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Leistungsbereitschaft ist Voraussetzung

Voith- Dr. Heninger: "Wenn man Erfolg haben will ist es vollkommen egal, ob man in einer Firma Karriere macht, Unternehmer oder Sportler ist. Es gibt überall Phasen, die man mit Selbstdisziplin durchkämpfen muss damit man nicht untergeht."

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Roswitha Reisinger, Dr. Leopold Heninger, Asya Khalef

Herr Dr. Heninger, Sie sind seit 1994 bei der Firma Voith, wie war Ihr Weg an die Spitze des Unternehmens?

Ich habe als Turbineningenieur begonnen. Später war ich im Verkauf tätig, als sogenannter Proposal Engineer, übersetzt auch Angebotsingenieur. 2003 ging ich nach an den Stammsitz nach Heidenheim und wurde dort Mitglied der Geschäftsführung der Voith Hydro Deutschland. Seit 2008 bin ich zurück in St. Pölten und seit 2010 Vorsitzender der Voith Hydro Geschäftsführung St. Pölten.

Was sind heute Ihre wichtigsten Aufgaben?

Die primäre Aufgabe ist ganz einfach die Sicherung des Unternehmenserfolgs, zu erreichen, dass die Eigentümer zufrieden sind und ihre Vorgaben und Erwartungen erfüllt sind, also die Kernaufgaben eines jeden Geschäftsführers.

Was sind die wichtigsten Märkte der Voith St. Pölten?

Mit unserer Wasserkraftsparte betreuen wir die Märkte in Osteuropa, Russland, die GUS-Staaten und Südosteuropa bis hin zum Nahen Osten. Für Pumpen tragen wir die weltweite Verantwortung.

Welche Leute sind am schwierigsten zu finden?

Am schwierigsten finden wir Generatoren-Spezialisten. Da es sich hier um ein sehr kleines technisches Feld handelt, sind solche Experten in Europa sehr rar.

Welche Basisbildung sollen junge MitarbeiterInnen mitbringen?

Wichtig ist eine gute Grundausbildung wie eine abgeschlossene Lehre, eine berufsbildende Schule, wie etwa HTL, oder ein Hochschulabschluss.

Ihre MitarbeiterInnen kommen aus vielen verschiedenen Ländern und Kulturen. Gibt es Probleme oder gelingt die Zusammenarbeit?

Das ist eigentlich ein Selbstläufer. Es gibt keine Diskussion über verschiedene Kulturen, weil das vollkommen irrelevant ist. Wer bei Voith arbeitet, ist ein Teil unserer Gemeinschaft und es ist egal woher man kommt. Das ist kein gesteuerter Prozess, das ist bei uns so normal, dass nicht einmal darüber geredet oder daran gedacht wird. Wir sind das so gewohnt. Wir machen in manchen Jahren fast hundert Prozent unseres Geschäfts im Export. Da arbeiten wir grundsätzlich mit Menschen aus anderen Kulturen. Wichtig sind bei uns die Kompetenz und Einsatzbereitschaft.

Ich bin immer begeistert, wenn Mitarbeiter einen fremdsprachlichen Hintergrund haben. Es ist ein Geschenk, wenn Menschen eine zweite Sprache mitbringen. Für unsere Kunden ist es fantastisch, wenn sie einen Landsmann oder Landsfrau als Gesprächspartner haben, die die Sprache im Detail verstehen und mit dem sie sich vielleicht sogar im Landesdialekt unterhalten können.

Welche drei Tipps geben Sie jungen Menschen mit, um beruflich erfolgreich zu sein?

Grundvoraussetzung ist die Leistungsbereitschaft – und die greift sehr weit. Wenn man Erfolg haben will ist es vollkommen egal, ob man in einer Firma Karriere macht, Unternehmer oder Sportler ist. Es gibt überall Phasen, die man mit Selbstdisziplin durchkämpfen muss damit man nicht untergeht. Das Wichtigste sind Leistungsbereitschaft, Selbstdisziplin und Neugier auf Neues, die Zuversicht und das Grundvertrauen, dass man in jeder Situation Lösungen finden wird.

Ich habe jahrelang einen Spruch gehabt, „Es ist wie es ist, es kommt wie es kommt und es geht sich alles aus“, aber das ist aktiv gemeint. Viele Menschen leiden darunter, dass die Situation so ist wie sie ist, sie würden sie gern ändern oder grübeln in der Vergangenheit „was wäre  wenn“. Das ist falsch. Man muss das Jetzt akzeptieren und aus dieser Akzeptanz heraus gestalten, etwas verändern, etwas bewegen mit der Zuversicht, dass „sich alles ausgeht“ und sich dafür selbst Mut und Kraft zusprechen. Manchmal hilft dabei so ein Spruch.

Interview: Roswitha Reisinger, Asya Khalef

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