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Frankreich verbietet Wegwerfen von Lebensmitteln

Mit drastischen Maßnahmen will Frank­reich gegen die Verschwendung von Lebens­mitteln vorgehen: Der Großhandel darf unverkaufte Nahrungs­mittel künftig nicht mehr wegwerfen.

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Herzog

Die französische National-versammlung hat einen wichtigen Schritt zur Reduzierung von Lebensmittelmüll gesetzt: Supermärkte, die größer als 400 Quadratmeter sind, müssen ihre nicht verkauften Nahrungsmittel an karitative Einrichtungen spenden oder als Tierfutter oder Kompost recyceln. Insbesondere wird es den Händlern verboten, ihre unverkaufte Ware für den Konsum ungeeignet zu machen und zum Beispiel Chlor über Mistkübeln mit noch nutzbaren Lebensmitteln zu verteilen.

Große Supermärkte sollen Essen spenden

Der Beschluss sieht vor, dass die Händler jegliche Verschwendung vermeiden müssen: Unverkaufte Ware soll gespendet, als Tiernahrung genutzt oder als Kompost für die Landwirtschaft verwendet werden. Die sozialistische Regierung in Paris hatte es sich 2012 zum Ziel gesetzt, die Lebensmittelverschwendung bis 2025 zu halbieren.

Zustimmung auch aus Österreich: Oberösterreich möchte diesem Beispiel folgen.

Belgien war hier vor gut einem Jahr Vorreiter, als das wallonische Parlament ein Gesetz verabschiedete, das große Supermärkte zur Weitergabe ihrer unverkäuflichen Waren an karitative Organisationen verpflichtet. Damit kann der Lebensmittelabfall deutlich verringert werden. OÖ Landesrat Rudi Anschober: „Ich setze mich in Österreich für eine ähnliche gesetzliche Regelung ein – nämlich so wie dies in Wallonien schon umgesetzt wurde! Mein Ziel: Lebensmittelmüll bis 2020 in Oberösterreich zu halbieren.““

Zahlen Lebensmittelmüll Ö und OÖ

Eine Million Tonnen Lebensmittel werden in Österreich jedes Jahr weggeworfen: Produkte im Wert von rund 300 Euro in den OÖ. Haushalten, weiteres bei den Produzent/innen oder im Handel.  Eine diese Woche vorgestellte Studie des Österreichischen Ökologie-Instituts zeigt, dass sich bei der Weitergabe von Lebensmitteln in Österreich schon etwas bewegt, aber noch vieles zu tun bleibt: Mehr als die Hälfte der Warenspenden an soziale Einrichtungen (gesamt 11.123 Tonnen) in Österreich stammt vom Lebensmittelhandel. In Oberösterreich werden in Summe 2.435 Tonnen Lebensmittel von den sozialen Einrichtungen übernommen und verteilt.

Quellen: orf.at, Land Oberösterreich

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