwischen drei verschiedenen Arten von Steingärten unterschieden werden:

Illustrationen eines als Hügel aufgeschütteten Steingartens in der Ebene, eines flachen Steingartens im Hang und eines terrassenförmig angelegten Alpinums.

Ein Steingarten wird klassischerweise im Hang angelegt, denn durch die vorhandene Bodenschräge können Regen- und Gießwasser optimal abfließen. Außerdem entsteht so keine unwillkommene Staunässe. Trotzdem ist es auch möglich, eine alpine Landschaft auf einer flachen Ebene nachzubilden – hier muss nur darauf geachtet werden, dass sich kein Wasser in Gruben ansammelt. Das Alpinum ist eine Sonderform des Steingartens: Seine hügelige Landschaft ähnelt einer Bergkette und die Gestaltung erfolgt mit Steinen und Pflanzen aus dem alpinen Raum – daher auch der Name. Gemeinsam ist allen Steingärten, dass sie eher eine sonnige Lage bevorzugen.

Steingarten nachhaltig gestalten

Mit einem Steingartens können Hobbygärtner*innen einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Durch die Gestaltung mit Gesteinen und Pflanzen aus der Region entsteht ein attraktives Mikroklima, um heimische Tiere anzulocken und ihnen einen wertvollen Lebensraum zu bieten. 4 wichtige Tipps zur nachhaltigen Gestaltung:

1. Richtige Pflanzen setzen

In einer zunehmend globalisierten Welt mag es verlockend sein, exotische Pflanzen in den eigenen Garten einziehen zu lassen, doch diese sind alles andere als nachhaltig. Der Steingarten sollte sich stattdessen ausschließlich auf die heimische Pflanzenwelt, die typischerweise in Gebirgsregionen anzutreffen ist, beschränken. Die Auswahl an geeigneten Pflanzen für die alpine Landschaft im Kleinformat ist groß und doch gibt es absolute Klassiker, die hier besonders gut gedeihen.

Eine Detailaufnahme der blauvioletten Enzianblüten.
Fotos: Myriams Fotos, Pixabay


Blühende Pflanzen, wie leuchtend-blauer Enzian, pinke Alpen-Nelke, schimmernder Alpen-Edelweiß und üppige Blaukissen sind eine ganz besondere Augenweide im Steingarten. In Kombination mit immergrünen Nadel-Zwerggehölzen, wie Kugelkiefer und Scheinzypresse, ergibt sich eine wunderbar vielfältige und besonders natürliche Gartenfläche, die ein echter Blickfang ist.
 


2. Steingarten insektenfreundlich gestalten

Die noch geschlossenen, rosig-weißen Blütenknospen des Mauerpfeffers.
Der weiße Mauerpfeffer lockt Bienen in den Steingarten. Foto: MoonlightsArt.de, Pixabay

Ein Steingarten ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, um heimischen Insekten einen wertvollen Lebensraum zu bieten. Besonders bienenfreundlich ist die Weiße Fetthenne bzw. der Weiße Mauerpfeffer, ein Dickblattgewächs, das eine wichtige Pollenquelle für Bienen darstellt. Je mehr von dieser Pflanzengattung im Steingarten vorkommt, desto größer ist die Freude unter den Bienen.

Außerdem lohnt sich ein selbstgebautes Insektenhotel im Steingarten. Dieses ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet auch den idealen Nistplatz für verschiedene Insektenarten. Weil es viel Sonne braucht, ist ein Steingarten, der normalerweise nach Süden oder Südwesten ausgerichtet ist, geradezu dafür prädestiniert, ein Insektenhotel zu beheimaten.

Leere Schneckenhäuser sind ebenfalls eine optimale Nistmöglichkeit für bestimmte Bienenarten – so z. B. für die zweifarbige Schneckenhausbiene. Auch die Wildbiene fühlt sich etwa in den leerstehenden Häusern der Weinberg- und der Schnirkelschnecke willkommen geheißen.

Eine Eidechse lugt in einem Steingarten keck hinter einem Stein hervor.
Foto: Sergio Cerrato - Italia, Pixabay

3. Lebensraum mit Steinen bauen

Die Bepflanzung ist ein wichtiger Aspekt in der Gestaltung eines Steingartens, doch ebenso eine große Rolle spielen verschiedene witterungsbeständige Gesteinsarten, die charakteristisch für die Region sind. Eine Mischung aus weichem Gestein, wie Kalkstein und Dolomit, und hartem Gestein wie etwa Granit lässt den Steingarten ausgesprochen natürlich wirken. Außerdem gibt es viele Ideen mit Feldsteinen, um einen Steingarten anzulegen – hier handelt es sich um sehr beliebte, abgerundete Natursteine, mit denen sich die Gartenfläche schön umranden lässt.

Mit verschiedenen Steinen lässt sich eine besonders natürliche Gartenfläche schaffen, die vielen heimischen Tieren ein neues Zuhause schenkt. So fühlen sich etwa Eidechsen, Spinnen und Kröten in den Gesteinszwischenräumen sehr wohl.

Feldsteine können beispielsweise an nahegelegenen Flüssen gefunden werden. Andere Gesteinsarten lassen sich auf einer Wanderung im Gebirge sammeln. Und Kies und Schotter, um die Abstände zwischen den größeren Gesteinen im Steingarten aufzufüllen, können z. B. in einem Steinbruch kostenlos erworben werden.

4. Gießwasser nachhaltig gewinnen

Sobald der Steingarten erst einmal angelegt ist, muss er gepflegt werden. Wie der herkömmliche Ziergarten müssen auch die Pflanzen im Steingarten regelmäßig bewässert werden. Weil Wasser eine wertvolle Ressource ist, sollte damit nicht verschwenderisch umgegangen werden. Ideal deshalb, wenn man bereits Regenwasser sammelt oder sich nun eine Regentonne zulegen möchte! Auf diese Weise lässt es sich nicht nur nachhaltig gärtnern – Regenwasser überzeugt auch mit seiner Qualität: Schließlich ist es – im Gegensatz zum Wasser aus dem Hahn – frei von Kalk oder anderen gelösten Mineralien und somit besser für das Pflanzenwachstum.

Ein Steingarten für mehr Nachhaltigkeit

Ein Steingarten sorgt nicht nur für das gewisse Etwas im eigenen Stück Grün, sondern leistet auch einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Schließlich finden hier heimische Pflanzen und Tiere, die typischerweise in natürlichen Regionen vorkommen, ein neues Zuhause. Mit diesen Tipps kann ein nachhaltiger Steingarten angelegt werden.

Viele weitere Ideen zum Steingarten finden Sie im Ratgeber von Viplounge!