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Gesichtsreinigung: Tipps

Peeling, Lotion und Gesichtswasser – was braucht der Teint tatsächlich?

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Foto: Georgii Dolgykh Georgii Dolgykh

Das Gesicht ist den Umwelteinflüssen im Regelfall ohne Schutz ausgesetzt. Sonne, Wind und trockene Heizungsluft strapazieren die zarte Haut. Chemiecocktails aus dem Kosmetiktopf und übertriebene Reinigungsrituale tun ein Übriges.

Die Schönheitsindustrie empfiehlt ganze Serien alleine zur Reinigung des Gesichts. Auch von Kosmetikerinnen ist immer wieder zu hören, man müsse morgens und abends gründlich reinigen, mit Reinigungsmilch oder Waschcreme, und hinterher sei noch etwas Gesichtswasser nötig, um die Haut zu klären.

Viele Produkte für die Gesichtsreinigung, von der Reinigungsmilch bis zur Waschcreme, entsprechen Syndets, das sind synthetische Detergentien. Sie werden aus künstlichen Waschsubstanzen hergestellt und mit verschiedenen Zusatzstoffen versehen, welche die Haut reizen oder sogar Allergien auslösen können.

Gesichtswässer enthalten meist Alkohol, wodurch die erfrischende Wirkung erzielt wird. Alkoholhaltige Gesichtswässer können jedoch auch die Haut austrocknen. Sehr sensible Haut kann mit Reizungen und Hautrötungen reagieren.

Dr. Ulrich Geppert, Facharzt für Dermatologie in Krems an der Donau, empfiehlt generell einen sparsamen Umgang mit Reinigungsprodukten: „Die Reinigung wird vollkommen überbewertet, weil die Haut im Normalfall nicht schmutzig ist. Das, was auf einem weißen Wattepad nach dem Darüberstreichen zu sehen ist, sind ganz normale abgestorbene Hautzellen. Ich empfehle daher, nur mit Wasser zu reinigen. Ob eine Reinigungscreme nötig ist, muss man im Einzelfall überlegen. Wer fette Haut hat, profitiert von Gesichtswasser, für andere ist das zu scharf.“

Mikroplastik im Peeling

Peelings sind Waschcremes mit Schleifkörpern, die einmassiert und wieder abgespült werden. Durch die massierende Wirkung wird die Durchblutung der Haut gefördert und abgestorbenen Zellen abgeschliffen.

Peelings werden zunehmend kritisiert, weil sie Mikroplastik enthalten können. Das feine Plastikgranulat findet sich auch als „Massageperlen“ in Duschgelen. Es ist nur kurz auf der Haut, aber lange in der Umwelt. Derzeit ist eine Filterung in Klärwerken noch nicht möglich, wodurch das Mikroplastik aus den Haushalten ungehindert in die Flüsse und weiter ins Meer gelangt. Diese Plastikteilchen ziehen Umweltgifte an, werden von Meeresorganismen gefressen und sind nicht wieder aus der Umwelt zu entfernen. Sie wurden bereits in Seehunden, Fischen und Muscheln nachgewiesen, die es mit ihrer Nahrung aufnehmen. Das nicht abgebaute Plastik und Schadstoffe, die sich im Gewebe ansammeln, werden so Teil der Nahrungskette und gelangen wieder in den menschlichen Körper. Über die Auswirkungen auf den Menschen ist bisher nur wenig bekannt.

Einen Peeling-Effekt kann man auch mit sanften Gesichtsbürsten erzielen. Von Luffaschwämmen oder waschbaren Reinigungstüchern ist abzuraten. Die Haut ist schließlich kein Möbelstück, das geschrubbt werden muss.

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