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COVID liegt in der Luft

Die Heizsaison steht vor der Tür und COVID-19 wird uns wohl noch durch diesen Winter begleiten. Welches Raumklima macht es Viren ungemütlich?

Eine Frau mit Mund-Nasenschutz öffnet ein Fenster.
Djordje Djurdjevic, iStock

Der klassische Übertragungsweg von COVID-19 ist die Tröpfcheninfektion – meist durch direkten Kontakt mit einer infizierten Person mit weniger als einem Meter Abstand. Studien zur Ausbreitung von COVID-19 zeigen aber auch ein größeres Übertragungsrisiko in Räumen, die schlecht oder nicht belüftet werden – selbst wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Das liegt an der Übertragung durch Aerosole, winzige Viruspartikel, die in der Luft schweben. Sind davon genug in der Luft, können wir uns anstecken. Frischluft senkt die Viruskonzentration. Die Verteilung im Raum ist darüber hinaus auch von der Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung abhängig.

Forscher*innen des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) und des CSIR – National Physical Laboratory in New Delhi haben zehn internationale Studien analysiert und herausgefunden, dass ein zu trockenes Raumklima die Ausbreitung von Coronaviren fördern kann. Die Viruströpfchen nehmen in trockener Luft nämlich weniger Wasser auf und bleiben dadurch leichter. So können sie sich weiter durch den Raum bewegen und leichter eingeatmet werden. Geringe Luftfeuchte macht zudem auch unseren Nasenschleimhäuten zu schaffen: Trocknen sie aus, sind sie durchlässiger für Viren. Ist höhere Feuchtigkeit die Lösung? Viren überleben bei sehr hoher Feuchtigkeit länger. Daher empfiehlt die Studie eine Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent. In unseren Breiten bedeutet das, in der Heizsaison richtig zu lüften und die Luftfeuchte im Blick zu behalten. In heißen Klimazonen sollte darauf geachtet werden, Luft durch Klimaanlagen nicht zu sehr abzukühlen, da sie dabei sehr trocken wird. Zudem begünstigen Temperaturen unter 20 Grad das Überleben des Virus und Gebläse können die Aerosole weiter im Raum verteilen.

Viele dieser Punkte sind besonders für gemeinsam genutzte Räume wichtig – aber weil uns Frischluft und eine optimale Luftfeuchte auch sonst guttun, schadet es nicht, daheim damit anzufangen.

Gesund durch den Winter

  • Für frische Raumluft sorgen: Stoßlüften oder Lüftungsanlage nutzen
  • Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent halten
    • Zimmerpflanzen, frisch gewaschene Wäsche und Direktverdunster helfen beim Befeuchten – es ist noch nicht klar, ob Vernebler und Verdampfer, die sichtbaren Wassernebel erzeugen, im Bezug auf COVID-19 problematisch sind
    • Durch richtiges Lüften oder Entfeuchtungsapparate mit Partikelfiltern überschüssige Feuchtigkeit ausleiten
  • Luft nicht lediglich innerhalb des Raums umwälzen
  • In Büro und Schule: Gibt es ein Lüftungs- und Hygienekonzept? Dieses kennen und anwenden

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