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Gesund wohnen: Das Kinderzimmer

Wenn ein Kind heranwächst, durchläuft es drei ganz unterschiedliche Lebensphasen. Dem muss auch das Kinderzimmer gewachsen sein.

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Grüne Erde - Zauberplatz

Schon das Kleinkind im Vorschulalter, das noch sehr nestverbunden ist, schläft oft schon im eigenen Zimmer; allein oder gemeinsam mit Geschwistern. Kommt das Kind in die Schule, möchte es sich häufiger zurückziehen und das eigene Zimmer gewinnt an Bedeutung.

Mit etwa 12 bis 14 Jahren erfolgt wohl der gravierendste Einschnitt. Die lieben Kleinen kommen in die Pubertät und gehen zum Teil ganz gehörig in Konfrontation mit den Eltern. Das Kinderzimmer muss da mit.

Keine Hollywoodklischees

Umweltberater DI Manfred Sonnleithner empfiehlt, das Kinderzimmer so einfach wie möglich einzurichten und dem Kind die Möglichkeit zu geben, den Raum weitgehend selbst zu gestalten. Von der Farbe, vom Bemalen der Wände bis zur Einrichtung. "Ganz schlimm sind in meinen Augen diese Hollywood Klischeezimmer, in rosa oder hellblau gehalten mit bunten Clowns und Marienkäfer auf der Bildtapete. Abgesehen davon, dass ich Tapeten ablehne, da die Wand durch den Tapetenkleister fast immer dicht wird, zerstört das doch jegliche Kreativität. Geben Sie dem Kind einfach eine weiße Wand, die es selbst bemalen kann. Und wenn alles voll gekritzelt ist, übermalen Sie alles z. B. mit einer Mineralfarbe und die Fläche ist frei für neue Kunstwerke. Wenn Ihnen das doch etwas zu gewagt ist, können Sie auch einen großen Bogen Papier aufspannen, den Sie austauschen, wenn er voll gemalt ist."

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Foto: Team 7 Zwei Buben spielen am Hochbett.

Welche Möbel braucht mein Kind?

Bei der Einrichtung wird gerade beim Kinderzimmer oft gespart. Sonnleitner: "Vollholz muss nicht zwangsläufig teurer sein als Spanplatte. Es gibt im Möbelhandel flexible Regal- und Schranksysteme, die man sich individuell zusammenstellen und je nach Bedarf ändern kann. Ich selbst habe ein unlackiertes System gewählt, die gefährlichen Kanten abgerundet und dann alles mit natürlichem Öl behandelt. Diese Möbel lassen sich wieder abschleifen und ölen."

Furnierte Spanplattenmöbel kommen für Sonnleithner vor allem aus gesundheitlichen Gründen nicht in Frage. "Auch wenn es bereits strenge Grenzwerte gibt, meinen manche Ärzte, sie seien immer noch zu hoch angesetzt. Diese Möbel geben Formaldehyd in die Raumluft ab. Kinder halten sich viel in ihrem Zimmer auf und die Belastungen für ein Kleinkind sind sicher gravierender als für einen Erwachsenen."

Schreibtisch

Der Schreibtisch sollte laut Sonnleithner mindestens 160 cm breit und 80 cm tief sein. „Leider werden aufgrund des Platzmangels in den meisten Kinderzimmern heute Schreibtische mit einer Fläche von 120 mal 60 angeboten. Und diese sind dann oft auch noch abgerundet, was wiederum auf Kosten der Tischfläche geht. Da kann man kaum drei Bücher nebeneinander legen, geschweige denn Stifte und den Rest der Sachen, wenn man in fünf Fächern Hausübung machen muss.“

Beim Schreibtischsessel und Schreibtisch ist zu bedenken, dass die Kinder ständig wachsen und sich gerade in diesem Lebensabschnitt Haltungsstörungen für das ganze Leben manifestieren können. Tisch und Sessel sollen sich immer wieder optimal auf die aktuelle Größe des Kindes einstellen lassen. Nutzen Sie hier auch eine entsprechende ergonomische Beratung.

Optimales Licht

Nicht nur genügend Platz sondern auch ein optimales Licht sind Sonnleithner ein Anliegen: „Achten Sie darauf, dass das Kinderzimmer ab Mittag genug natürliches Licht bekommt. Die Kinder sind während der Schulzeit vor allem nachmittags in ihren Zimmern. Am besten ist daher, wenn die Fenster der Kinderzimmer nach Süd bis West orientiert sind.“

So lange wie möglich frei von Fernseher und Computer

Eines ist Sonnleithner noch besonders wichtig: „Versuchen Sie das Kinderzimmer solange wie möglich frei von strahlenden Elektrogeräten zu halten. Damit meine ich vor allem Fernseher und Computer. Irgendwann sind die Kinder dann in einem Alter, wo sich diese Geräte samt Stereoanlage in ihren Zimmern türmen. Das wird man kaum verhindern können. Bis dahin haben Sie aber die Möglichkeit, ihnen außerhalb ihres Schlafbereiches, etwa in einem Arbeitszimmer oder in einem Teil des Wohnzimmers ein entsprechendes Angebot zu machen. Wenn ich den Kindern schon mit sechs Jahren einen Computer ins Kinderzimmer stelle, brauche ich mich auch nicht wundern, wenn sie nicht mehr zum Spielen rausgehen.“

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