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Boden-ArtistInnen

Unser Boden ist für die meisten von uns ein selbstverständliches Gut. Wie unsere Böden den Herausforderungen durch Versiegelung, Klimaänderung und Lebensmittelproduktion gewachsen sind, erzählen Bodenexperten.

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Walter Wenzel: "Die Politik muss entsprechende Rahmenbedingungen zum Bodenschutz setzen. Privat

Walter Wenzel, Bodenforschung, Universität für Bodenkultur, Wien

Die aktuellen Megatrends, wie steigende Nachfrage nach Nahrung und Energie, wirken sich intensiv auf die Bodennutzung aus: Böden, die für den Naturschutz und Landschaftshaushalt wichtig sind, werden wieder genutzt; die Intensität der Nutzung steigt und damit die Gefahr vermehrter Bodenbelastung durch Erosion und Agrochemikalien. Damit die Bodenqualität erhalten bleibt ist es notwendig, die umweltschonende Produktion von Lebensmitteln und Biomasse zu forcieren. Dabei ist es durch die extrem dynamische Entwicklung gar nicht einfach, die richtigen Maßnahmen zu setzen. 

 Georg Doppler, Biobauer in OÖ

Ich will vom Boden leben und auch meine Nachkommen sollen das noch können. Langfristig gesehen ist alles, was das Bodenleben fördert auch gut für die Menge und Qualität der erzeugten Lebensmittel. Regenwürmer und alle anderen Mikroorganismen leben in ihrer angestammten Bodenschicht und brauchen Ruhe, damit sie ihre Arbeit tun können. Ich verwende daher keinen Pflug mehr, sondern lockere nur die obersten 7-8 cm. Ungefähr 6 Jahre braucht es, bis Bodenlebewesen und Pflanzenwurzeln die Arbeit des Pfluges ersetzen und den Boden sogar noch verbessern, was sich wiederum gut auf die Ernte auswirkt. Den Erfolg hat man heuer auch daran gesehen, dass die Felder den vielen Regen ohne Probleme aufnehmen konnten.

Hannelore Handler-Woltran, Bürgermeisterin Katzelsdorf

Katzelsdorf kompostiert den Biomüll zur Gänze. Das klappt sehr gut, weil unsere BürgerInnen den Wert von Erde kennen und wir viel Informationsarbeit betreiben, z.B. über Kompostpartys. Wir sind dem Klimabündnis und dem Bodenbündnis beigetreten und wollen die Gemeinde möglichst grün erhalten. Das beginnt bei der Flächenwidmung, bei der wir darauf achten, dass möglicht kompakt gebaut wird, geht über Parkplätze mit Schotterrasen und dem Anlegen von so vielen Grünflächen wie möglich.

Erwin Szlezak, Amt der NÖ Landesregierung, Bodenschutz

Seit Jahrtausenden malen Menschen mit Pigmenten, die durch Trocknen und Sieben direkt aus dem Boden gewonnen werden. Mit unserer Aktion "Farben der Erde" ermöglichen wir Kindern und Jugendlichen in NÖ einen ursprünglichen, archaischen Zugang zum Boden aufzubauen. Damit wollen wir den Wert des Bodens und die Wichtigkeit des Bodenschutzes bewusst machen. Die Bilder und Collagen beeindrucken mit einer intensiven und berührenden Ausstrahlung. Zu finden sind sie unter: www.unserboden.at.

 Stephen Nortcliff, Secretary General, International Union of Soil Sciences, University of Reading, United Kingdom

Der Boden ist das Material, auf dem wir gehen, unsere Häuser und Straßen bauen. Erde ist das Material in dem unsere Pflanzen wachsen, das unser Wasser speichert, filtert und trinkbar macht, also praktisch all unsere Lebensbereiche berührt. Der Boden ist ein zu selbstverständliches Gut, dessen Wert oft erst gesehen wird, wenn er seine Funktion nicht mehr wahrnehmen kann. Und dann ist es zu spät. Es ist schwer zerstörten Boden wieder aufzubauen. Das "Unser Boden" Programm in NÖ ermöglicht Allen die Bedeutung des Bodens in vielen Aspekten ihres Lebens zu erkennen und sollte ein Ansporn für viele Länder sein, ähnliche Programme anzubieten.

 

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Georg Doppler, Biobauer in OÖ, will vom Boden leben, und auch seine Nachkommen sollen das noch können.
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Irena Rácek, Künstlerin

Vor 30 Jahren wollte ich die Landschaft des Weinviertels malen. Mit künstlichen Farben ließ sich diese Stimmung nicht treffen. Ich habe mir Wissen aus Büchern angeeignet und über unzählige Versuche begonnen Naturfarben selbst herzustellen. Meine Beziehung zum Boden und zur Kultur des Weinviertels ist dadurch sehr intensiv geworden. Heute gebe ich mein Wissen an Lehrer und Kinder weiter. Selbst Kinder, die sonst im Unterricht stören, werden ruhig. Lässt man sie frei arbeiten, Zuerst reagieren sie verunsichert, wenn man sie frei arbeiten lässt, das sind sie nicht gewöhnt. Dann aber entstehen die wirklich schönen Sachen.

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