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Umweltfreundlich schifahren?

Mehrere Faktoren entscheiden, ob das Schivergnügen auch umweltfreundlich ist.

Ein Schifahrer bei der Abfahrt
Oliver Weber - Fotolia

Öffentliche Anreise und Schiverleih

Ein/e Schifahrer*in braucht laut Seilbahnwirtschaft  pro Tag in einem durchschnittlichen Skigebiet 4,2 kWh. Mit einem normalen PKW fahrt man damit nur 6 km weit. Daher ist die Anreise das erste Kriterium das zu beachten ist. Wenn Sie öffentlich anreisen ist schon viel gewonnen. "Hilfreich ist dabei, die Ausrüstung vor Ort auszuleihen oder die Möglichkeit, sie dort verstauen zu können (Ski in – Ski out) - das erleichtert den Umstieg auf das öffentliche Verkehrsnetz und fördert die regionale Wirtschaft", sagt Josef Pichler, Naturschutzexperte vom Österr. Alpenverein. Mit der Bahn in den Winterurlaub.

Baumaßnahmen, Schneemanagement und Outdoor-Betrieb des Schigebietes

  • Der Flächenverbrauch: Wie viel Naturfläche wird "verbraucht"? Wurden die Pistenanlagen am vorhandenen Urgelände angepasst oder mussten massive Geländebewegungen durchgeführt werden?
  • Naturschnee oder Kunstschnee? Woher kommt das Wasser für den Kunstschnee? Gibt es eine Wasserkanppheit im Gebiet? Wo liegen die Wasserspeicher? Wie viel Energie brauchen die Schneekanonen?
  • Wird die benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugt?
  • Werden die Pistenanlagen im Sommer im Einklang mit Naturschutzaspekten gepflegt?
  • Wird auf emissionsintensive Veranstaltungen (zB Feuerwerkshows …) verzichtet?

Eine Studie des Landschaftsökologen Alfred Ringer aus dem Jahr 2016 zeigt ab Seite 143 wie umweltfreundlich die österreichischen Schigebiete sind (Je niedriger die Punkte in den einzelnen Spalten, desto umweltschonender).

Positiv zu erwähnen sind u.a.: Kötschach/Kärnten, Puchberg/NÖ, Andelsbuch/Oberbezau/Vorarlberg, Breitenwang-Reutte/Tirol, Ramsau/Dachstein/Steiermark, Buchberg/OÖ, Saalfelden-West und Madreit-Leogang/Salzburg. Grundsätzlich gilt meist, je kleiner das Schigebiet ist, je näher es bei den Besuchern liegt, je mehr Naturschnee es verwendet, desto umweltfreundlicher ist es.

Zwei Gebiete, die auf der Negativliste sehr weit vorne liegen haben mittlerweile reagiert und setzen erste Maßnahmen:

  • Ischgl, Nummer 3 auf der eruropaweiten Negativliste, kompensiert seinen CO2-Verbrauch durch Klimaschutzprojekte (u.a. durch Aufforstungen in Peru). 
  • Das Schigebiet Schmittenhöhe, Zell am See/Kaprun (Platz 44) ist nach den EMAS-Richtlinien der EU zertifiziert und bemüht sich aktiv um erneuerbare Energie und Biodiversität.

Immer mehr Schigebiete rüsten aber auch für den sanften Wintertourismus auf: Schneeschuhwandern, langlaufen, Bergtourengeher finden immer häufiger ein gutes Angebot. Offensiv angeboten wird es z.B. von der Planner Alm (Steiermark) oder der Gemeindealpe (NÖ).

Umweltschutz macht Sinn.

Immer mehr Einwohner*innen wenden sich gegen die Zerstörung der Landschaft durch einen weiteren Ausbau der Schigebiete. In einer aktuellen Umfrage der Tiroler Tageszeitung lehnen 70 Prozent der Befragten eine Verbindung der beiden Skigebiete am Pitztaler und Ötztaler Gletscher ab.

Auch im Regierungsprogramm 2020 bis 2024 finden sich Vorhaben für eine Ökologisierung des Wintertourismus:

Die Trinkwasserversorgung erhält eine gesetzliche Vorrangstellung bei Nutzungskonflikten. Auf europäischer Ebene sollen Energieeffizienz-Klassen für Schneeerzeugungsanlagen eingeführt werden. Schnee soll im weiteren Ausbau mit erneuerbare Energie produziert werden. Darüber hinaus soll ein Raumentwicklungskonzept erarbeitet und der öffentliche Verkehr ausgebaut werden.

Fazit: Es bleibt viel zu tun damit das Schivergnügen auch ein Vergnügen für die Umwelt bleibt - und damit letztlich auch für uns.

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