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Abenteuer in Niederösterreich

Die Lust aufs Draußen in der Natur sein, hat uns alle wieder. Frisches Gras, farbenprächtige Blüten, warmes Sonnenlicht auf der Haut – wer jetzt drinnen sitzen bleibt, versäumt etwas! Wir putzen die Räder, stellen Pflanzen auf den Balkon und drapieren Sonnenbrillen auf unsere Nasen – herrlich!

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Nationalpark Donauauen

Und jetzt? Raus in die Natur! Aber wohin?
David, der Sohn meines Partners, hat so gar keine Lust, sein Warhammer-Spiel in der Schublade zu lassen. Er ist bald zwölf, alles rund um den Computer fasziniert ihn – vor allem die Abenteuerspiele. Aber wie sieht es mit den richtigen Abenteuern aus? Baumklettern, Feuermachen, Anschleichen, Schnitzen und barfuß durch den Wald toben? Wo geht denn das noch wirklich und wer macht das heute noch? Auf den Straßen vor unserem Haus fahren Autos, der eigene kleine Garten ist öde. „Und“, so mault er: „die anderen Kinder sitzen ja doch auch nur vorm Computer.“

Doch die Sehnsucht frei herumzulaufen ist groß und so schau’ ich mich nach Angeboten um. Ich wandere gern, mein Partner, mit den Jahren bequem geworden, muss sich ein bisschen locken lassen. Im Gegensatz zu David freut sich meine Tochter Una, 8, über jede Gelegenheit draußen zu sein. Karin-Omi hat schlechte Füße und traut sich alleine nicht mehr zu, durch die Natur zu streifen. Aber sie sehnt sich nach Sonne und Bewegung.

Ich schlage einen Ausflug in den Wald vor. „Nöööö!“ stöhnt David. Auch sein Papa schaut mäßig begeistert, stellt sich vor, mit maulenden Kindern durch den Wald zu schnaufen. Das Programm sollte also wirklich für alle passen. Also gleichmal etwas tun, was nach Abenteuer riecht...

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Blick vom Rabenfelsen auf die Thaya. Nationalpark Thayatal

Am Schmugglerweg nach Frain
Wir schmöckern im Prospekt des Naturparks Thayatal. Für Kinder wird eine Ausbildung zum Naturforscher und zum „Junior Ranger“ angeboten. Im Rahmen eines einwöchigen „Ferienlagers“ können sie einen Blick hinter die Kulissen des Nationalparks werfen, indem sie in die praktischen Arbeiten im Schutzgebiet eingebunden werden.
Mein Partner und ich entscheiden uns für eine Wanderung unter dem Motto „Am Schmugglerweg nach Frain“ an der tschechischen Grenze: Bei dieser Wanderung von Hardegg nach Frain (Vranov) gelangen wir in das ehemalige Sperrgebiet des Eisernen Vorhanges, wo sich die Natur ungestört entwickeln konnte. Besonders eindrucksvoll ist das Gebiet der Eisleiten mit seinen "betrunkenen" Bäumen, den hohen Felsburgen und der fantastischen Aussicht.

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Ob eine mehrtägige Wanderung, ein kurzer Waldspaziergang oder einfach eine Stunde "walken": Gemeinsam mach die Bewegung an der Natur mehr Freude Nationalpark Thayatal

Für Karin-Omi ist das alles ein bisschen zu mühsam. Hinaus will sie schon gerne, aber nicht mehr über Stock und Stein. Sie möchte auf guten Forstwegen spazieren und ab und zu eine Sitzbank, auf der sie sich ausruhen kann. Für sie entdecke ich im Programm des Nationalparks etwas ganz Spezielles. Gemeinsames Wandern mit der Ziehharmonika! Am 10. Oktober steht dieses Angebot für ältere Leute auf dem Programm, von Gruppen kann es jederzeit gebucht werden. Als ich ihr den Vorschlag mache, sich so einer Gruppe anzuschließen, ist sie zuerst zögerlich. Mit lauter Fremden durch den Park? Aber, sinniert sie, Leute, die gerne wandern und singen, sind wahrscheinlich nett. Und wir melden uns an.

Mit der Ziehharmonika auf Wanderschaft
Die fit gebliebene Helga Donnerbauer ist mit Leib und Seele Nationalparkbetreuerin und führt mit Herz und viel Schwung durch den Park. Begleitet wird sie musikalisch von Alt-Bürgermeister Norbert Kellner, einem vielseitig talentierten Ziehharmonikaspieler. Kulturhistorisch ist dieser Flecken Erde sehr interessant – wir besichtigen einen Rest des ehemaligen Eisernen Vorhanges und eine Burgruine. Selbst Karin-Omi ist verblüfft über Helga Donnerbauers Wissen über Blumen und Kräuter am Wegrand, aber auch über deren Zubereitungsvorschläge.
Insgesamt erleben wir einen herzlich-wanderbaren Spaziergang, bei dem auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kommen!

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In Purkersdorf wird es ab Juli einen Naturlehrpfad geben, der die Anforderungen von blinden Menschen erfüllt. Naturpark Purkersdorf

Blindenweg auch für Sehende
David hat in der Schule über die Braille-Schrift gelernt und sucht im Internet nach weiteren Informationen. Und interessant: Im Naturpark Purkersdorf ist die Neuanlage eines Themenweges geplant, der auch die Anforderungen von blinden Menschen erfüllt – ein Blindenweg, der aber auch den Sehenden die Augen öffnet.

Der Weg führt entlang des bestehenden Naturlehrpfades und soll "zweisprachig" geführt werden: neue Tafeln in Blindenschrift und mit lesbarem Text für Sehende. Dazu sind so genannte „Fühlbereiche“ geplant: z.B überdimensionierte geschnitzte Blätter von Bäumen, um besondere Merkmale der Pflanzen „be-greifbar“ zu machen. David will dort unbedingt hin und ausprobieren, wie sich das anfühlt. Allerdings wird der Blindenweg erst im Juli eröffnet und so heißt es warten.

Ich bin zufrieden. Durch die vielfältigen Angebote – und es gibt noch viel mehr! – haben meine lieben Familienmitglieder und ich wirklich schöne Dinge erlebt, waren viel draußen, haben Spaß gehabt und jede Menge über die Natur rund um uns dazu gelernt. Wir wissen jetzt schon, dass wir weiter wandern werden. Abenteuer, Spaß und Bewegung finden sich vor unserer Haustür.

Und vielleicht gehen auch Sie, Ihre Kinder, Freunde und deren Großmütter das nächste Mal mit?

Autorin: Ursula Sova

Lesen Sie mehr im LEBENSART SPEZIAL: Natur erleben in Niederösterreich


Infos:
Roots-Camp Hadersfeld, Jürgen Schneider, 3422 Haderfeld, Tel.: 0676 7383 380, www.flysch.at/roots-camp
Blindenweg im Naturpark Purkersdorf, Naturparkbüro, Tel.: 02231 / 627 46, www.naturpark-purkersdorf.at
Nationalpark Thayatal, 2082 Hardegg, T +43 (0) 2949 / 7005 – 0, www.np-thayatal.at
Nationalpark Donauauen, Orth an der Donau, Tel.: 02212/3555, www.donauauen.at

Alle Angebote der niederösterreichischen Naturvermittler finden Sie unter: www.umweltbildung-noe.at

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