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TRIGOS 2014: ausgezeichnete ArtistInnen

160 Bewerbungen, 27 Nominierte und sechs glückliche GewinnerInnen: vor rund 450 Galagästen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft wurde am 4. Juni der elfte TRIGOS für ganzheitlich nachhaltiges Wirtschaften verliehen. Wir stellen Ihnen vier davon vor.

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G. Prinz (Croma-Pharma), G. Sonnleitner (Licht für die Welt), S. Kropf (Fundraising Verband Austria), W. Fröhlich (atempo), R. Kögl (Microsoft), H. Lindner (Traktoren), G. Dunst (Sonnenerde), W. Wiedenbauer (Sto). G. Prinz (Croma-Pharma), G. Sonnleitner (Licht für die Welt), S. Kropf (Fundraising Verband Austria), W. Fröhlich (atempo), R. Kögl (Microsoft), H. Lindner (Traktoren), G. Dunst (Sonnenerde), W. Wiedenbauer (Sto).

Gerald Dunst, Sonnenerde (Kleine Unternehmen):
"Die fruchtbare Erde begleitet mich bereits mein ganzes Leben.
"

Kohle aus Abfall, die auch noch gut für die Fruchtbarkeit des Gartens ist und das Klima schützt? LEBENSART-LeserInnen wissen schon lange wie das geht: Pflanzenabfälle verwandeln sich durch Verkohlung in Pflanzenkohle - dies ist der wichtigste Grundbaustein zur Herstellung von Schwarzerde oder Terra preta. Und die lässt wertvollen Humus wachsen und unterstützt die Bindung von CO2 im Boden. Wodurch Terra preta auch schon zu einem Lieblingsprodukt von Bio-HobbygärtnerInnen geworden ist. Allein – sie war bisher kaum zu bekommen. Bei Gerald Dunst kann sie mittlerweile bestellt werden, ab 2015 wird sie bei bellaflora erhältlich sein. Aber wie kommt man überhaupt auf die Idee, Terra preta zu erzeugen? Dunst: „Als Kind habe ich den Kompost umgeschaufelt, dann die Gartenbauschule besucht und schließlich an der BOKU (Universität für Bodenkultur) studiert. 2008 habe ich zum ersten Mal von Terra preta gehört und einen Prototyp zur Produktion von Pflanzenkohle in Deutschland gesehen. Wir haben die Maschine fertig entwickelt und zum Laufen gebracht.“ Mittlerweile bietet Sonnenerde unzählige Erdmischungen an – passend für ganz unterschiedliche Anwendungsgebiete wie z.B. Dachgartenerde, Hochbeeterde, Rasenerde, Moorbeeterde.
www.sonnenerde.at

Mag. Hermann Lindner, Traktorenwerk Lindner (Mittlere Unternehmen)
„Nachhaltigkeit ist Familientradition“

Es gibt sie noch – Traktoren, die in Österreich produziert werden. Das Traktorenwerk Lindner in Kundl, Tirol, ist das letztverbliebene österreichische Familienunternehmen, das sich seit mehr als 50 Jahren erfolgreich am Markt behauptet. 1450 Traktoren und Transporter verlassen jährlich das Werk. Sie sollen so energie- und abgassparend wie möglich auf Feldern und Straßen unterwegs sein. Der Partikelausstoß konnte seit dem Jahr 2000 um 98 Prozent, der Treibstoffverbrauch um 15 Prozent reduziert werden. Auch die Firmengebäude sind intelligente grüne Bauwerke, die nach modernsten ökologischen Gesichtspunkten konstruiert und saniert wurden. Ein Schwerpunkt der CSR-Strategie liegt auf den Mitarbeitern: Einem Drittel der Belegschaft ermöglicht Lindner durch Teilzeitmodelle eine nebenberufliche Beschäftigung in der Landwirtschaft, außerdem wird eine hochqualitative individuelle Lehrlingsausbildung angeboten. Hermann Lindner: „Für uns als in Tirol verwurzelter Familienbetrieb ist verantwortungsvolles Handeln und Wirtschaften gegenüber unserer Gesellschaft und Umwelt seit jeher ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmenspolitik. Als Fahrzeughersteller steht der nachhaltige Umgang mit Ressourcen im Mittelpunkt – sowohl in der Produktion als auch bei den Produkten. Denn die Kunden wollen immer sparsamere und effizienterer Traktoren und Transporter. "
www.lindner-traktoren.at

DI Walter Wiedenbauer, Sto GmbH (Große Unternehmen)
"Wir wollen unsere Verantwortung in der Gesellschaft wahrnehmen.
"

Bereits 2009 wurde Walter Wiedenbauer, Geschäftsführer von Sto Österreich, von der LEBENSART-Community unter die Top 3 der Nachhaltigen ManagerInnen Österreichs gewählt. Kein Wunder! Wiedenbauer ist ein seit jeher überzeugter Umweltfan, und setzt dies auch in seiner beruflichen Tätigkeit um: Mit seinem Team entwickelte er in langjähriger Arbeit ökologische Standards für Dämmsysteme, Putze und Farben, beispielsweise eine Ökobilanz für die 2002 eingeführte Mineralschaumplatte. Wiedenbauer: „Das war ein absolutes Novum und wurde entsprechend kritisch beäugt – sowohl vom Management des Konzerns, als auch von der Branche.“ Die wachsende Nachfrage nach ökologisch unbedenklichen Produkten gab Wiedenbauer mehr als recht – und den Anstoß zur Weiterentwicklung der weiteren Produktpalette: sto-Spachtelmassen enthalten heute nur mehr einen Bruchteil der bisher üblichen Bindemittel, drei Produkte – eine Innenfarbe, eine Außenfarbe und ein Dämmsystem – werden durch die Kooperation mit dem Humusprojekt Kaindorf CO2 neutral produziert. Wiedenbauer: „Vor 15 Jahren wurde ich in der Konzernzentrale in Deutschland als grüner Spinner aus Österreich gesehen. Heute stehen alle hinter unserer nachhaltigen Positionierung. Unsere Produkte sollen soweit als möglich unbedenklich sein, sie sollen keine zusätzlichen Umweltschäden verursachen und unsere Welt für die nächsten Generationen lebenswert erhalten.“
www.sto.at

Walburga Fröhlich, MA, Mag. Klaus Candussi, MAS, atempo (Social Entrepreneur)
“Menschen mit Lernschwierigkeiten wollen ganz normal leben”

Gesetzgeber, Behörden und Hilfsorganisationen kümmern sich um die Bedürfnisse behinderter Menschen. Aber was wollen diese selbst? Walburga Fröhlich und Klaus Candussi haben viele Jahre in einer großen Hilfseinrichtung gearbeitet und festgestellt, dass behinderte Menschen durchaus in der Lage sind, ihre Bedürfnisse selbst zu artikulieren. Fröhlich: „Zum Beispiel wollen geistig behinderte Menschen nicht so genannt werden – es steckt zu viel Begrenzung in dieser Bezeichnung – sondern als Menschen mit Lernschwierigkeiten.“ Behinderten Menschen eine Stimme geben – das war die Geburtsstunde von atempo 2002. Zu Beginn haben Fröhlich und Candussi zwei Jahre lang behinderte Menschen begleitet und deren Anforderungen erhoben. Sie spiegeln – eigentliche wenig überraschend – die Bedürfnisse aller Menschen wider: Behinderte Menschen wollen gefördert werden und vor allem selbst entscheiden, wo sie unterstützt werden. Die Themen, die sie beschäftigen kennt jede/r von uns: Wie koche ich ein Menü für zwei, wie finde ich einen Partner oder Freunde, darf ich ein eigenes Haustier haben, dürfen Freunde bei mir übernachten? Aus den Ergebnissen wurde ein Leitfaden erstellt, mit dessen Hilfe sowohl behinderte Menschen selbst, als auch Hilfsorganisationen die Qualität der Betreuung evaluieren können.
www.atempo.at
www.nueva-online.info: Arbeits- und Wohnangebote
www.capito.eu: Barrierefreie Information

In der Kategorie „Beste Partnerschaft“ haben Croma-Pharma Ges.m.b.H (NÖ) gemeinsam mit Licht für die Welt,  und Microsoft Österreich GmbH (Wien) gemeinsam für Fundraising Verband Austria gewonnen. Den Publikumspreis erhielt „Teach for Austria“ (siehe ArtistInnen in der LEBENSART 3/2014).

Autorin: Roswitha M. Reisinger

Foto: Richard Tanzer, TRIGOS

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