Alt aussehen?
Alterseinkommen und Pensionssplitting im Kurzcheck
Werde ich noch eine Pension bekommen?
Durch den demografischen Wandel werden die Ausgaben für das Pensionssystem bis 2035 weiter steigen – derzeit stehen wir bei 14,8 Prozent des BIP, das Maximum wird 15,4 Prozent ausmachen. Dass das das Ende der staatlichen Pension ist, ist unwahrscheinlich. Andere Länder mit ähnlichen demografischen Entwicklungen reagieren mit Reformen: mit Koppelung des Pensionsalters an die steigende Lebenserwartung sowie mit Maßnahmen, mehr Menschen ins Erwerbsleben einzubinden und diese länger darin zu halten. Später und weniger ist daher wahrscheinlicher – und dass die Kaufkraft der Pension nicht ausreicht, um den eigenen Lebensstil zu halten. Besonders gefährdet sind Menschen, die viele Jahre nichts oder wenig verdienen oder lange in Teilzeit arbeiten.
Das eigene Pensionskonto kann man jederzeit einsehen. Der Pensionskontorechner ermöglicht Prognosen, wie hoch die eigene Pension sein könnte.
In Österreich sind die Pensionen von Männern um 35 % höher als jene von Frauen.1
Frauen arbeiten im Schnitt täglich 7 h 38 min., davon 43 Prozent bezahlt – Männer 7 h 25 min., davon 67 Prozent bezahlt.2
Quellen: 1 OECD 2025. Pensions at a Glance: OECD and G20 Indicators. DOI: 10.1787/e40274c1-en. 2 Weichselbaumer, Heine 2026. Wirtschaftspolitik und Gender. DOI: 10.1007/978-3-658-51676-5_7
Was ist Pensionssplitting?
Es ist eine Möglichkeit für Eltern, ihre Pensionsansprüche fairer zu verteilen: Übernimmt ein Elternteil die Kindererziehung und ist dadurch weniger oder nicht erwerbstätig, befüllt es sein Pensionskonto in dieser Zeit weniger oder gar nicht. Das stärker erwerbstätige Elternteil kann in dieser Zeit bis zu 50 Prozent der jährlichen Pensionsgutschrift an den Partner oder die Partnerin übertragen. Innerhalb der Familie ist das ein Nullsummenspiel, da er oder sie entsprechend weniger auf das eigene Pensionskonto einzahlt, aber es sichert die Person, die unbezahlte Arbeit übernimmt, besser ab. Und das ist nur fair: Nur durch die unbezahlte Arbeit ist die bezahlte Arbeit in ihrem Ausmaß möglich. Würde man den Wert unbezahlter Kinder- und Pflegearbeit beziffern, würde sie in Österreich 24 Prozent des BIP ausmachen. Eine ganze Menge also.
In der Schweiz, Deutschland und in Schweden ist Pensionssplitting gesetzlich verankert und passiert automatisch. In Österreich muss es hingegen individuell beantragt werden – dies ist auch im Nachhinein, bis zum 10. Geburtstag des Kindes, möglich. Pro Kind kann man maximal sieben Jahre splitten.
Für die Pflege naher Angehöriger (wie auch Kindern mit Behinderung) ist ein anderes Modell wichtig: Überwiegend Pflegende können sich unter bestimmten Voraussetzungen in der Pensionsversicherung kostenlos selbstversichern. In diesem Fall trägt der Staat die Pensionsbeiträge.
Michaela Reisinger, Christian Brandstätter