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Zuckerbomben Kindergetränke

Kindergetränke im Handel eigenen sich nicht als Durst­löscher. Der Großteil enthält zu viel Zucker oder unnötige Zusätze, zeigt ein Check der Arbeiterkammer OÖ. Bio-Kindergetränke schneiden besser ab.

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Foto: Pixabay_commons Pixabay

In den Supermarktregalen findet sich ein breites Angebot an speziellen Kindergetränken, die durch Verpackung und Werbung auf die besonders junge Zielgruppe abzielen, oder das Wort "Kinder" ausdrücklich vermerkt haben. Der Konsumentenschutz der AK OÖ hat dreizehn solcher Getränke (elf konventionelle und zwei biologische) ausgewählt und anhand der deklarierten Inhaltsstoffe sowie Nährwertangaben bewertet.

Je weniger Zusätze in der Zutatenliste, umso empfehlenswerter das Getränk!

Das ideale Getränk ist reines Wasser. Aber auch ungesüßte Früchte- oder Kräutertees können zum Durstlöschen getrunken werden. Ebenso akzeptabel ist stark verdünnter Fruchtsaft (ein Teil Saft, drei Teile Wasser). Von den Kindergetränken im Test, die zwischen 0,09 und 0,39 Euro je 100 ml kosten, sind nur wenige empfehlenswert. Viele der Getränke enthalten viel Zucker und/oder diverse andere unnötige Zusätze.

Zu hoher Zuckergehalt:

Die Aufnahme von freiem Zucker soll laut WHO-Empfehlung insgesamt nicht mehr als 10 Energieprozent der Gesamtenergiezufuhr ausmachen. Für Kinder von 4 bis 6 Jahren entspricht dies in etwa 35 g freiem Zucker und für 7- bis 10-Jährige in etwa 42 g Zucker. Die getesteten Kindergetränke enthalten pro 100 ml zwischen 3,3 und elf Gramm Zucker. Die Gebindegrößen der Produkte schwanken zwischen 200 und 500 Milliliter. Geht man davon aus, dass ein Kind die ganze 500 ml Flasche der „wake up“ Brombeer-Himbeer Limonade, welche den höchsten Zuckergehalt im Test aufweist, an einem Tag austrinken kann, nimmt es dabei 55 g Zucker auf. Dies entspricht bereits 131 Prozent der empfohlenen täglichen Gesamtzuckeraufnahme eines Volkschulkindes bzw. 157 Prozent eines Kindergartenkindes.

Süßstoffe sind keine Zuckeralternative

Süßstoffhaltige Getränke sind zwar kalorienarm, aber oft übermäßig süß und fördern möglicherweise die Präferenz für Süßes. Sie stellen daher keine Alternative dar. Außerdem sollte bei künstlich gesüßten Erfrischungsgetränken bei gegebenenfalls größeren Verzehrmengen besonderer Bedacht an den Tag gelegt werden. Aufgrund des geringen Körpergewichts bei Kindern könnten die akzeptierten täglichen Aufnahmemengen überschritten werden. Süßstoffhaltige Produkte wie Solevita und Keli, sollten für Kinder und Jugendliche daher die Ausnahme in der Ernährung bilden.

Unnötige Vitamine

Vitaminzusätze sollen einen gesundheitlichen Mehrwert der zuckerhaltigen Getränke suggerieren. Mit einer ausgewogenen Mischkost werden Kinder ausreichend mit Vitaminen versorgt. Künstlich zugesetzte Vitamine entfalten nicht die gleiche Wirkung wie das natürliche Pendant.

Fruchtsäurezusatz erhöht das Risiko für Zahnschäden

Der Zusatz von natürlichen Fruchtsäuren wie Zitronen- aber auch Ascorbinsäure bei acht der zuckerhaltigen Getränke im Test kann bei häufigem Verzehr zur Herauslösung von Mineralstoffen aus dem Zahnschmelz führen.

Fragwürdiger Farbstoffzusatz

Ammoniumsulfit-Zuckerkulör wurde von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) aufgrund seines bei der Herstellung entstehenden Nebenproduktes 4-MEI als potenziell krebserregend für den Menschen eingestuft. Das europäische Lebensmittelsicherheitssystem (BfR und EFSA) geht allerdings unter Beachtung der Höchstmengen von einer gesundheitlichen Unbedenklichkeit aus. Ein Verzicht dieses Farbstoffes in speziell für Kinder konzipierten Getränken wäre dennoch wünschenswert.

Übersicht aller Getränke im Test

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