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GREENIES – die grünen Smoothies

One greeny a day keeps the doctor away- besonders dann, wenn das Smoothy-Grün frische Heilkräuter enthält.

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Istockphoto.com

Pflanzliches Grün scheint ein Schlüssel zur Gesundheit zu sein. Allerdings müssen ungekochte Pflanzen gut gekaut werden. Das braucht Zeit. 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag- so lautet die offizielle Ernährungsempfehlung. Mit einem üblichen Speiseplan ist das nicht so einfach zu erreichen, mit Greenies jedoch ziemlich einfach. 2 Portionen Blattgemüse, 2 Portionen Obst, ½ l Wasser und ein leistungsstarker Mixbecher- fertig ist der Greeny.

Grundsätzlich besteht ein Greeny aus 3 Komponenten:
1. Das Grün:
Dafür eignet sich alles essbare, jedoch nicht zu geschmackintensive Grünzeug. Es liefert das wertvolle, gesundheitsfördernde Chlorophyll, Ballaststoffe, Eiweiße und Mineralstoffe, sowie sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe - sein Geschmack ist eher mäßig.

2. Die Früchte:
Sie machen den Greeny cremiger und bringen einen angenehmen Fruchtgeschmack in die Mischung. Soll der Greeny nicht süß sondern würzig sein, ist die Avocado gefragt. Mit Gewürzen ergänzt entstehen so schmackhafte Suppen-Greenies.

3. Die Flüssigkeit:
Am besten geeignet ist Wasser. Es können auch Obstsäfte oder Tees sein.
Als Greeny-Grün ist neben grünem Bio-Gemüse auch grüner „Abfall“ wie Radieschenkraut, Karotten- und Rohnengrün geeignet. Besonders interessant ist die Verwendung von Wildpflanzen. Sie vereinen Nahrung mit Heilmittel und wachsen direkt vor der Haustür.
 

Die wichtigsten Wildpflanzen für Greenies: Die großen Zehn
 

  1. Brennnessel: Sie ist der Star unter den Wilden. Sie enthält über 40%Eiweiß, als Heilmittel wirkt sie leberstärkend, stoffwechselanregend, blutreinigend, harntreibend, potenzstärkend und schmerzstillend.
     
  2. Labkraut: Die Labkräuter sind sanfte Helfer. Sie wirken als Diuretika, als Entzündungshemmer, gegen Hautkrankheiten und bei Schlaflosigkeit.
     
  3. Giersch: Er ist bekannt als vitaminspendendes Wildgemüse- und dennoch ist er mit der Brennnessel das meist bekämpfte Gewächs in den üblichen sterilen Gärten. Seine Heilkräfte wirken vor allem auf die Harnorgane und fördern den Stoffwechsel.
     
  4. Melden: Sie helfen bei Blasenproblemen, Hautproblemen und auch gegen Husten. Sonnige, nackte, lockere Erdbereiche sind ihre Gebiete. Als Gemüsemelde kennen wir ihre herausgezüchteten Sorten.
     
  5. Taubnesseln: Sie gelten als Heilpflanzen für alle Frauenthemen und Atemwege. Ihre Hauptinhaltsstoffe schützen gereizte Schleimhaut. Im Frühjahr sind ihre Blüten erstes Futter für Hummeln.
     
  6. Mieren: Frisches Grün auch im Winter: Die Vogelmiere wächst praktisch ganzjährig und gilt als Unkraut im Gemüsegärten. Sie wirkt harntreibend, schleimlösend und kühlend.
     
  7. Lindenblätter (ja - viele Baumblätter sind essbar!): Mit ihrem hohen Schleimstoffgehalt und ihrer hohen Vitamin C-Konzentration schützen sie den Magen-Darmtrakt und dämpfen Reizzustände der Luftwege.
     
  8. Weinblätter: Besonders wichtig ist bei Weinblättern ihre nachgewiesen giftfreie Herkunft. Sie wirken positiv auf die Venenfunktion, sind entzündungshemmend, dichten Gefäßwände ab und verhindern, dass Wasser ins Gewebe eindringt.
     
  9. Erdbeeren: Diese Pflanzen liefern perfektes Basisgrün nahezu das ganze Jahr. Die Blätter wirken leicht zusammenziehend und dadurch gegen Entzündungen in Magen und Darm. Auch Hilfe gegen Frauenerkrankungen wird ihnen nachgesagt.
     
  10. Brombeeren, Himbeeren und Ribisel: Diese Sträucher haben geschmacklich milde Blätter, die sich als Basisgrün für Greenies sehr gut eignen. Ribiselblätter (vor allem die der schwarzen Ribisel) gelten als lindernd bei rheumatischen Erkrankungen. Himbeerblätter sind traditionell in der Geburtsvorbereitung bekannt. Die Volksheilkunde verwendet sie u.a. bei Menstruationsstörungen, als adstringierendes Gurgelmittel, bei Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes, der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems und bei Hautausschlägen und Hautentzündungen. Brombeerblätter wirken entzündungshemmend im Mund- und Rachenraum, aber auch beruhigend auf den Magen- und Darmtrakt. Frische grüne Brombeerblätter sind auch im Winter zu finden.

Die großen Zehn sind die, die am leichtesten zu finden sind. Sie können mit weiteren Kräutern, Gräsern und Blättern, wie denen von Obstbäumen, Buchen oder Hasel ergänzt werden.


Heilpflanzen mit intensiverem Eigengeschmack eignen sich als Zugabe. So wie sie im Tee ihre Heilkraft entfalten so tun sie dies auch in Greenies. In unseren Gärten und Wiesen finden sich die verschiedensten Kräuter für spezielle Gesundheitsthemen: Rotklee, Spitzwegerich, Schafgarbe, Hopfen, Ackerschachtelhalm, Beifuß, Kamille, Gundelrebe und Goldrute sind einige Beispiele dafür.

Greenies mit Wildpflanzen sind hochwirksame Gesundheitsmittel. Ihre Zutaten sind einfach zu besorgen, kostengünstig und machen unabhängig. Darin liegt möglicherweise das größte Hindernis für ihre Verbreitung.

Autorin: Romana Ull

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