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Monsanto-Bayer-Deal schlecht für Mensch und Umwelt

63 Milliarden Dollar lässt sich der Chemiekonzern Bayer die Übernahme von Monsanto kosten und ist damit weltgrößter Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut.

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Quelle:Pixabay Labor

Nach der Übernahme wird der Name Monsanto nicht fortgeführt, Bayer bleibt der alleinige Unternehmensname.Mit dem Zukauf steigt der DAX-Konzern, der für Pharmaprodukte wie Aspirin, Rennie und Bepanthen bekannt ist, zum weltgrößten Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut auf.

Gemeinsam ergeben Bayer und Monsanto einen Super-Agrar-Multi, der große Teile des globalen Saatgut- und Pestizidmarktes in den Händen hält, kritisiert Greenpeace. Die Kontrolle über unsere Lebensmittel wird damit noch stärker von einigen wenigen internationalen Konzernen bestimmt. „Dieser Mega-Deal wäre eine äußerst schlechte Nachricht für Landwirte, Konsumentinnen und Umwelt gleichermaßen“, sagt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace. Der neue Mega-Konzern würde alleine fast ein Drittel des globalen Saatgutmarktes und über ein Viertel des weltweiten Pestizidmarktes kontrollieren „Mit dieser Machtkonzentration würde sich die Forschung auf ein noch engeres Spektrum von Kulturpflanzen beschränken, und es ist davon auszugehen, dass Saatgutpreise weiter steigen würden.“ Außerdem besteht für einen Konzern, der sowohl den Saatgut- als auch den Pestizidmarkt kontrolliert, kein Anreiz ökologische Lösungen bereitzustellen, wie zum Beispiel robuste Züchtungen. „Aus wirtschaftlicher Perspektive ist es für den Agrar-Multi besser, wenn die Landwirtinnen und Landwirte weiterhin auch auf die Pestizide von Bayer angewiesen sind“, so Theissing-Matei. 

Auch ist damit zu rechnen, dass der Druck, dem umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat in der EU trotz der vielen Warnungen aus der Wissenschaft eine Neuzulassung zu erteilen, mit dem Deal steigen wird. Denn plötzlich würde nicht mehr ein US-Konzern und Konkurrent der europäischen Industrie am meisten von Glyphosat profitieren, sondern ein deutsches Unternehmen. „Das Ziel von Bayer ist klar: Der Konzern will mit dieser Übernahme seinen Gewinn maximieren und möglichst viel Kontrolle über die Produktion unserer Lebensmittel erlangen – vom Samen bis zum Teller. Die Interessen von Mensch und Umwelt bleiben dabei auf der Strecke“, sagt Theissing-Matei und fordert abschließend: „Wirtschaftsminister Mitterlehner muss diese Mega-Übernahme sowohl aus wettbewerbsrechtlichen als auch aus politischen Gründen ablehnen."

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