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Nuckeln, was der Sauger hält

Schon im Mutterleib hat das Baby an seinem eigenen Daumen genuckelt, auf Erden wird es begrüßt mit süßer Milch aus Mamas Brust – doch schon bald schließt sein kleiner Mund erste Bekanntschaft mit den Errungenschaften unserer Erde: Silikonschnuller, Latexsauger und Plastikflaschen
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Der Fluch des Plastiks: Babyflaschen und Sauger können bedenkliche Stoffe enthalten. Istockphoto

Maxi quengelt. Während seine Mama die Karotten fürs Mittagessen schnippelt, wird der Zweijährige kurzerhand mit einem Schnuller versorgt. Der Kleine beruhigt sich und nuckelt zufrieden. Mit zwei Jahren gehört Maxi allerdings nicht mehr zur Zielgruppe der weichen Gummistöpsel. Die Sauger sollten nur im ersten Lebensjahr zur Entspannung und Beruhigung dienen – solange der natürliche Saugreflex noch stark ausgeprägt ist. Dauernuckeln über diese Zeit hinaus schadet den Zähnen und kann zu Fehlstellungen führen. Auch die Inhaltsstoffe mancher Sauger, die bei intensivem Nuckeln im Mund des Kleinen landen, sind nicht immer unbedenklich - ein Grund mehr, die Nuckelzeit so kurz wie möglich zu halten.

Schnuller und Sauger vor dem ersten Gebrauch mehrmals auskochen

Schnuller und Sauger fürs Babyfläschchen werden aus Latex oder Silikon angeboten. ÖKOTEST hat im Jänner 28 Modelle untersucht und in einem Produkt aus Latex Nitrosamine gefunden, die krebserregend wirken können. Silikon wiederum ist im Vergleich zu Gummi nicht so widerstandsfähig und stabil. Mit den ersten Zähnchen können leicht Löcher gebissen werden. Für beide Materialien gilt: Die Sauger sollten regelmäßig getauscht und vor dem ersten Gebrauch unbedingt einige Male ausgekocht werden, damit sich mögliche Schadstoffe nicht erst in Babys Mund lösen.

Fläschchen: Plastik oder Glas?

Fläschchen aus Plastik sind leicht. Auch die Kleinsten können die Flasche bald selbst halten und wenn sie mal runterfällt, gibt’s keine Scherben. Doch die meisten der so bequemen Plastikflaschen bestehen aus Polycarbonat, aus dem sich bei Erhitzen Bisphenol A abspalten kann. Bisphenol A wirkt im Körper ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen. Das Hormonsystem von Säuglingen steckt noch in der Entwicklung, es hält das Bisphenol A für ein echtes Hormon, was zu Fehlentwicklungen führen kann.

Wird die Babyflasche direkt nach dem Auskochen mit einem warmen Getränk befüllt, lösen sich geringe Mengen Bisphenol A und gehen in das Getränk über

Bisphenol A bildet sich immer wieder neu und wäscht sich auch bei längerem Gebrauch nicht aus. Geringe Mengen davon lösen sich aus der Flasche, sobald diese direkt nach dem Auskochen mit einem warmen Getränk befüllt wird. Auch bei zerkratzten Flaschen oder solchen, die früher in der Mikrowelle standen, besteht diese Gefahr. Unbedenklich ist es dagegen, die Flaschen im Geschirrspüler zu waschen.

Tee oder Milch im Fläschchen sollte daher nie in der Mikrowelle erhitzt werden. Das Getränk erst in einem Topf erwärmen und danach in eine sorgfältig ausgespülte Babyflasche einfüllen. Im Handel sind – allerdings sehr selten - Bisphenol-A-freie Fläschchen, aus Polypropylen bzw. Polyamid erhältlich (meist im Internethandel, z.B. Bfree). „Die bessere Alternative sind jedoch Glasflaschen“, empfiehlt Gerhard Jungert, von „die umweltberatung“ Wien. „Glasflaschen sind chemisch völlig unbedenklich, leicht zu reinigen, zerkratzen nicht und sind aufgrund des höheren Gewichts auch die beste Vorbeugung gegen das Problem des Dauernuckelns.“


 

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