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Schaden Smartphones und Laptops Kinderaugen?

Mobile Medien wie Smartphones und Laptops gehören für viele Kinder zum Alltag. Das kann die Augen und die Sehkraftentwicklung massiv beeinträchtigen.

Kind schaut auf Tablet.
Nadine Doerlé auf Pixabay

Beinahe alle Kinder zwischen drei bis acht Jahren nutzen täglich den Fernseher. Computer, Laptops oder Tablets werden ab sechs Jahren verstärkt konsumiert und die Smartphonenutzung steigt steil im Alter von vier bis sechs Jahren. Zur raschen Beruhigung im Supermarkt, als Ablenkung bei längeren Autofahrten oder anstatt des Vorlesens vor dem Schlafen gehen: immer mehr Eltern nutzen Handys oder Tablets, um die Kleinen zu beschäftigen. Laufen dann Videos oder Musik, gibt es kein Weinen oder Toben mehr. Dabei ist hier Vorsicht geboten: „Sind Kinder häufig der Nutzung technischer Geräte ausgesetzt, kann dies zu einer Verschlechterung beziehungsweise zu einer Zunahme einer Kurzsichtigkeit führen. Beim Starren auf einen nahen Bildschirm kann bei Kindern unter drei Jahren der Augapfel und damit das gesamte Auge länger werde. Zurückbilden kann sich das Auge dann nicht mehr“, erklärt Augenexperte Dr. Martin Dirisamer. „Das Tablet oder Smartphone sind platt. Diese Haltung kann auch die Entwicklung des räumlichen Seh- und Vorstellungsvermögens bei Kindern beeinträchtigen, oder den korrekten Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht. Zudem kann es zu vorübergehender verschwommener Sicht und auch zum Schielen kommen.“

Für Kinder zwischen vier und sechs Jahren sei eine Nutzungsdauer von Tablet, Computer oder Smartphone von 30 Minuten pro Tag das Maximum. Kinder in der Volksschule sollten maximal eine Stunde davor sitzen. Fernseher sind weniger bedenklich, denn diese stehen weiter weg.

Gesamte Entwicklung wird beeinträchtigt

Ein übermäßiger Konsum von Screens kann aber nicht nur Kurzsichtigkeit oder Schielen als Konsequenz haben, sondern trocknet auch die Augen aus. Zudem kommt, dass Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen ebenso durch einen abendlichen Griff zu Smartphone und Co.  ausgelöst werden können. „Der hohe Blaulichtanteil der Bildschirme hemmt die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das schläfrig macht. Die innere Uhr wird dadurch quasi vom Ruhe- auf Tagesbetrieb umgeschaltet“, erläutert Dr. Dirisamer.

Hilfreiche Tipps für den Alltag

Um Kurzsichtigkeit oder anderen Augenkrankheiten vorzubeugen, ist unter anderem die optimale Leseentfernung vom Bildschirm wichtig. Diese beträgt im Minimum 30 Zentimeter. Auch die Helligkeit des Bildschirmes etwas abdunkeln und das Umgebungslicht erhöhen oder regelmäßig Pausen einlegen kann die Augen entspannen.

Infos:

Doz. Dr. Martin Dirisamer und Prof. Dr. Siegfried Priglinger betreiben in Linz eine private Ordination und ein Augenlaserzentrum unter der Dachmarke Smile Eyes Linz, www.smileeyes.de/linz.

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