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Wie viel Müll produzieren Sie?

Kommentar von Christian Brandstätter

christianbrandstaetterklein5
Herfert

Mitte Juli poppte eine Pressemeldung auf meinen PC auf. „Umweltschutz ist den meisten Menschen ein Anliegen. Dennoch ist es wohl den Wenigsten bewusst, wieviel Müll sie jeden Tag produzieren“, heißt es da moralisierend. Beschrieben wird das Projekt „7 Days of Garbage“ des kalifornischen Fotografen Gregg Segal. Er hat Menschen fotografiert, die in einem Berg von Plastikflachen, Blechdosen und anderem Verpackungsmaterial liegen. Jenem Müll, den sie in einer Woche „produzieren“ und von dem der Großteil noch dazu unnötig sei. Oder anders gesagt: WIR sind alle zu dumm, um die Umwelt sauber zu halten.

ICH „produziere“ diesen Müll nicht. SIE auch nicht. Was wir täglich tun ist, dass wir den Müll kaufen (müssen), den andere produzieren, weil sich damit vieles bequem verkaufen lässt. Denken Sie nur an die Getränkeabteilungen der Supermärkte. Ein Berg von Einweg-Plastikflaschen, die dann auch noch zu handlichen 6er-Paketen mit Plastik zusammengezurrt sind. Sie können gerade noch auf einige wenige Alternativen umsteigen, wenn es überhaupt welche gibt. Als meine Sinne ausschließlich aus der Plastikflasche belebt werden sollten, war es an der Zeit, auf eine Wasserquelle mit Glas-Pfandflasche umzusteigen.

Gleich neben Plastikflaschen und Saftkartons stapeln sich die Bierdosen. Ein halber Liter des Gerstensaftes in der Dose kostet um einiges weniger, als ein halber Liter der gleichen Marke in der Pfandflasche daneben. Als umweltbewusster Konsument werde ich auch noch extra zur Kasse gebeten und als unverbesserlicher Dummkopf schleppe ich die Kisten nach Hause und wieder zurück.

Diskonter verzichten gleich ganz auf ein Rücknahmesystem. Das spart jede Menge Manipulationskosten. Für den Mist sind die Kunden selbst verantwortlich, die ihn „produzieren.“ Für sie hat man ja auch ein Sammelsystem mit bunten Tonnen erdacht - das Plastik in die Tonne mit dem gelben Deckel, das Metall in die blaue. Schülergruppen durchstreifen jedes Jahr die Landschaft und sammeln all den Müll auf, den die ganz speziellen Zeitgenossen unter uns trotzdem dort entsorgt haben. Den Dreck der anderen wegzuräumen läuft dann unter „Umweltunterricht“.

Was nicht weggeräumt wird, landet in den Flüssen und den Mägen der Tiere, die darin leben. Und im Meer. Dort soll bereits ein Plastikteppich in der Größe eines ganzen Kontinents schwimmen – und das alles haben WIR „produziert“!

Wenn Ihre LEBENSART dieses Mal in Folie gehüllt ist – und das ist dann der Fall, wenn Sie gleichzeitig auch unser Wirtschaftsmagazin BUSINESSART erhalten - „produzieren“ Sie keinen Müll. Auch wir tun das nicht. Gemeinsam mit unseren Partnern Naturabiomat aus Tirol und dem NÖ Pressehaus haben wir daran gearbeitet, eine für diesen Zweck funktionsfähige Bio-Folie zu verwenden, die ohne Rückstände verrottet. Sie ist aus Pflanzenöl, aus der Letztpressung von Raps und Sonnenblumen, die nicht mehr für den Verzehr geeignet ist. Die Pflanzen stammen aus Italien, sie sind gentechnikfrei und ohne Pestizide und Herbizide aufgewachsen. Und die Bio-Folie ist - wie so viele umweltverträgliche Produkte – doppelt so teuer wie die Folie aus Kunststoff. Dafür wird sie keinem Fisch den Magen verstopfen.

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