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Flugverkehr heizt Klima weiter an

Privilegierte Verschmutzer: Die Emis­sionen des Flugverkehrs wachsen so schnell wie in keinem anderen Sektor. Doch die Fluggesellschaften zahlen nicht einmal Kraftstoffsteuer.

Viele Kondensstreifen am blauen Himmel.
Alois Grundner/Pixabay

Das irische Flugunternehmen Ryanair ist als einziges Unternehmen, das keine Kohlekraftwerke betreibt, unter die zehn größten Klimasünder der EU vorgestoßen. Ryanair befördert im Jahr rund 130 Millionen Passagiere, was nach Daten des EU-Emissionshandels im Jahr 2018 zu einem Ausstoß von 9,9 Megatonnen an Treibhausgasen geführt hat. Im Vergleich mit dem Vorjahr ist das ein Anstieg von 6,9 Prozent. Insgesamt sind die Emissionen von Ryanair in den vergangenen fünf Jahren um knapp 50 Prozent gestiegen.

„Die Emissionen der Fluggesellschaften boomen, nicht nur bei Billigflügen. Nationale Fluggesellschaften und Billigfluggesellschaften profitieren davon, dass sie keine Kraftstoffsteuer und Mehrwertsteuer zahlen, im Gegensatz zum Rest von uns. Regierungen und die EU müssen aufwachen“, sagt Andrew Murphy, von der NGO Transport and Environment.

Darüber hinaus unterschätzen die Luftfahrtbehörden in ihren Planungen immer wieder das Ausmaß des Emissionswachstums. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) erwartete im vergangenen Jahr einen Anstieg der CO2-Emissionen auf Flügen innerhalb Europas um 3,3 Prozent, aber offizielle Daten zeigen, dass sie um 4,9 Prozent gestiegen sind – das sind 1,1 Megatonnen CO2 mehr als erwartet.

Anstatt die Emissionen des Luftverkehrs zu besteuern und zu regulieren, gibt es ein umstrittenes Kompensationssystem für den Luftverkehr, das es diesem ermöglichen wird, die Emissionen des weiter zu erhöhen. Es bestehen ernsthafte Zweifel an der ökologischen Wirksamkeit von CO2-Kompensationen. Die Fluggesellschaften können noch mehr CO2 ausstoßen, indem sie sehr billige Kompensationen kaufen - wo sie in Umweltprojekte wie etwa Projekte für erneuerbare Energien investieren, anstatt ihren eigenen CO2-Fußabdruck zu reduzieren.

Quelle und Infos: Transport & Environment

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