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Inklusion: gegen Barrieren in Kopf und Alltag

Barrieren können uns alle betreffen. Vielleicht haben Sie selbst schon mal ein Gipsbein gehabt oder etwas schlecht verstanden? Vor welchen Barrieren stehen Menschen und wie können wir diese abbauen?

Zwei Mädchen umarmen einander.
Kali Nine LLC/Istockphoto

In Österreich müssen ca. 1,7 Millionen Menschen mit Behinderungen umgehen. Darunter sind Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, mit Seh- und Hörbehinderungen, mit psychischen, neurologischen oder intellektuellen Behinderungen. Sie stehen vor vielfältigen Barrieren, wie bauliche Hindernisse, Barrieren im Wahrnehmen und Verstehen (zu kleine Schrift, zu leise Lautsprecherdurchsagen, keine Infos in einfacher Sprache etc.), soziale Barrieren (Distanz vor dem Anderen, Vorurteile), strukturelle  oder finanzielle Barrieren.

Die Lebenshilfe setzt sich für den Abbau von Barrieren ein, stellt Forderungen an die Politik und gibt Tipps, was jeder Einzelne zur Inklusion beitragen kann. Denn jeder von uns will ein Teil der Gesellschaft sein und selbstbestimmt leben. 

Jeder kann Barrieren abbauen:

Gegen soziale Barrieren

  • Vertrauen in Fähigkeiten von Menschen mit intellektuellen Behinderungen
  • Vielfalt und Individualität wertschätzen
  • Vorurteile und Distanzen abbauen
  • Verständnis und Rücksichtnahme für Andere - eine offene Gesellschaft.

Gegen Barrieren im Verstehen

  • Einfache Sprache ohne Fremdwörter
  • Bildsymbole zur Veranschaulichung
  • Klare räumliche und zeitliche Strukturen
  • Vermeidung von Zeitdruck

Gegen Barrieren in der Wahrnehmung

  • Tastbare oder akustische Informationen über Bewegungsrichtung / Ziel, nicht zu erwartende Hindernisse, usw.
  • Einfach gestaltete Gebäude
  • Tastbare Symbole oder Hinweise in Brailleschrift
  • Starke farbliche Unterschiede / hoher Kontrast
  • Ausreichende Beleuchtung von Arbeitsflächen

Gegen strukturelle Barrieren

  • Rechtliche Rahmenbedingungen und finanzielle Förderungen für die Öffnung von Vereinen und Institutionen
  • Umdenken und neue Organisationskulturen

Gegen finanzielle Barrieren

  • Menschen mit Behinderungen sind mündige KundInnen auf Augenhöhe
  • 2-Säulen-Modell: Existenz-Sicherung (Grundabsicherung für alle und eine Verdienstmöglichkeit wie Werkstattlohn, Einkommen am ersten Arbeitsmarkt) UND Bedarfs-Sicherung für den behinderungsbedingten Mehraufwand (Assistenzleistungen, Hilfsmittel, Pflegeleistungen)

Gegen räumliche Barrieren

  • Stufenlose Zugänge (Höhenunterschied max. 3cm)
  • Maximal 6% Rampenneigung (Ausnahmen!)
  • Mindestens 80cm breite Türen
  • Ausreichende Bewegungsflächen (150cm Durchmesser)
  • Erreichbare Bedienungselemente
  • Unterfahrbare Arbeitsflächen

Tipps im Detail und weitere Infos: www.gegen-barrieren.at

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