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Backen in Silikonformen

Silikonbackformen sind praktisch. Doch vielen ist das Backen in der Kunststoffhülle nicht geheuer. Eine Untersuchung hat gezeigt: Die meisten Backformen sind sauber. Wer sichergehen will, lässt sie vorm ersten Mal ausgasen.

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Thinkstock

Eine Backform, in der garantiert nichts kleben bleibt – ohne Einfetten. Die auch als Eisform dient. Und die sich zur Not in die letzte Ecke des Küchenschranks quetschen lässt, ohne aus der Form zu geraten. Gäbe es noch keine Silikonformen, man müsste sie erfinden. Dennoch bleibt bei vielen eine Restunsicherheit. Ist das Material so sauber, dass man es auf Lebensmittel loslassen kann? Silikone kommen nicht in der Natur vor. Ausgangsmaterial ist das chemische Element Silizium, von dem es enorm viel gibt, etwa in Sand, Ton oder anderen keramischen Materialien. Aber es liegt nicht pur und verarbeitungsbereit vor, sondern in Form von Siliciumdioxid und Silikaten. Zunächst muss also im Hochofen das Silizium abgetrennt werden. Im nächsten Schritt wird es mit Methylchlorid zu Silanen umgesetzt. Erst aus diesen können Silikone hergestellt werden.

Entscheidend für die Qualität des Endprodukts ist der Verarbeitungsschritt des „Temperns“, ein Ausgasen, das dafür sorgt, dass die Backform möglichst frei von flüchtigen organischen Bestandteilen ist, die ins Kochgut übergehen können. Empfohlen wird, die Formen vier Stunden bei 200 Grad nachzubehandeln. Eine aufwendige Prozedur, die sich offenbar manche Hersteller auch sparen. Immer wieder liegen Küchen- Silikonprodukte über den gesetzlichen Grenzwerten.

ÖKOTEST hat zwölf Produkte getestet und gibt vorsichtige Entwarnung
Fast alle Silikonbackförmchen sind frei von problematischen Inhaltsstoffen. Und nur bei drei Formen muss man befürchten, dass ihre Bestandteile beim Backen in den Kuchenteig übergehen. Alle Backformen halten die gesetzlichen Grenzwerte ein. Bei genauem Hinsehen zeigen sich aber doch Unterschiede. Manche Produkte können mehr Spuren im Kuchenteig hinterlassen als andere. Bei drei Marken führt das zur Abwertung: die Silicone Zone Mambo Muffinform und die Ikea Sockerkaka Backförmchen erreichen die Hälfte des Richtwerts für flüchtige organische Bestandteile, die Muffinförmchen im GU Cupcakes Set liegen deutlich über der Hälfte. Das können die anderen Modelle besser! Bei der Prüfung der Gesamtmigration (messbarer Übergang) zeigte sich, dass sich aus fünf Formen ein bisschen was löst. Allerdings so wenig, dass man von Spuren sprechen kann.

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Den gesamten Test lesen Sie in der Dezember- Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins,
erhältlich ab 29. November im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro. www.oekotest.de

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