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Die TafelBox: Buffet-Reste mitnehmen

Wer kennt das nicht: ein toller Event - alle sind begeistert! Doch das Buffet war ein wenig zu umfangreich bemessen.

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Tafelbox

Was tun mit den vielen köstlichen Sachen? Die Wiener Tafel, die Kastner-Gruppe und die Firma Pacovi haben eine neue Idee entwickelt - die TafelBox.

Die Gäste werden am Ende der Veranstaltung eingeladen, die übrig gebliebenen Speisen in eine kompostierbare Box einzupacken und mit nach Hause zu nehmen.

Markus Hübl, Pressesprecher der Wiener Tafel: „Die TafelBox ist aus einem kompostierbaren Material, lebensmittelecht und gut verschließbar. Sie kann von Cateringunternehmen für Veranstaltungen mit Buffet erworben werden. “ Eine TafelBox kostet bei einer Mindestabnahmezahl von 300 Stück 50 Cent, davon gehen 20 Cent an die Wiener Tafel als Spende für die Transferarbeit.

Das Konzept der TafelBox steht erst am Anfang und es gilt noch eine Vielzahl von Hürden zu überwinden. So wird sie in der Stadt viel eher akzeptiert als im ländlichen Raum, wo das Mitnehmen von Speisen bei einem Buffet peinliche Reserviertheit auslöst. Die Wiener Tafel stellt sich damit den logistischen, gesetzlichen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Markus Hübl: „Die Rettung von bereits verarbeiteten Lebensmitteln soll langfristig durch konkrete Lösungen und Gesetzesänderungen möglich werden. Mit vereinten Kräften lassen sich auch gesellschaftlich komplexe Probleme lösen.“

Weitergeben statt wegwerfen

Die Wiener Tafel wurde vor 15 Jahren gegründet und ist damit der älteste Verein für sozialen Transfer in Österreich. Die mehr als 450 ehrenamtlichen Mitarbeiter retten jeden Tag bis zu 3.000 Kilogramm original verpackte Lebensmittel vor der Entsorgung. Markus Hübl: „Wir sind ein unabhängiger Sozial- und Umweltverein, der sich über Spenden finanziert. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter holen die genusstauglichen Lebensmittel ab und bringen sie zu den Stellen, wo sie gebraucht werden.“ Das sind rund 16.000 Armutsbetroffene in 99 sozialen Einrichtungen.

Dass einwandfreie Lebensmittel im Müll landen, liegt an einer Überproduktion ebenso, wie an Logistikfehlern, Fehletikettierungen, optischen Mängeln oder kleinen Verpackungsschäden. Die Lieferanten sind nicht nur Lebensmittelhändler, sondern auch Produzenten und landwirtschaftliche Betriebe. „In letzter Zeit erhalten wir auch von Speditionen Lebensmittel, die durch Logistikfehler dort liegen geblieben sind“, sagt Hübl.

Infos:
Markus Hübl, www.wienertafel.at
Franz Brixner, Bereichsleiter Gastrodienst KASTNER, franz.brixner@kastner.at.

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