zum Inhalt springen

Coronavirus: Antworten auf häufig gestellte Fragen

Das Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich nun auch in Europa aus, mit ihm auch die Erkrankung Covid-19. Im Folgenden Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der Epidemie:

thor_deichmann-pixabay-corona-4916954_1920
Foto: thor_deichmann-pixabay-corona

Hat das Auftreten der Coronaviruserkrankung (COVID-19) Auswirkungen auf Versorgungslage von Arzneimitteln?

Laut Meldung des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) liegen bisher keine Berichte über zusätzliche aktuelle Engpässe oder Versorgungsstörungen bei in der EU vermarkteten Arzneimitteln aufgrund dieses Ausbruchs vor. Die Situation unterliegt einer strengen Überwachung, da bei einer weiteren Ausbreitung und insbesondere länger andauernden COVID-19 Situation mögliche Herausforderungen in der Versorgungssituation in Einzelfällen nicht ausgeschlossen werden können.

Es besteht keine Notwendigkeit sich im Rahmen viel zitierter sog. „Hamsterkäufe“ mit Arzneimittel einzudecken. Kauf und Abgabe in Apotheken soll nur in einem geregelten und dem Zweck und Bedarf entsprechenden Rahmen mit notwendigen Mengen stattfinden. Es besteht kein Grund für eine private Überbevorratung.

Kann Ibuprofen die COVID19 Erkrankung verschlimmern?

Derzeit gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für einen Zusammenhang zwischen Ibuprofen und der Verschlechterung von COVID 19.

Die europäische Arzneimittelagentur EMA überwacht gemeinsam mit den nationalen Behörden die Situation dennoch genau und wird auch weiterhin alle Informationen prüfen, die zu diesem Thema im Zusammenhang mit der Pandemie verfügbar werden.

Derzeit gibt es keinen Grund für Patienten, die Ibuprofen einnehmen, ihre Behandlung zu unterbrechen. Dies ist besonders wichtig für Patienten, die Ibuprofen oder andere nichtsteroidale entzündungshemmende Arzneimittel gegen chronische Krankheiten einnehmen. Patienten, die Fragen haben, sollten mit ihrem Arzt oder Apotheker sprechen.

Kann ich mich über Lebensmittel oder Wasser mit dem neuartigen Coronavirus infizieren?

Nein: Von Fleisch, Wurst, Eiern, Obst, Gemüse, Wasser usw. geht keine Gefahr durch das neuartige Coronavirus aus. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über herkömmliche Lebensmittel bzw. über Trinkwasser/Leitungswasser oder Oberflächenwasser mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel bekannt.

Vom Genuss von rohem Fleisch oder Blut von Wildtieren wie Schlangen, Fledermäusen etc. wird aber dringend abgeraten.

Kann ich mich beim Einkaufen anstecken?

Beim Kontakt mit anderen Menschen ist immer ein Restrisiko vorhanden, dass es zu einer Ansteckung kommen kann. Dieses Risiko ist beim Einkaufen aber so klein, dass es keinen Grund gibt, nicht einkaufen zu gehen. Wichtig ist, Abstand zu anderen Menschen zu halten, v. a. auch an der Kassa (mindestens 1 m).

Kann das Virus von Haustieren übertragen werden?

Derzeit gibt es keinen Hinweis darauf, dass Haustiere das Virus auf Menschen oder andere Haustiere übertragen können bzw. selbst daran erkranken. Eine in Hongkong beobachtete Virusvermehrung bei einem Hund gilt nach wie vor als Einzelfall, das Tier ist gesund. Tierhalter, die am Coronavirus erkrankt sind oder die sich womöglich mit dem Coronavirus infiziert haben, sollten zum Schutz des Tieres den Kontakt so gering wie möglich halten bzw. vor und nach dem Kontakt gründlich die Hände mit Seife waschen.

Mit wieviel Grad muss die Wäsche gewaschen werden, damit Corona-Viren absterben?

Selbst bei den niedrigsten Temperaturen von Waschmaschinen (30 °C  für Wolle, Feinwäsche) führt die Beigabe von Waschmittel zum verlässlichen "Absterben" des neuartigen SARS-Coronarivurs-2. Dieses neue SARS-CoV-2 gehört zu den behüllten Viren und deshalb gegenüber Umwelteinflüsse sehr empfindlich (die Hülle ist die empfindliche Struktur).

Besteht ein Risiko durch den Hausmüll?

Nein. Abfälle, die in Haushalten anfallen und mit dem Corona-Virus verunreinigt sein könnten (z. B. Taschentücher), stellen kein höheres Infektionsrisiko dar. Gebrauchte Taschentücher sollten in „reißfesten" Kunststoffsäcken gesammelt werden und verschlossen in die Restmülltonne geworfen werden.

Zählen Schwangere zur Risikogruppe?

Es handelt sich bei Covid-19 um ein neuartiges Virus, für das bis jetzt nur wenige Erfahrungen mit Schwangeren vorliegen. Ganz allgemein gilt aber, dass auf Grund der physiologischen und immunologischen Umstellungen während der Schwangerschaft eine erhöhte Empfänglichkeit für Infektionen nicht ganz ausgeschlossen werden.

Derzeit ergeben sich keine Hinweise, dass Schwangere durch eine Covid-19-Erkrankung mehr gefährdet sind als andere Personen: bisherige Erfahrungen zeigen, dass Schwangere im Falle einer Erkrankung nur leichte bis mittelschwere Symptome aufwiesen.

Es gibt derzeit auch keine Hinweise, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind übertragen wird. Wenn keine anderen medizinischen Gründe vorliegen, ist daher ein normaler Geburtsvorgang möglich. Auch das Stillen ist prinzipiell möglich, weil bisher keine Hinweise bestehen, dass das Virus über die Muttermilch übertragen wird. In jedem Fall muss das Kind aber vor der Infektion durch die Mutter geschützt werden.

Wie gefährlich ist dieses neuartige Coronavirus?

Wie gefährlich der Erreger ist, ist noch nicht genau abzusehen. Momentan scheint die Gefährlichkeit des neuen Coronavirus deutlich niedriger als bei MERS (bis zu 30 Prozent Sterblichkeit) und SARS (ca. 10 Prozent Sterblichkeit) zu sein. Man geht derzeit beim neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) von einer Sterblichkeit von bis zu drei Prozent aus. Ähnlich wie bei der saisonalen Grippe durch Influenzaviren (Sterblichkeit unter 1 Prozent) sind v. a. alte Menschen und immungeschwächte Personen betroffen.

Können Masken (Einmal-Mundschutzmasken) schützen?

Einmal-Mundschutzmasken sind kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden. Aber sie können dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch „Spritzer“ von Niesen oder Husten zu verringern.

Kann das Coronavirus durch Handelswaren übertragen werden?

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Handelswaren (z. B. Spielzeug) ein Risiko darstellen. Wie lange genau das Virus auf Oberflächen bleibt, ist derzeit noch unklar. Wenn man in die Hand hustet oder niest und dann eine Türklinke anfasst oder sein Telefon anfasst und weiterreicht, kann das Virus theoretisch so übertragen werden. Aufgrund der geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren Quelle einer Infektion sein könnten.

Wie lange überdauert das SARS-CoV-2 Virus außerhalb des Körpers?

Coronaviren reagieren sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse. Unter Laborbedingungen können sie Stunden bis mehrere Tage auf glatten Oberflächen überleben. Es gibt allerdings keine Belege, dass Türklinken, Haltegriffe, Geldscheine oder ähnliches bislang bei der Übertragung eine wichtige Rolle gespielt haben; direkter persönlicher Kontakt (länger als 15 Minuten, Abstand unter 1 Meter) stellt derzeit den bedeutendsten Übertragungsweg dar.

Brauche ich ein Desinfektionsmittel, um mich zu schützen?

Für gesunde Menschen, bei denen keinerlei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus besteht, sind herkömmliche Seife zum Händewaschen und herkömmliche Reinigungsmittel zum Putzen völlig ausreichend. Coronaviren sind behüllte Viren, das bedeutet, ihre Hülle wird durch Seife schnell zerstört und somit das Virus inaktiviert. Desinfektionsmittel sollten daher nur von Menschen und Institutionen verwendet werden, bei denen eine Desinfektion aus medizinischen Gründen notwendig ist.

Welche Desinfektionsmittel sind geeignet?

Grundsätzlich reicht bei Desinfektionsmaßnahmen im Zusammenhang mit Coronaviren die Verwendung von Desinfektionsmitteln mit einer Wirksamkeit gegen behüllte Viren. Für eine SARS-CoV-2 wirksame Hände- oder Flächendesinfektion empfiehlt die AGES daher die Verwendung von Desinfektionsmitteln, die als „begrenzt viruzid“ ausgelobt werden. Die Verwendung von Produkten mit der Auslobung „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ ist für eine gegenüber SARS-CoV-2 wirksame Desinfektion nicht erforderlich.

Aktuelle Schutzmaßnahmen und wichtige Verordnungen zum Download:

Für Fragen zum neuartigen Coronavirus hat die AGES eine Infoline unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 555 621 eingerichtet. Bei Verdacht auf eine Erkrankung sollte die Gesundheitsnummer 1450 gewählt werden. Einfache Maßnahmen helfen, sich vor einer Infektion zu schützen. Aktuelle Infos zum Coronavirus gibt es im Internet auf den Seiten der AGES und des Gesundheitsministeriums (BMSGPK).

Wenn Sie Symptome aufweisen oder befürchten, erkrankt zu sein, bleiben Sie zu Hause und wählen Sie bitte 1450

Quellen: https://www.ages.at

https://www.gesundheit.gv.at

Verbund für Angewandte Hygiene e.V.,

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen