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Frankreich: Neue Kleidung wird nicht vernichtet

Großer Erfolg gegen die Verschwendung in Frankreich: Nach dem Beschluss, dass übrig gebliebene Lebensmittel aus Supermärkten nicht im Müll landen dürfen, darf ab 2019 auch unverkaufte Kleidung nicht mehr vernichtet werden.

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Foto: Pixabay Pixabay

Mehrmals pro Jahr bringen Modemarken, wie H&M, neue Kollektionen auf den Markt. Kleidungsstücke alter Kollektionen, die sich nicht verkaufen ließen, werden entsorgt. So hat ein dänischer Fernsehsender aufgedeckt, dass H&M jedes Jahr tonnenweise Kleidung aus seinem dänischen Hauptlager in Greve verbrennt. Doch nicht nur H&M entledigt sich auf diese Art seiner unverkäuflichen Hosen, Jacken und Kleider, auch von  Vero Moda und Jack&Jones wurde ähnliches bekannt, was auf eine gängige Praxis schließen lässt.

Nützen statt verschwenden

Schon seit Februar 2016 sind die französischen Lebensmittelhändler ab einer Verkaufsfläche von 400 m2 verpflichtet, mit karitativen Einrichtungen zusammenzuarbeiten, um unverkaufte Lebensmittel an sie abzugeben. Die französischen Organisation Emmaüs hat nun gefordert, die Prinzipien gegen die Lebensmittelverschwendung auch auf Textilien auszuweiten. Für die Textilregelung gibt es zwar noch keinen präzisen Wortlaut, nur eine Richtungsentscheidung, aber die Richtung stimmt für Emmaüs. Markenfirmen dürfen unverkaufte Kleider nicht mehr wegwerfen oder vernichten, sondern müssen sie an Organisationen abgeben, so steht es im Kreislaufwirtschaftspapier der französischen Regierung.

Genaue Zahlen dazu, wie viele Tonnen an unverkauften Kleidungsstücken jedes Jahr in Frankreich von den Markenhäusern wie H&M vernichtet werden, gibt es nicht. Aber die Skandale haben sich in den letzten Jahren gehäuft.

Ab 2025 müssen in der EU Textilien getrennt gesammelt werden. Aktuell werden in Österreich geschätzte 71.000 Tonnen an Kleidung über den Restmüll entsorgt.

Quelle: VABÖ, Verband Abfallberater Österreich, Novethic.fr

Artikel auf Novethic.fr (Französisch)

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