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Ich bin dann mal weg .... Vom Abenteuer, sich zu engagieren

Die Generation Praktikum macht nun auch vor den Schul- und Semesterferien nicht halt. Nur Strand, Sonne, Party? Das reicht längst nicht mehr allen. Auf der Suche nach Sinn(vollem), neuen Erfahrungen, Freundschaften, anderen Landschaften und Lebensstilen, zieht es jedes Jahr mehr Jugendliche ins Ausland.

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Robert Rybacek

So auch diesen Sommer …
„Generation Golf“ war gestern- die neue Jugend mischt sich wieder ein …und wie! Die Palette der Möglichkeiten ist bunt und vielfältig. Ob Organic Farming, Betreuung von Straßenkindern oder Erforschung der Rhinos - die Angebote reichen von der Arbeit für Menschen oder Tiere bis zum Einsatz für die Natur und die Umwelt.

Diese gemeinnützige Freiwilligenarbeit wird von NGO´s vermittelt, die weltweit jene, die sich engagieren wollen mit jenen, die dieses Engagement verdienen, zusammen bringen. Die SHELL-Jugendstudie oder auch die aktuelle Studie „Wie ticken Jugendliche?“ von Misereor bestätigen diesen Trend: Die Arbeit für Organisationen mit internationaler Vernetzung ruft bei jungen Menschen ein immer stärkeres Interesse hervor. Die Wertorientierungen „Selbständig machen“ und „an etwas glauben“ stellen selbst Lebensziele wie „Heiraten“ in den Schatten. Und- vielleicht noch wichtiger: Es wurde ein starker Zusammenhang zwischen sozialem Engagement von Jugendlichen und ihrer politischen Bereitschaft zur Beteiligung festgestellt, und dies international.

Geld spielt für die meisten Jugendlichen dabei eine untergeordnete oder gar keine Rolle, denn wenn der Job stimmt, fühlt man sich allemal bereichert. In einer zwar globalisierten, aber über Medien vermittelten Welt, bedeutet dies, eine andere Welt in der „einen Welt“, andere Menschen und auch sich selbst, seine Fähigkeiten und Grenzen besser kennen zu lernen.

Bei einer späteren Arbeitssuche sehen mittlerweile viele Firmen freiwilliges Engagement und Auslandserfahrungen zumindest als großes Plus. Die während Auslandspraktika gewonnenen Erfahrungen sind zwar nicht für alle Jugendlichen, aber für einige auch das Sprungbrett und die Motivation für eine Karriere als sog. Sozialunternehmer (Social Entrepreneurs). So wurde etwa die Weltreise dreier Schulkollegen und jetzigen Wirtschaftsstudenten aus Herdecke zu solchen neuen Initiativen in ihrem Buch „Expedition Welt“* eindrucksvoll dokumentiert, eine Lektüre; die Lust macht, sich zu engagieren und dabei mutig neue Wege zu gehen.

Einmal auf den Geschmack gekommen werden viele „WiederholungstäterInnen“. Der Erfahrungsaustausch über´s Internet ist wichtigste Jobbörse, sowohl auf einschlägigen Portalen (siehe unten) als auch in diversen Web 2.0 Netzwerken, wie etwa myface and myspace. Eine äußerst effiziente Art von Qualitätssicherung! Für die interessantesten Einsatzorte gibt es häufig mehr InteressentInnen als Angebote. Daher ist der beste Zeitpunkt, sich zu informieren und orientieren JETZT!

Ich war da...

Robert Rybaczek bei Maya Paya Kimsa in Bolivien
 „ …Ich kam dorthin, stand mit offenem Mund da und wusste nicht wo ich hinschauen sollte. Es dauert eine Zeit bis ich lernte, diese Welt als eine „mögliche Welt“ anzuerkennen,.“ sagt Robert, der über sein Studium „Internationale Entwicklung“ in Wien (www.univie.ac.at/ie) in Kontakt gekommen war mit Maya Paya Kimsa in El Alto, einem Projekt, das mit Straßenkindern direkt auf der Straße in Form von „aufsuchender Sozialarbeit“, d.h. Streetwork arbeitet. „Die Lebenswelt Straße, das Chaos, die Armut, der Gestank, waren eine große Herausforderung für mich.“ Roberts kritische Haltung gegenüber „Entwicklungshilfe“ hat sich trotz der schwierigen aber positiven Erfahrung eher noch verstärkt: „Würde man tatsächlich etwas in der Welt ändern wollen, müssten politische Veränderungen bestehen. Und doch habe ich auf der anderen Seite gelernt, dass jeder Mensch zählt, dass jeder Mensch einen ungeheuren Wert hat, einfach weil er ist.“
Organisation: Maya Paya Kimsa, Bolivien, www.mayapayakimsa.org


 

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Michaela Reisinger

Michaela Reisinger beim Uniprojekt in Costa Ricca
Viele abgeholzte Urwaldflächen in Costa Rica waren zunächst intensiv landwirtschaftlich genutzt, worden - bis der Boden rasch nicht mehr ertragreich war. Versumpfung, Erosion sowie der Verlust von Arten waren einige der Folgen. Ziel und Hauptaufgabe der Forschungsstation "La Gamba" der Uni Wien in Costa Rica ist es, verbliebene, inzwischen geschützte Regenwaldstücke durch Korridore miteinander zu verbinden, damit die Tiere zwischen den einzelnen Plätzen hin und her wechseln können.
Michaela hat bei der Wiederaufforstung von Korridoren mitgeholfen: „Die Arbeit ist sehr aufwändig, weil das Gras schneller wächst als die Baumsetzlinge. Trotzdem würde ich das Praktikum sofort wieder machen, weil ich das Projekt sehr sinnvoll finde. Außerdem macht es Spaß - es forschen viele Studenten dort – und man bekommt einen guten Einblick in die Vielfalt der Studienbereiche.“
In La Gamba besteht die Möglichkeit Diplomarbeiten zu schreiben (www.lagamba.at).
Organisation: Universität Wien, www.univie.ac.at


 

Johanna Petrus mit den Rhinos in Swaziland
Johanna Petrus hatte in der Ökojobliste des FORUM Umweltbildung gestöbert, war dort auf die „geniale Website“ Ecovolunteer gestoßen und hat sich für ein „bezahltes“ Volontariat im Süden Afrikas, in Swaziland, das mit Rhinos arbeitet, entschieden.
„Mit einem freundlichen "enjoy yourself" wurde ich in mein großes Afrikaabenteuer entlassen … und tatsächlich: Wer sich Swaziland als Reiseziel aussucht, kann sich auf umwerfend freundliche Menschen, wundervolle Landschaftseindrücke und faszinierende Tiererlebnisse freuen, sollte jedoch keine Informationsflut erwarten, was die Organisation oder täglichen Aufgaben anbelangt! …
Nicht nur Rundgänge mit den Rangern und Tiere Füttern standen auf dem Tagesplan, einmal musste ich sogar helfen, Buschfeuer einzudämmen!“
„Wenn man dort ist, sieht man wo das Geld hingeht und das erleichtert die doch recht hohen Auslagen für Unterkunft und Flug ein wenig!“ meint Johanna rückblickend und letztlich begeistert.
Organisation: Ecovolunteer, www.ecovolunteer.org

Soziales Jahr in Bolivien: Johanna Damböck
Während des „Sozialen Jahres“ engagiert sich die Böheimkirchnerin Hanna Damböck für Kinder in Bolivien und baute Brücken zwischen hier und dort, indem sie auch in ihrer Heimat die Menschen informierte und mobilisierte zu spenden.
Vermittelt hatte den Einsatz Intersol -ein Verein zur Förderung internationaler Solidarität - bei der NGO MUSOL, einem Frauen-Solidaritätsprojekt.
Ihre frühe soziale Ader, Abenteuerlust und ein Spanisch-Crash-Kurs hatten sie fit gemacht für einen Einsatz auf 4000m Höhe. Doch nicht nur die Höhe verlangte Johanna einiges ab: „Die Lebensbedingungen und Arbeitsbedingungen der Menschen in den Slums und Minen dort waren… einfach unglaublich
Angesichts meiner Erfahrungen und Erkenntnisse dort , sehe ich nur eine Möglichkeit, auf dieses Leid zu reagieren: Daraus stark zu werden, wie diese Menschen selbst alle möglichen Kräfte aufzubringen, und für bessere Lebensbedingungen dieser Menschen zu kämpfen!
Organisation: Intersol, Salzburg, www.intersol.at


 

Sebastian Zack, Zivilersatzdienst in Ecuador
Ich wollte meinen Zivilersatzdienst im Ausland verrichten und habe bei "Jugend eine Welt" die Möglichkeit dazu gefunden. Seit 6 Monaten bin ich bereits in Quito, der Hauptstadt Ecuadors, und darf noch weitere 6 Monate als Volontär bei den Salesianern Don Boscos in dieser Stadt verbringen.
Vormittags betreue ich Straßenkinder und deren Familien, lerne und spiele mit ihnen, versuche anfallende Probleme, wie Finanzierung, Krankheiten, organisatorische Dinge etc. bestmöglich zu lösen. Nachmittags fungiere ich sowohl als Lehrkraft in einer Schule für Kinder, die arbeiten müssen und sich eine normale Schulbildung nicht leisten können. Diese Kinder arbeiten bereits mit 4 bis 8 Jahren als Schuhputzer, Straßenverkäufer, oder verdienen ihr Geld mit Jonglieren an einer Straßenkreuzung. Alle müssen beitragen, um das ärmliche Leben zu ermöglichen.
Auch wenn die Kinder oft der Grund sind, dass ich nicht mehr weiter weiß, sind es doch immer sie, die mir so viel Kraft geben, dass dieses Jahr mich eine ewige Bereicherung bleiben wird.
Organisation: Jugend eine Welt, www.jugendeinewelt.at

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