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Vom Biozeichen zum Biogütesiegel

Die Agarmarkt Austria (AMA) hat die Kriterien für das österreichische Biosiegel erweitert und verschärft. Warum? das erzählt Mag. Barbara Köcher-Schulz, Bio-Koordinatorin der Agrarmarkt Austria (AMA), im Interview.

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Mag. Barbara Köcher-Schulz, Bio-Koordinatorin der AMA AMA Marketing

Warum wurde das Biosiegel weiterentwickelt?
Es gibt eine Vielzahl an Bio-Zeichen: ein staatliches EU-Biologo, die Eigenmarken des Handels, Zeichen der Kontrollstellen und jene der Verbände. All diese Zeichen sagen aus, dass das Lebensmittel biologisch produziert wurde. Die AMA hat den gesetzlichen Auftrag, die Qualität der Lebensmittel zu sichern und zu erhöhen. Daher soll das neue Siegel auch die Produktqualität widerspiegeln. Die Weiterentwicklung ist auch im Namen sichtbar: Aus dem AMA-Biozeichen wird ein AMA-Biogütesiegel.

Wurde die Produktqualität bisher nicht gesichert?
Selbstverständlich gab es auch bisher Qualitätssicherungsmaßnahmen. Mit der neuen AMA-Biosiegel-Richtlinie wurden zusätzliche strenge Anforderungen an hochwertige Bio-Lebensmittel ergänzt, vor allem hinsichtlich einer besonders hohen Produktqualität. Zusätzlich müssen nun 100 % der landwirtschaftlichen Rohstoffe aus biologischer Produktion stammen.

Was bringt das neue Biogütesiegel den KonsumentInnen?
‚Das Beste ist Bio‘ – Das erwarten sich KonsumentInnen zu Recht, wobei sie nicht genau reflektieren, was Qualität bedeutet. Durch das neue Siegel wird Qualität unter dem Motto ‚reduced to the max‘ genauer definiert: Biolebensmittel sollen möglichst naturbelassen bleiben und z.B. mit einem Mindestmaß an Zusatzstoffen auskommen. Das bedeutet zum Beispiel, dass weitere 10 Zusatzstoffe, deren Verwendung nach der EU-VO erlaubt sind, in der neuen AMA-Biosiegel-Richtlinie nicht mehr zugelassen werden. Viele verpflichtende Produktanalysen, Labortests wie z.B. eine Höchstgrenze der Gesamtkeimzahl bei Wurst oder ein erweitertes Rückstandsmonitoring bei Obst werden nun verpflichtend. Weitere Kriterien sind natürlich Geschmack, Geruch, Konsistenz, Aussehen, Hygiene, aber auch die Verpackung, die möglichst umweltschonend sein soll. Wie bisher ist am Siegel auch die Herkunft erkennbar. Rot bedeutet 100% gesicherte österreichische Herkunft, schwarz bedeutet, dass ausländische Produkte die Kriterien des Siegels erfüllen.

Werden sich die Preise für Bioprodukte dadurch erhöhen?
Je nach Betrieb kann sich die Dauer der Kontrolle erhöhen. Wir verrechnen derzeit keine Gebühren für die Siegelnutzung, denn uns liegt eine möglichst breite Umsetzung der Richtlinie für eine Steigerung der Produktqualität am Herzen. Die Preisgestaltung obliegt aber letztendlich den einzelnen Betrieben.

Was sagen die verarbeitenden Betriebe und der Handel zum neuen Siegel?
Viele Betriebe erachten es als sehr positiv, dass mit der Implementierung der neuen Richtlinie ein qualitativer Mehrwert für den Konsumenten geschaffen wird. Die Reduktion der Zusatzstoffe ist für die Branche vermutlich am schwierigsten umzusetzen. Gleichzeitig ist diese Weiterentwicklung aber auch ein wichtiger Impuls für Innovationen und stärkt das Qualitätsimage von Biolebensmitteln, nicht nur in Österreich. Das werden wir auch mit entsprechenden Kommunikationsmaßnahmen unterstützen.

www.ama-marketing.at

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