Die Erde ist alle
Am 30. Juli ist Welterschöpfungstag (World Overshoot Day). Wer hat’s verbraucht und was können wir tun, damit sie bald wieder ausschlafen kann?
Am 30. Juli sind die Ressourcen des Jahres aufgebraucht - an diesem Tag haben wir Menschen all jene natürlichen Ressourcen verbraucht, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann. Für den Rest des Jahres borgen wir uns diese Ressourcen ökologisch gesehen aus – wir greifen der Zukunft vor. Laut Global Footprint Network nutzt die Menschheit derzeit die Natur rund 73 Prozent schneller, als sich die Ökosysteme regenerieren können – das entspricht dem Verbrauch von 1,73 Erden.
Die Folgen dieser Übernutzung sind weltweit sichtbar: Biodiversitätsverlust, Bodendegradation, Klimakrise.
„Der Welterschöpfungstag erinnert uns daran, dass wir die Grenzen unseres Planeten ernst nehmen müssen. Gleichzeitig erleben wir in unseren Projekten, wie groß die Bereitschaft ist, Verantwortung zu übernehmen“, sagt Andrea Lichtenecker, Geschäftsführerin der Naturfreunde Internationale dazu. Es gehe nicht darum, perfekt zu sein, sondern gemeinsam Schritt für Schritt positive Veränderungen möglich zu machen. Besonders im Tourismus stecke großes Potenzial für positive Veränderungen. (Viele Inspirationen dazu auf www.lebensart-reisen.at)
„Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass wir die Erde schon Mitte des Jahres ausgeplündert haben“, bestätigt auch Ressourcen-Sprecherin Anna Leitner von GLOBAL 2000 und spricht sich für mehr Kreislaufwirtschaft, längere Produktlebensdauern sowie strengere Regeln gegen Ressourcenverschwendung aus.
Warum sollte mich das kümmern?
Der österreichische Welterschöpfungstag 2026 fällt auf den 2. April. Österreich hat bereits nach drei Monaten die jährlichen globalen Ressourcen verbraucht – wir leben also nicht nur auf Pump in Bezug auf die Zukunft, sondern auch in Bezug auf andere Menschen heute. Und das tun wir auch schon recht lange. Deshalb haben wir nicht nur größere Möglichkeiten als andere sondern auch eine größere Verantwortung.
Was kann ich tun?
Finde deine Hebel für Veränderung:
Im eigenen Leben: Ein guter Anfang ist ein Blick auf den eigenen ökologischen Fußabdruck. Dabei siehst du welche Bereiche des Alltags besonders ins Gewicht fallen und wo kleine Veränderungen eine spürbare Wirkung entfalten können. Das hilft, die eigenen Handlungsmöglichkeiten besser zu verstehen und bewusste Entscheidungen zu treffen. www.mein-fussabdruck.at
Gute Tipps, wie wir unser Jahr verlängern können, findest du hier.
Im großen Ganzen: Die Verantwortung liegt nicht bei uns allein. Unser Fußabdruck wird nicht nur von persönlichen Entscheidungen bestimmt, sondern auch von den Rahmenbedingungen, in denen wir leben: dem Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln, der Energieversorgung, politischen Vorgaben oder den Produkten, die Unternehmen auf den Markt bringen. Deshalb geht es auch darum Veränderungen einzufordern, die nachhaltiges Handeln für alle einfacher machen. Hier setzt der Handabdruck an: Er beschreibt den positiven Einfluss, den wir gemeinsam entfalten können, indem wir größere Veränderungen anstoßen und politische Entscheidungen mitgestalten.
Mehr über den ökologischen Handabdruck findest du ebenso auf www.mein-fussabdruck.at – oder auf der eher auf Deutschland ausgerichteten, aber wirklich ideenreichen und tiefgehenden Seite www.handabdruck.eu
Unser Planet hat Grenzen. Unsere Ideen nicht.