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Mein Futter ist gentechnikfrei!

20 Jahre gentechnikfrei im Lebens­mittelhandel. Nun sollen genfreie Futter­mittel aus der Region sukzessive den Import von Sojaschrot ersetzen.

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Foto: Oliver Weber/Fotolia Oliver Weber/Fotolia

Vor 20 Jahren haben mehr als eine Million ÖsterreicherInnen das Gentechnikvolksbegehren unterschrieben.  Auch heute hat sich die Stimmung kaum verändert: Die ÖsterreicherInnen lehnen Gentechnik-Lebensmittel immer noch entschieden ab.

Bei der Konferenz „GVO freie Landwirtschaft: eine Chance für die ländliche Entwicklung in Zentral- und Südosteuropa“ referierten der ungarische Agrarminister Fazekas, Gen. Dir. Johann Marihart von der AGRANA und Matthias Krön von Donau Soja. Wie Österreich bekennt sich auch Ungarn klar zu gentechnikfreien Lebensmitteln – nicht nur beim Anbau, sondern zum Beispiel auch bei Tierfutter. Marihart verwies dabei auf die Produktion eines hochwertigen Eiweißersatzfuttermittels für Sojaschrot, welches als Nebenprodukt bei der Biospritherstellung anfällt.

In diesem Sinne starteten die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (ADA) und Donau Soja, die größte europäische Initiative im Agrarbereich, eine strategische Partnerschaft für gentechnikfreies Soja und Bio-Soja aus dem Donauraum (Bosnien und Herzegowina, Serbien, Moldau und Ukraine). Ziel ist es, nachhaltige Wertschöpfungsketten zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit von lokalen Soja-Produzenten zu erhöhen. Die Produktkennzeichnung Gentechnikfrei sowie die Förderung der Einführung von EU-Standards spielen dabei eine entscheidende Rolle. 

Der Bedarf an gentechnikfreiem Sojaschrot ist in Europa trotz einer zertifizierten gentechnikfreien Sojaproduktion von Donau Soja bei Weitem nicht gedeckt. Auch wenn sich in den letzten Jahren die gentechnikfreie Sojaproduktion in Österreich verdoppelt hat, muss auch hierzulande immer noch Sojaschrot importiert werden. Bundesminister Rupprechter setzt neben dem Donau Soja auf intelligente Alternativen: Insbesondere in der Wiederkäuerfütterung bieten sich Alternativen an, die Soja gänzlich ersetzen können.

Chancen für Ländliche Entwicklung

Die Minister stimmten weitgehend überein, dass die Gentechnikfreiheit große Chancen für die Entwicklung der Ländlichen Regionen in Zentral- und Südosteuropa bietet. Nachhaltig wirtschaftende Betriebe und deklarierte gentechnikfreie Regionen sollen gezielt geschützt werden. Dabei geht es nicht nur um gesundheitliche Bedenken oder ethische Grundsätze, sondern auch um neue Vermarktungschancen. "Mengenmäßig können unsere bäuerlichen Familienbetriebe nicht mit den internationalen Konzernen mithalten – unser Wettbewerbsvorteil ist höchste Qualität“, erklärte BM Rupprechter.

Mit dem Gentechnik-Selbstbestimmungsrecht auf europäischer Ebene ist deb Mitgliedsstaaten das Recht eingeräumt worden, selbst über den Anbau von GVO auf ihrem Staatsgebiet zu entscheiden. Österreich hat diese Richtlinie als erstes Land der EU national umgesetzt und 2015 die Gentechnikfreiheit im Anbau in der Verfassung verankert. So konnte auch der Export von österreichischem Saatgut, vor allem bei Mais und Sojabohnen, deutlich ausgeweitet werden. Nur in Österreich wird das Saatgut zusätzlich auf gentechnisch veränderte Verunreinigungen kontrolliert.

ARGE Gentechnikfrei

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