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„Mhm, das schmeckt!“ - wie Kinder gesundes Essen lernen

Kinder lernen, indem sie beobachten und nachahmen. Die Vorlieben der Eltern beeinflussen auch ihre Wahl.

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Foto: avitalchn-pixabay

Die Grundlagen für das Essverhalten eines Erwachsenen werden bereits in der Kindheit gelegt. In den ersten Lebensjahren erworbene Verhaltensweisen begleiten uns durch das ganze Leben und sind später schwer zu ändern. Diese Tatsache kann man sich zunutze machen und selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Je selbstverständlicher die Eltern kommentarlos Gemüse, Obst und Vollkornprodukte essen, umso lieber essen es meist auch die Kinder. Schließlich soll das, was auf den Teller kommt, den Nachwuchs im täglichen Duell mit unsichtbaren Feinden wie Viren und Bakterien stark und widerstandsfähig machen und ihm die nötige Energie für Wachstum und geistige Entwicklung liefern.

Kinder haben aber auch Vorlieben, die konstant bleiben oder von Woche zu Woche wechseln können. Wenn Ihr Sprössling Obst oder Gemüse rein gar nichts abgewinnen kann, dann hilft ein wenig Phantasie: Speisen mit langweiligen Namen - wie z.B. Gemüseauflauf – werden nach einem abenteuerlichen oder lustigen Helden des jeweiligen Alters benannt. Rund ausgestochen und mit Streifen grüner Sauce verziert wird der „Harry Potter Zaubertaler“ gleich mehr Anklang finden.

Bieten Sie immer wieder verschiedene Varianten von Gemüsegerichten, Obst, und Salate zum Kosten an. Gerne greifen Kinder zu mundgerechten Rohkoststücken - besonders wenn sie Mama oder Papa gerade selbst für sich hergerichtet haben. Auch „besteckfreie“ Tage verführen zum Zugreifen: jeder darf alles mit den Fingern essen, wenn er/sie will (Achtung: genug Servietten bereit halten).

Wenn das alles nicht hilft: tarnen und täuschen. In Cremesuppen und Saußen Gemüse fein hinein pürierieren und in Nockerl, Knödel, Aufläufe und Kuchen Gemüse hinein arbeiten. Manchmal funktioniert es gut. Sollte Ihr Kind das jedoch durchschauen, loben Sie dessen hervorragenden Geschmackssinn und probieren Sie es lieber mit "offenen Karten" zu kochen.

Naturbelassene, qualitativ hochwertige Lebensmittel helfen den Kindern, ihren  Geschmackssinn optimal zu entfalten. Wer an Geschmacksverstärker und künstliche Aromen in Fastfood und Fertigkost gewöhnt ist, kann die feinen Nuancen von frischen Früchten gar nicht mehr wahrnehmen. Meist ist noch jede Menge Zucker und Fett in die Fertigkost gepackt – kein Wunder, dass heute bereits zehn Prozent der drei- bis zehnjährigen Kinder zu dick sind.

Vegetarische Ernährung für Kinder

Der im Verhältnis zu Erwachsenen höhere Eiweißbedarf bei Kinder wird in unseren Breiten vor allem durch Fleisch und Wurst mehr als gedeckt. Eine abwechslungsreiche ovo-lakto-vegetarische Ernährung schon in diesem Alter kann durchaus gesundheitsfördernd wirken und Zivilisationskrankheiten vorbeugen. Einzig der Bedarf an Eisen braucht besondere Aufmerksamkeit, wenn Kleinkinder vegetarisch ernährt werden. Reichlich Hafer und Hirse in Vollkornbrot, Müsli oder in Getreidespeisen, daneben reichlich grüne Gemüse wie z.B. Fenchel, Hülsenfrüchte oder Kohlgemüse sind empfehlenswert. Beginnen Sie aber gerade bei Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten in ganz kleinen Mengen, dafür häufiger, geben sie viel zu trinken und würzen Sie mit verdauungsfördernden Kräutern und Gewürzen, wie Kümmel und Fenchel.

Salate kombiniert man am besten mit Vitamin-C-reichem Obst oder verwendet einfach statt Essig Fruchtsaft zum Säuern. Das Vitamin C kann die Eisenverwertung aus Gemüse sogar verdoppeln.

Verpflegung im Hort oder Kindergarten

Sobald das Kind in eine Betreuungsgruppe oder in den Kindergarten kommt, ist die Verpflegung mit gesunder Kost in biologischer Qualität nicht mehr so einfach. Eine leckere Jause kann man noch zuhause zubereiten, wie mundgerecht geschnittenes Obst oder Gemüse der Saison, Topfencreme mit frischen Beeren, belegte Vollkornbrote oder Aufstrichbrote mit Gemüse.

Nur wenige Kinderbetreuungsstätten leisten sich eine eigene Küche. Sie beziehen die Mittagsmenüs von Wirten oder öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde. Entspricht diese Verpflegung nicht Ihren Wünschen, suchen Sie am besten gemeinsam mit anderen Eltern, Betreuern und Buffetbetreibern nach Alternativen, die umsetzbar sind. Wenn sich kein regionaler Anbieter finden lässt, kann das Angebot von Caterern genutzt werden.

Gesunde Ernährung ist wichtig – doch vergessen wir darüber nicht, dass Essen auch Genuss bedeutet. Miteinander einkaufen, kochen, den Tisch decken, und mit viel Zeit genießen – das schafft Gemeinsamkeiten, die eine ideale Basis für gute Familienbeziehungen und ausgeglichene, starke Kinder darstellen.

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