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Volksbanken Krems-Zwettl, Niederösterreich Süd und Graz-Bruck

Mag. Mirjam Ernst, Projektleiterin WERTsparbuch, Nachhaltigkeitsbeauftragte ÖVAG
Mag. Martin Heilinger, Vorstandsdirektor, Volksbank Nö Süd
Rainer Pötsch, Vorstandsdirektor, Volksbank Krems-Zwettl
Dr. Gerhard Reiner, Vorstandsdirektor, Volksbank Graz-Bruck

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Wesentliche Schritte 2012/2013: Die drei Volksbanken haben ein nachhaltiges Sparbuch aufgelegt. Die Einlagen fließen zur Gänze in Finanzierungsfelder mit ethischem Mehrwert, z.B. nachhaltige Gebäude, soziales Wohnen, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Umweltschutzmaßnahmen.

Warum ist es so schwierig, ein nachhaltiges Sparbuch zu entwickeln?
Mag. Mirjam Ernst, Projektleiterin WERTsparbuch, Nachhaltigkeitsbeauftragte ÖVAG: „Neue Produkte sind grundsätzlich eine Herausforderung: Es war nicht klar, ob die Nachfrage groß genug sein wird. Daher haben wir eine Marktrecherche durchgeführt und unser Vorhaben mit Zahlen und Daten untermauert. Zweitens mussten alle technischen Erfordernisse für einen eigenständigen Rechnungskreis abgeklärt und die Voraussetzungen dafür geschaffen werden.“

Wie haben Sie diese Herausforderungen bewältigt?
Mag. Mirjam Ernst, Projektleiterin WERTsparbuch, Nachhaltigkeitsbeauftragte ÖVAG: „Der Schlüssel zum Erfolg war das erstklassige Projektteam. Es war wichtig, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen. Das heißt, wir haben mit Kundenberatern, CR-Beauftragten sowie Marketing- und Vertriebsverantwortlichen aus den beteiligten Volksbanken, Experten aus der Österreichischen Volksbanken-AG und externen Nachhaltigkeitsexperten das WERTsparbuch entwickelt, durchleuchtet und auf Umsetzbarkeit geprüft.“

Wie stellen Sie sicher, dass die Einlagen in die Finanzierungsfelder mit ethischem Mehrwert fließen?
Mag. Martin Heilinger, Vorstandsdirektor VB NÖ Süd: „Der Vertrieb, die Hinterlegung mit WERTkrediten, das Controlling und Asset-Liability-Management erfolgen weitgehend dezentral. Die Prüfung eines möglichen WERTkredites auf Ausschlussgründe erfolgt durch den Berater, und zwar im Vorfeld der Kreditvergabe. Ist sich der Berater über einen eventuellen Ausschluss im Unklaren, ist der bankinterne Beirat mit der Entscheidung zu befassen. Positiv eingeschätzte Kreditanfragen sind in einem zweiten Schritt dahingehend zu prüfen, welchem der Finanzierungsthemen aus den neun Finanzierungsfeldern diese zugeordnet werden können. Die Kundenberater der genannten Volksbanken sind entsprechend geschult und es stehen ihnen entsprechende Werkzeuge zur Vorgehensweise zur Verfügung.

Ausschlussgründe: Entweder ist der potenzielle Kreditnehmer bzw. Mittelempfänger oder der Finanzierungszweck in den Geschäftsfeldern Rüstung, Nuklearenergie, Glücksspiel, Prostitution oder fossile Energie angesiedelt. Oder der potentielle Kreditnehmer bzw. Mittelempfänger ist in ethisch bzw. rechtlich kontroverse Praktiken involviert.“


Welche Faktoren sehen Sie darüber hinaus als ausschlaggebend für den Erfolg des Projektes an?
Rainer Pötsch, Vorstandsdirektor VB Krems-Zwettl: „Das WERTsparbuch wird in jenen regionalen Volksbanken vertrieben, die ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsprojekt in ihrer Bank etabliert haben. Wichtig ist insbesondere, dass Mitarbeiter und Vorstände der beteiligten Volksbanken eine Affinität zum Thema Nachhaltigkeit haben und von den Produkten überzeugt sind. Bewusstseinsbildung und Weiterbildung sind daher zentrale Aufgaben des Nachhaltigkeitsmanagements.“

Wie kann ich das als Kunde nachvollziehen?
Rainer Pötsch, Vorstandsdirektor VB Krems-Zwettl: „WERTsparbuch-Inhaber erhalten, im Sinne der zugesagten Transparenz, einmal pro Jahr einen Transparenzbericht (Rechenschaftsbericht), der ausführlich über die Einlagen im WERTsparbuch sowie über die WERTkredite nach Finanzierungsfeldern informiert.“


Wie wird das Sparbuch von den Kunden angenommen?
Dr. Gerhard Reiner, Vorstandsdirektor VB Graz-Bruck: „Nachhaltige ethische Investitionen waren bisher die Domäne von Aktien, Anleihefonds oder Direktbeteiligungen. Viele Menschen wollen aber ihr Geld lieber auf einem Sparbuch sehen. Für sie ist das WERTsparbuch das richtige Angebot. Mit dem WERTsparbuch haben wir ein erstes wirkliches nachhaltiges Basisfinanzprodukt auf den Markt gebracht und der Erfolg gibt uns recht. Es ist eindeutig erkennbar, dass die Faktoren der Transparenz und Ethik, nachhaltiges Sparen trotz der gegenwärtigen Zinslage attraktiv machen. Und das schätzen unsere Kunden.“

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