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Fisch ohne Haken

Ob Sushi, Shrimps oder Seehecht. Alles, was aus dem kühlen Nass kommt, scheint gerade unglaublich gefragt zu sein. Kaum eine Kochshow, die nicht mit einem noch exotischeren Fischgericht auftrumpft und kein Ernährungsguru, der Fisch nicht über das blaue Meer hinweg lobt. Er ist cool, schmeckt gut und gesund - wo ist da bloß der Haken? Und vor allem: geht's auch ohne?

Kritische Geister wissen natürlich sofort, worum es geht. Die Überfischung ist wieder einmal das Thema. Nicht ganz. Es hat sich ja schon herumgesprochen, dass der industrielle Fischfang viele Arten bereits fast ausgerottet hat, mit ihren rücksichtslosen Fangmethoden den Meeresboden zerstört und ganze Ökosysteme ins Wanken bringt. Die Bestände vieler der einst beleibtesten Speisefische wurden bereits zu 90 Prozent leer gefischt. Bewusst lebende Konsumenten setzen daher höchstens auf Fisch aus zertifiziertem Fang oder aus Aquakulturen, damit sich die Meere erholen können. Sollte man meinen?

Erfischtes Fischfutter
Was viele nicht wissen: mit Produkten aus konventionellen Aquakulturen unterstützt man zu einem erheblichen Teil die Überfischung weiter. Damit die meist dicht an dicht gehaltenen Fische schnell wachsen, werden sie nämlich mit Fischmehl gefüttert. Und das wird eigens für sie produziert. Ein Drittel der weltweit gefangenen Fische wird nur dazu verwendet, um aus ihnen Fischmehl zu machen. So wird für ein Kilogramm Zuchtfisch 3-9 kg Meeresfisch gefangen, pulverisiert und wieder verfüttert.
Und das nicht nur in Zuchtbetrieben am Meer sondern auch hierzulande. Auch wenn konventionelle Züchter zunehmend auf so genannte naturnahe (aber unkontrollierte) Haltung setzen, gibt es sie leider immer noch: die großen Betonbecken, in denen Unmengen an Fischen zappeln - in Wasser, das mit Sauerstoff aus dem Tank belüftet werden muss.

Die blaue Revolution
Marc Mößmer Bio-Fischpionier der ersten Stunde hat derartige Zustände schon vor Jahren als nicht tragbar empfunden. Vor über 15 Jahren hat er gemeinsam mit dem Freiland- und dem damaligen Ernteverband Richtlinien für eine biologische Fischzucht erarbeitet (siehe Infokasten) und die Arge Biofisch gegründet. Die bisherige Bilanz des großen Einsatzes spiegelt sich mittlerweile in über 20 Prozent der gesamten Teichfläche Österreichs wider. 16 Karpfenzuchtbetriebe und zehn Forellenbetriebe bewirtschaften schon 550 ha Teichfläche biologisch.

Aus Flüssen und Seen
Wer das Glück hat, in der Nähe von Flüssen und Seen zu leben und frisch gefangene Fische zu bekommen, sollte zugreifen. Die Qualität der heimischen Gewässer ist durchwegs gut. "Die Fische dürfen sich von dem ernähren, was die Natur hergibt", versichert Matthias Pointinger, Fischereimeister bei den Bundesforsten, "das Zufüttern von wild lebenden Fischen ist in Österreich verboten." Leider ist die Nachfrage nach dem frischen Fang meist größer, als das Angebot. Pointinger: "In der Natur hat alles seine Zeit und es braucht auch Zeit, bis die Fische herangewachsen sind."


Lesen Sie mehr in der lebensART November 2008

Infos: www.biofisch.at, www.biomaps.at

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fischung
Die Meere werden leergefischt: Greenpeace und der WWF haben Empfehlungen herausgegeen, welche Meeresfische nicht auf den Tisch kommen sollen. Greenpeace
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Stockxpert

Sinnliche Küche
Liebe geht durch den Magen - besagt schon ein alter Spruch. Ein liebevoll gekochtes Mahl stärkt den Körper und regt die Sinne an. Aber bergen manche kulinarische Genüsse wirklich die Kraft in sich, den Geliebten, die Geliebte zu verzaubern? LebensART begibt sich auf Spurensuche nach dem geheimnisumwitterten Wissen um betörende Genüsse.
Vielen Lebensmitteln wurde immer schon eine besondere Wirkung auf den Menschen zugeschrieben. So gelten heute noch Austern und Champagner, Artischocken und Kaviar als Lust steigernd. Doch nur wenige Delikatessen haben tatsächlich nachgewiesene aphrodisische Wirkung. Ein Großteil wirkt wie Placebos: weil man an die Wirkung glaubt. Manche wirken, weil mit ihnen anregende Assoziationen oder besondere, seltene Genüsse verbunden sind. Und manchmal ist es schon anregend, mit Freude und Hingabe gemeinsam zu genießen. In der Liebe ist man vor dem Phänomen einer Wirkung ohne wissenschaftlichen Hintergrund nicht gefeit.
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Lesen Sie mehr in der lebensART November 2008


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