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Vom Brotregal in den Müllcontainer

70.000 Tonnen Brot landen jährlich im Müll. Das sind 20 Prozent der gesamten Produktion. Die Brotsituation ist symptomatisch für den gesamten Lebensmittelbereich: Es wird wesentlich mehr produziert als benötigt wird.

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Dem Konsumenten ist nicht bewusst, dass die Brot-Überproduktion und dessen Entsorgung einen Teil des Brotpreises ausmacht - was vor dem Hintergrund der steigenden Lebensmittelpreise aktueller denn je ist Pixabay

Als Grund für die Mehrproduktion wird von den Handelsketten der Wunsch des Konsumenten vorgeschoben: "Vor Kassaschluss muss das Regal noch voll sein. "Wer hat das je überprüft, welche Konsumentenvertretung hat das je gefordert? Uns sind derartige Untersuchungen nicht bekannt!"

Damit diese Lebensmittelvernichtung funktioniert, haben die Handelsketten mit den Bäckern Kommissionsvereinbarungen - alles, was nicht verkauft wird, muss zurückgenommen werden. Die diversen Sozialmärkte (Vinzi, Soma u.a. soziale Einrichtungen) können nur einen Bruchteil dieser Mengen an bedürftige Personen kostenlos weitergeben. Daher muss die Überproduktion zum größten Teil in Biogasanlagen entsorgt werden, was Kosten von etwa 7 Millionen Euro jährlich verursacht.

Eine Veränderung der Situation erfordert das Zusammenwirken aller Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette - Landwirtschaft - Bäckereigewerbe - Handelsketten sowie Konsumenten und deren Vertretungen.

Peter LECHNER & Felicitas SCHNEIDER, Institut für Abfallwirtschaft der BOKU Wien, Tel. 01/318 99 00, peter.lechner@boku.ac.at, felicitas.schneider@boku.ac.at

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