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Bio aus fernen Ländern

Heimische Lebensmittel aus biologischer Produktion genießen großes Vertrauen. Anders sieht das bei Produkten aus fernen Ländern aus. Wie wird dort wohl produziert und kontrolliert? Ein Lokalaugenschein bringt es ans Licht

Ein geflutetes Reisfeld in der Präfektur Miyagi im Norden Japans. Zwei Reisbauern, Hiroki und Makoto, im Gespräch vertieft:

Hiroki:  „Es passiert schon wieder. Letztes Jahr musste ich meinen Reis wegen der Wanzen um fast ein Drittel billiger verkaufen. Heuer wird es genauso sein. Wir sehen sie nur noch nicht – aber ich sage Dir – es wird genau so sein. Ich kann auch gar nichts tun. Meine Mittel scheinen ihnen jedenfalls recht gut zu bekommen.“
Makoto: „Noch ist mein Reis recht immun gegen diese Wanzen und Käfer. Ich habe mich mit ökologischen und widerstandsfähigen Sorten befasst. Nach dem Lehrgeld der ersten Jahre hab ich jetzt ganz gute Erträge damit und ...“
Hiroki:  „... jede Menge Sorgen mit dem hohen Preis und der Kundschaft, ich    weiß.“
Makoto: „Im Gegenteil. Außerdem glaube ich fest daran, dass es mir damit gelingt, den Teufelskreis aus weniger Erträgen und noch mehr Pestiziden zu durchbrechen.“
Hiroki: (nachdenklich) „Ich wünschte, es gelingt Dir, mein Freund. Ganz ehrlich. Sonst gibt es bald keinen Reis mehr, hier in Miyagi.“

Bei meinen Besuchen in Japan führe ich immer wieder Gespräche mit Reisbauern, hauptsächlich natürlich mit jenen, die sich dem biologischen Reisbau zugewandt haben. In den letzten Jahren wird die Stimmung unter den Bauern immer getrübter. Neben den plötzlich auftretenden Schädlingen wie Rüsselkäfer und Wanzen macht der Klimawandel den Reisbauern zu schaffen. Nicht gut für unsere beiden Bauern. Sie müssen durch diese Entwicklung aber eine stetige Verschlechterung der Reisqualität mit ansehen. Für viele Reisbauern ist der ökologische Weg so etwas wie ein Silberstreif am Horizont, bieten doch Erfolge in der Schädlingsfrage Grund zum Optimismus.

Ungeachtet der Entwicklungen in Japan zeigt sich bei uns ein mangelndes Vertrauen in Bioprodukte, die von weit her kommen. Das ist aber unbegründet. Bio-Kontrolle ist Vertrauenssache, und in „unsere“ Organisationen und Kontrollmechanismen haben wir dieses Vertrauen bereits gelernt. Wir kennen die Zeichen und Siegel von Bioverbänden und wissen, dass Produkte, auf denen wir diese Zeichen sehen, garantiert auch Bio-Produkte sind. Wenn die Waren von weit her kommen, tun wir uns schon nicht mehr so leicht, uns in Sicherheit zu wiegen.

So werden Bio-Produkte aus dem Ausland kontrolliert

iStockreisfrau
Je weiter weg kontrolliert wird, desto geringer ist das Vertrauen in die Sicherheit der Kontrolle. Doch auch anderswo gelten klare Regeln für Bio. Istockphoto.com

Eine der international tätigen Bio-Prüfstellen ist die SGS, mit Niederlassungen in 140 Ländern der Erde. Ihre Kontrolleure überprüfen mindestens einmal pro Jahr alle Verarbeitungsstufen, von der Produktion bis hin zum Endprodukt. Dabei werden Verarbeiter, Lieferanten und Händler ebenso kontrolliert, wie die Biobauern.

Alle Mitgliedsländer der EU müssen laut EU-Bio-Verordnung die gleichen Produktionsbestimmungen und einheitliche Kennzeichungs- und Kontrollvorschriften einhalten. Ab Juli 2010 soll ein gemeinsames EU-Bio-Logo die entsprechende Qualität garantieren.

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