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Gletscher: Größte Verluste seit 1960

83 Gletscher im ganzen Land hat der Alpenverein (ÖAV) für den Gletscher­bericht vermessen. Die Daten zeigen den höchsten Rückgang seit 1960.

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Waxeggkees 2017 Friedrich

Größte Gletscherschmelze in Österreich

Der seit den 90er Jahren andauernde Gletscherrückgang setzt sich auch in der Messperiode 2016/2017 ungehindert fort. Das belegen die Zahlen aus dem aktuellen Gletscherbericht des Österreichischen Alpenvereins. Insgesamt 75 Gletscher haben die 22 ehrenamtlichen Fachleute des ÖAV-Gletschermessdienstes vor Ort vermessen, bei acht weiteren Eisriesen wurden die Veränderungen mithilfe von Fotovergleichen erhoben.

Fast alle beobachteten Gletscher zeigen einen signifikanten Längenverlust. Der durchschnittliche Rückgang von 25,2 Metern liegt deutlich über den Messdaten des Vorjahres (-14,2 Meter) und ist der höchste seit dem Jahr 1960. Die Zunge des Gepatschferners in den Ötztaler Alpen ist sogar um 125 Meter zurückgeschmolzen.  Einzig das Simonykees in der Venedigergruppe in Osttirol zog sich im Vergleich zum Vorjahr nicht zurück und blieb stationär.

Warmer Sommer als Hauptursache für Gletscherschwund

Für die Gletscherrückgänge verantwortlich ist laut Experten primär der überdurchschnittlich warme Sommer im Jahr 2017. Auch der außergewöhnlich warme und schneearme Winter 2016/17 war für den Fortbestand der Gletscher nicht förderlich: bis Ende April 2017 fielen vielerorts nur die Hälfte bis zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmengen – die schützende Schneedecke war auch im Sommer rasch abgeschmolzen und erlaubte eine frühe Eisschmelze.

Die ungünstigen Bedingungen wirkten sich eindeutig auf die Entwicklung der Gletscher aus. Lag der höchste Rückzugsbetrag im Berichtsjahr 2015/2016 noch bei 65 Metern (Hornkees), übertrafen heuer gleich sechs Gletscher diesen Wert deutlich. Der höchste Rückzug wurde am Gepatschferner (Ötztaler Alpen) mit 125 Metern gemessen. Das Waxeggkees (Zillertaler Alpen) wies einen Schwund von 120 Metern auf, gefolgt vom Winkelkees (Ankogelgruppe) mit 118,1 Metern.

Die maximale Ausaperung – also der größte Anteil an blankem Gletschereis – wurde Ende August erreicht und ähnelte in ihren Ausmaßen vielerorts den Extremsommern der Jahre 2003 oder 2016. Auf einer Höhe von rund 3000 Metern haben die Gletschermesser des Alpenvereins erste größere Aperflächen ab Anfang Juli registriert, mehrfache Neuschneefälle reduzierten in diesen Höhen allerdings die Abschmelzung markant. Tief gelegene Gletscherzungen hingegen aperten schon früh im Juni aus.

Die 10 stärkste Rückgänge – Längenverluste in Metern

  1. Gepatschferner (Ötztaler Alpen, Tirol): - 125,0
  2. Waxeggkees (Zillertaler Alpen, Tirol): - 120,0
  3. Winkelkees (Ankogel-Hochalmspitzgruppe, Kärnten): - 118,1
  4. Alpeinerferner (Stubaier Alpen, Tirol): - 95,4 
  5. Freiwandkees (Glocknergruppe, Kärnten): - 89,1 
  6. Schlatenkees  (Venedigergruppe, Osttirol): - 70,0 
  7. Pasterze (Glocknergruppe, Kärnten): - 61,5 
  8. Zettalunitzkees (Venedigergruppe, Osttirol): - 54,0 
  9. Taschachferner (Ötztaler Alpen, Tirol): - 53,5 
  10. Westl. Trippkees (Ankogel-Hochalmspitzgruppe, Kärnten): - 49,3 

Durchschnittlicher Längenverlust aller vermessenen Gletscher: - 25,2m

Weitere Infos: www.alpenverein.at


 

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