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Wiener Tafel zieht positive Bilanz

Erfreulich ist die Bilanz der Wiener Tafel: Sie konnte 2016 508 Tonnen Lebensmittel vor der Ver­nich­tung bewahren und an bedürftige Menschen weiter geben. Das sind um 8 Prozent mehr als im Jahr davor.

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Foto: Wiener Tafel Foto: Wiener Tafel

Österreichs älteste Tafel beliefert 117 Partnerorganisationen und versorgt rund 19.000  Armutsbetroffene mit geretteten Lebensmitteln und Hygieneprodukten. 508.242 Kilogramm Lebensmittel wurden im jahr 2016 über Obdachlosen- und Mutter-Kind-Wohnheime, Frauenhäuser, Asylwerber-Herbergen und Beratungsinstitutionen an bedürftige Menschen weitergegeben. 2015 waren es noch 472.500 Kilogramm.

„Das Wiener Tafel-Konzept ist wichtiger denn je: Der vergangene Woche veröffentlichte Sozialbericht bestätigt die Notwendigkeit nachhaltiger Armutsbekämpfung," sagt Mag.a Heidelinde Haas, Obfrau der Wiener Tafel. 13,9 % der Bevölkerung in Österreich sind laut Sozialbericht von Jänner 2017, armuts- oder ausgrenzungsgefährdet, 3,6% gelten als erheblich materiell depriviert (Quelle: Statistik Austria, EU-SILC 2015). Wien weist mit 22,7 % den größten Anteil an armutsgefährdeten Personen auf. In der Bundeshauptstadt leben 124.000 Kinder und Jugendliche in manifester Armut.

Bewährte Projekte und „Grätzl-Touren“ als wichtige Ergänzung

Basis der Wiener Tafel-Arbeit ist der Einsatz ihrer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen: 377 Freiwilligtätige waren 2016 in allen unterschiedlichen Bereichen für die Wiener Tafel aktiv. Im Rahmen der neuen „Grätzl-Touren“ übernehmen Wiener Tafel-Freiwilligen-Teams die Betreuung von Warenspendern und Sozialeinrichtungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft.

Projekte wie das „Geruchs- und Geschmackslabor“ für Kinder und Jugendliche,  die TafelBox zur Rettung von Cateringabfällen bei Buffets und in Restaurants und die Verarbeitung von aussortiertem Obst zu „Marmelade mit Sinn“ als Integrationsprojekt für AsylwerberInnen konnten erfolgreich weiter ausgebaut werden.

Ebenfalls weiterentwickelt wurden die „WienerTafelFreuden-Kochworkshops“ als Programm zur Wissensvermittlung und Inklusion sozial benachteiligter Personen in Obdachloseneinrichtungen. Möglich werden diese Aktivitäten durch Förderungen, Sponsoren sowie zahlreiche Pro-bono Partner, die der Wiener Tafel den knappen, aber sehr fokussierten Mitteleinsatz für die Versorgung der über 117 Sozialeinrichtungen und 19.000 Armutsbetroffenen ermöglichen.

Ambitionierte Ziele - neue Wege

In der Lebensmittelsortierhalle, den Lagerräumen und dem Kühlhaus direkt am Großmarkt Wien können die  Lebensmittel in Zukunft zwischengelagert und für die einzelnen Sozialeinrichtungen konfektioniert werden. "Wir planen die Verdoppelung der geretteten Lebensmittel innerhalb von drei Jahren, " sagt Dr.in Alexandra Gruber, Geschäftsführerin der Wiener Tafel. "Unser Aufruf gilt allen potenziellen Warenspendern aus Handel, Industrie und Landwirtschaft: überlassen Sie der Wiener Tafel ihre überlagerten Lebensmittel.“ Besonders gefragt sind Obst, Gemüse, Milchprodukte, Getränke sowie haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. "Als non profit-Organisation mit sehr schlank aufgesetzter Verwaltung müssen wir auf das Engagement von Zivilbevölkerung und Wirtschaft - Handel, Industrie und Landwirtschaft - zählen“, betont Gruber.

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