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Superfoods - Einfach und regional

Obst, Gemüse, Samen und Wildkräuter sind so reich an Vitaminen und Mineralien – da braucht es kein weitgereistes Superfood. Diese Zutaten sind überall erhältlich.

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Knusperdessert. Sonja Priller

Knusperdessert mit Trockenobst und Kürbiskern-Krokant
 

  • Je 100 g getrocknete Marillen und Zwetschken
  • Saft von 1 Limette
  • 160 g Vollkornkekse
  • 80 g Kürbiskerne
  • 5 EL Honig
  1. Trockenfrüchte grob schneiden und mit wenig lauwarmem Wasser und Limettensaft in einem Topf 5 Minuten erwärmen, anschließend mit dem Pürierstab mixen.
  2. Vollkornkekse in vier passende Gläser zerbröseln und etwas flachdrücken, Trockenfrüchte-Creme daraufsetzen.
  3. Kürbiskerne grob hacken, Honig in einer Pfanne bei mittlerer Hitze karamellisieren, vom Herd nehmen und Kürbiskerne darin schwenken, abkühlen lassen, in Stücke brechen und auf die Creme setzen.

+ Trockenfrüchte sind reich an Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen. Beim Naschen von Trockenfrüchten ausreichend trinken, da sie Wasser im Darm binden und stopfend wirken.

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Minifrittata. Foto: Sonja Priller Minifrittata

Mini-Frittata mit jungen Brennnesselspitzen

  • 100 g junge Brennnesselspitzen
  • 12 getrocknete Paradeiserfilets
  • 6 Eier
  • 100 g Schafkäse
  • 10 ml Vollmilch oder Schlagobers
  • Salz, Pfeffer, Pflanzenöl zum Einfetten
  1. Backrohr auf 150°C Ober-/Unterhitze vorheizen, vier Tassen mit Öl einfetten.
  2. Brennnesselspitzen und getrocknete Paradeiser in Streifen schneiden, Eier in eine große Schüssel schlagen und verquirlen, Schafkäse grob hineinbröseln, einen Schuss Milch zugeben und mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. In die Tassen füllen und gleich ins Backrohr stellen, nach etwa 8 Minuten sind sie fertig. Das Ei soll zwar stocken aber noch cremig weich bleiben.

+ Brennnesseln sind wahre Vitaminbomben und besonders reich an entzündungshemmenden und antioxidativen Inhaltsstoffen wie Bitterstoffen, Phytosterinen oder Flavonoiden.


Cremiges Einkorn-Risotto mit Pilzen und Rucolaschaum
 

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Einkorn-Risotto. Foto: Sonja Priller Einkorn-Risotto
  • 150 g Kräuterseitlinge
  • 1 kleiner Bund Petersilie
  • 1 Bund Suppengemüse mit Porree
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Öl
  • 250 g Einkornreis
  • 250 ml Weißwein
  • ½ Liter heißes Wasser oder Gemüsebrühe
  • Saft von 1 Zitrone
  • 150 g würziger Hartkäse
  • 1 Handvoll Petersilienblätter
  • 1 Handvoll Rucola
  • 150 ml Schlagobers
  • Salz, Pfeffer
  1. Pilze grob schneiden, Petersilie hacken, Porree und Wurzelgemüse fein schneiden, gemeinsam mit dem gepressten Knoblauch in Öl anrösten, Einkornreis kurz mitrösten, mit Weißwein ablöschen, gut umrühren und auf kleiner Hitze köcheln, mit Salz und Pfeffer würzen.
  2. Nach und nach heiße Gemüsebrühe nachgießen und ständig weiterrühren. Nach etwa 15 bis 20 Minuten ist der Reis angenehm bissfest.
  3. Pilze zugeben und ein paar Minuten mitgaren, gehackte Petersilie, Zitronensaft und geriebenen Käse zugeben, Abschmecken.
  4. Für den Schaum Rucola grob schneiden und mit Obers aufmixen, gemeinsam mit dem Risotto anrichten.

+ Einkorngetreide enthält deutlich mehr Aminosäuren, Mineralstoffe und Vitamine als beispielsweise Weizen. Die Senföle im Rucola unterstützen ein aktives Immunsystem.

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Andrea Ficala stellt in ihrem Kochbuch regionale Superfoods ins Rampenlicht. Foto: Sonja Priller

Drei Fragen an Andrea Fičala:

Bei Superfood denkt man an exotische Besonderheiten aus fernen Ländern. Gibt es auch regionale Kraftpakete?
Dank guter Werbung verknüpfen wir mit dem Begriff „Superfoods“ tatsächlich vor allem Früchte, die nicht bei uns wachsen. Eine gesetzliche Definition gibt es hier noch nicht. Je außergewöhnlicher und neuer eine Frucht, umso eher trauen wir ihr scheinbar eine besondere Wirkung zu. Dabei wachsen vor unserer Haustüre Früchte, die ganz ähnliche Inhaltsstoffe liefern. Sie haben den Vorteil kurzer Transportwege und sie sind weniger rückstandsbelastet. Durch unsere große Nachfrage nach exotischem Superfood muss die Produktion rasch wachsen, was oft dramatische Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen in den Herkunftsländern hat.

Werde ich gesünder, wenn ich hin und wieder mal Superfood esse?
Superfoods werden uns – so wie Brainfood – nicht schöner oder schlauer machen, und leider auch nicht gesünder, wenn wir sie nur selten essen und unsere restliche Ernährung ungünstig ist. Wenn wir sie aber in unsere täglichen Speisen einbauen, können sie uns viel Gutes tun und unsere Gesundheit fördern.

Kann ich meinen Vitaminbedarf mit Nahrungsergänzungsmittel und Superfood in Pulverform decken?
Es ist immer gesünder, billiger und sicherer, frische Produkte statt Pulver oder Tabletten zu verwenden. Als Beispiel: Bei pulverisiertem Grünkohl kann die Menge an Senfölen so konzentriert aufgenommen werden, dass sie die Schleimhaut von Magen und Darm stark reizen und zu Problemen führen. Bei einem natürlich gewachsenen Produkt kann das nicht passieren, weil kleinere Mengen enthalten sind.

Rezepte aus:
Superfoods einfach & Regional, Andrea Fičala, Löwenzahn Verlag. Ein wunderschönes Buch, das Freude macht. www.ess-werk.at

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