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Gemüsesäfte: Zu viel Zucker

Viele Menschen trinken Gemüsesäfte, um eine Diät zu unterstützen oder ihrer Gesund­heit etwas Gutes zu tun. Doch die Säfte können von Natur aus beträchtliche Mengen Zucker oder zugesetztes Salz enthalten, wie ein Test der Arbeiterkammer OÖ zeigt.

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Foto: Pixabay_commons Pixabay

Laut Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte jeder täglich zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse essen. Wenn es schnell gehen muss, ist es durchaus in Ordnung, eine dieser empfohlenen Portionen durch Saft zu ersetzen. Dies sollte jedoch nicht täglich geschehen. Den gesamten Gemüseverzehr durch Saft zu ersetzen, ist keineswegs empfehlenswert. Die aktuelle Erhebung der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt, dass Gemüsesäfte zum Teil beträchtliche Mengen natürlichen Zuckers oder zugesetzten Salzes enthalten können. Während Rote Rüben- und Karottensaft relativ große Mengen Zucker enthalten, schlagen Tomaten-, Sauerkraut- und gemischte Gemüsesäfte vor allem beim Salzgehalt zu Buche.

51 Säfte im Test

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer OÖ haben 51 verschiedene Gemüsesäfte (Sauerkraut-, Tomaten-, Karotten-, Rote-Rüben- sowie Mischgemüsesäfte) in Super-, Bio- und Drogeriemärkten eingekauft und anhand ihres deklarierten Zucker- sowie Salzgehaltes gegenübergestellt. Abgefüllt waren die Säfte in Tetrapacks oder Glasflaschen.

Große Preisdifferenzen

Die Preisspannen bei den Säften sind enorm. Ein Liter Sauerkraut- Tomaten-, Rote-Rüben-, oder Karottensaft kosten zwischen 1,90 und 6,98 Euro. Gemischte Gemüsesäfte sind um 1,90 bis 5,98 Euro je Liter erhältlich. Dabei handelt es sich sowohl beim günstigsten als auch beim teuersten Produkt um Direktsaft in Bioqualität.

Ein Glas Saft deckt beinahe die Hälfte der empfohlenen Zuckermenge

Laut Empfehlungen der WHO sollte die Aufnahme an freiem Zucker, wie er auch in Säften oder Saftkonzentraten vorkommt, in sämtlichen Lebensphasen auf unter 10 Energieprozent reduziert werden. Dies entspricht für einen durchschnittlichen Erwachsenen nicht mehr als 50 Gramm Zucker. Während Fruchtsäfte für ihren hohen Zuckergehalt bekannt sind, ist sich der Großteil der Konsumenten dessen bei Gemüsesäften weniger bewusst. Doch ein Glas eines rote Rüben- oder Karottensaftes kann mit bis zu 9,7 bzw. 8,8 Gramm Zucker pro 100 ml bereits knapp die Hälfte der empfohlenen Zuckerzufuhr abdecken. Somit liegen Gemüsesäfte beim Zuckergehalt zum Teil gleichauf mit Fruchtsäften wie etwa Orangensaft, der zirka 10 Gramm Zucker je 100 ml enthält.

In manchen Säften stecken über 50 Prozent der empfohlenen Salzzufuhr

Die deutsche Gesellschaft empfiehlt täglich nicht mehr als 6 Gramm Salz zu verzehren. Doch allen Sauerkrautsäften und mit einer Ausnahme (Ja! natürlich) auch allen gemischten Gemüsesäften ist Salz zugesetzt. So kann ein Glas Sauerkrautsaft bereits über die Hälfte, ein Glas Tomatensaft knapp ein Drittel und ein Glas Gemüsesaft circa ein Viertel der täglich empfohlenen Salzzufuhr abdecken. Ein Blick auf die Nährwertangaben lohnt sich!

Gemüsesäfte lieber selber frisch zubereiten

Fertig gekaufte Gemüsesäfte sind kein vollwertiger Ersatz für die täglichen Gemüseportionen, da bei diversen Herstellungsschritten wertvolle Substanzen wie Ballaststoffe beim Pressen oder temperaturempfindliche Vitamine und Mineralstoffe durch die Hitzeeinwirkung der Pasteurisation verloren gehen. Besser ist es sich seine Gemüsesäfte selber zuzubereiten. In frisch zubereiteten Säften oder Smoothies bleiben deutlich mehr gesunde Inhaltsstoffe erhalten und man kann sie ganz individuell nach seinen Geschmacksvorlieben zubereiten.

Übersicht über alle untersuchten Säfte zum Download

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