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Brot oder Leben!

Die wichtigsten Zahlen und Fakten

Illustration auf pinkem Hintergrund: Eine Hand in Schwarz-Weiß, zu einer Pistole geformt, streckt sich ins Bild. Aus den Fingerspitzen schießen scheinbar zwei Laibe Brot. Über der Handfläche ist ein Comic-Gesicht gezeichnet, das überrascht-erschreckt scha
Illustration: iStock/Deagreez; Bildmontage:

1965 hätte man sich um sein Gehalt täglich 19 Kilo Brot kaufen können.

2005 waren es schon stolze 48 Kilo.

Und heute? „Nur mehr“* 41Kilo.

* „Nur mehr“ weil das immer noch sehr weit vom absoluten Tiefpunkt seit 1440 – drei Brote zwischen 1800 und 1810 – entfernt ist.

Der Mensch lebt ja nicht von Brot allein, aber diese Art der Betrachtung – die Kaufkraft – zeigt, wie sich Löhne im Vergleich zu Preisen entwickeln. Während sie sich für einige Produkte recht ähnlich entwickelt hat, sind andere im Vergleich zum Einkommen durchgehend „günstiger“ (zum Beispiel Kleidung) oder „teurer“ (zum Beispiel eine Stunde, die der Installateur im Haus ist) geworden. Wir haben die spannendsten Zahlen zum Thema gesammelt.

Michaela R. Reisinger

Mehr Produkte vergleichen:
https://finanzbildung.oenb.at/docroot/kaufkraftrechner
www.geschichtewiki.wien.gv.at/Kaufkraftrechner

1. FRAGE:
WIE HABEN SICH EINKOMMEN IM VERGLEICH ZU PREISEN VERÄNDERT?
ANTWORT:
Beide steigen, wenn man die Durchschnitte vergleicht – die Einkommen dabei etwas stärker.

ENTWICKLUNG VON PREISEN UND EINKOMMEN
Von 1987 bis 2024 ist das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen in Österreich relativ kontinuierlich von 979€ auf 3001€ angestiegen, der Verbraucherpreisindex von 100 auf 233.
Quellen: Statistik Austria, Eurostat, OeNB; Beitragsstatistik des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Statistische Handbücher der österreichischen Sozialversicherung. Grafik: liga graphic design

ALSO ALLES GUT? NICHT GANZ1, 2:

  • Das durchschnittliche Einkommen kann steigen, obwohl nicht alle profitieren – seit 1998 sind Einkommen der obersten 10 Prozent fast doppelt so stark gestiegen wie jene der untersten 10 Prozent. Laut WIFO und Rechnungshof hat die Einkommensungleichheit in den letzten Jahrzehnten zugenommen.
  • Auch die Preissteigerung ist ein Durchschnittswert. Wie stark Menschen die Inflation spüren, hängt davon ab, wofür sie ihr Geld ausgeben. Geht ein großer Teil des Einkommens in Bereiche, deren Preise stark gestiegen sind – wie zum Beispiel Wohnen und Energie –, ist die Belastung größer.
  • Berechne deine Inflationsrate: www.statistik.at/persoenlicher_inflationsrechner

1) Rechnungshof Österreich. Allgemeiner Einkommensbericht 2024.

2) Guger, Marterbauer, 2004. Die langfristige Entwicklung der Einkommensverteilung in Österreich. Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung.

In Österreich verdienten die reichsten 20 Prozent 2024 etwa 4,3-mal so viel wie die ärmsten 20 Prozent.
In Wien ist die Einkommensschere am größten.
3

3) Eurostat. Income quintile share ratio, doi.org/10.2908/ILC_DI11_R.

2. FRAGE:
WAS IST TEURER GEWORDEN?
ANTWORT:
Ausgaben für Bildung, Restaurants und Hotels und Wohnkosten sind stärker gestiegen als der Durchschnitt.

TEUERUNGSRATEN NACH BEREICHEN
Erziehung und Unterricht +486 %
Restaurants und Hotels +261 %
Wohnung, Wasser und Energie +257 %
Alkoholische Getränke und Tabak +165 %
Gesundheit +144 %
Verkehr +141 %
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke +133 %
Quellen: Statistik Austria, Eurostat, OeNB. Grafik: liga graphic design

3. FRAGE:
WOFÜR GEBEN HAUSHALTE GELD AUS?
ANTWORT:
Das ist je nach Gesamtausgaben sehr unterschiedlich!

Ausgaben pro Person in Prozent (gewichtet):
Oberste 10 % über 4.680 Euro:
23% Wohnen und Energie, 7% Ernährung, 19% Mobilität, 14% Freizeit, Sport, Kultur, 37% übrige Ausgaben
Median zwischen 2.090 und 2.380 Euro:
31% Wohnen und Energie, 14% Ernährung
Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Konsumerhebung 2024/25. Grafik: liga graphic design

36 Prozent der Österreicher*innen nutzen ihr Smartphone mehr als vier Stunden am Tag.4

4) Deloitte Smartphone Survey 2025.

4. FRAGE:
HAT SICH AUCH VERÄNDERT, WIE WIR UNSERE ZEIT NUTZEN?
ANTWORT:
Nicht sehr, zumindest in den letzten 15 Jahren für die es Erhebungen gibt. Dabei haben sich je zwei bis drei Prozent von Erwerbs- und Sorgearbeit auf die anderen Bereiche verteilt. Mehrere Studien belegen aber die Zunahme von Bildschirmzeit.

DURCHSCHNITTLICHE ZEITVERWENDUNG VON ERWACHSENEN IN ÖSTERREICH (täglich in Prozent):
36% Schlafen, 21% Freizeit & Soziales, 17% Arbeit, 13% Sorgearbeit, 10% Essen & Persönliches, 1% Freiwilligentätigkeit, 1% Bildung, 1% Sonstiges
Quelle: Statistik Austria, Zeitverwendung 2021/22. Grafik: liga graphic design

Arbeiten Frauen genau so viel wie Männer,
erledigen sie trotzdem jeweils
64 Prozent der Hausarbeit und
Kinderbetreuung.
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5) Statistik Austria, Zeitverwendung 2021/22.


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