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ArtistInnen

Kinder sind neugierig und begeisterungsfähig. Sie lieben es herumzutollen und ihre Grenzen auszuloten. Je nach Alter braucht es dafür die richtigen Angebote und liebevolle Betreuungspersonen.

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Eveline Doll

“Kind sein dürfen”
Mag. Eveline Doll, Gründerin der Kinder-Lobby
Kinder, die ab dem zweiten Lebensjahr Kurse für Mathe, Chinesisch besuchen oder Geige spielen; wöchentliche Leistungsblätter im Kindergarten, die von überehrgeizigen Eltern eingefordert werden - So sieht heute vielfach der Alltag von Kindern aus. Kein Wunder, dass Aufmerksamkeitsstörungen, Haltungsschäden und Adipositas (Fettleibigkeit) zunehmen. Das hat Eveline Doll, Mutter und freieJournalistin, vor zwei Jahren bewogen, die Kinder-Lobby zu gründen. „Ich will, dass Kinder körperlich, seelisch und psychisch gesund aufwachsen. Sie sollen Kind sein dürfen“. Kinder seien in den ersten sechs Jahren wie ein Schwamm und saugen alles auf, was sie erleben. Leider hätten viele Eltern daraus den falschen Schluss gezogen und zerren ihr Kind von Kurs zu Kurs. Das habe zur Folge, dass Kinder ihre natürliche Neugierde und Begeisterungsfähigkeit verlieren, dass sie kein Gefühl für ihren Körper entwickeln, weil sie nicht herumtollen dürfen und ganz wichtig – sie lernen nicht, ihre Grenzen auszuloten. Mit der Kinder-Lobby will Doll Eltern und politisch Verantwortlichen auf diese Fehlentwicklung aufmerksam machen. „Ich wünsche mir, dass Eltern wissen, dass sie das Beste für ihr Kind tun, wenn es drei Mal in der Woche im Wald spielen kann und mit anderen Kindern einfach sein darf.“
http://kinder-lobby.at


 

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Kinderbüro Universität Wien/Peter Hautzinger

„Kinder haben etwas zu sagen“
Mag. Karoline Iber, Geschäftsführerin der Kinderbüro Universität Wien GmbH
Eigentlich war es als kleines Projekt gedacht. Kinder sind neugierig und Wissenschaftler auch. Warum sie nicht einmal zusammenbringen und gemeinsam arbeiten lassen fragte sich Karoline Iber vor 10 Jahren. Geplant war alles für 100 Kinder, gekommen waren 1.000, heute sind es rund 7500. „Kinder sind kritische Zuhörer, sie haben etwas zu sagen, sie wollen gehört werden und diskutieren intensiv mit.“ Mit ihren zentralen Fragen „Wofür ist das gut, was Sie tun? Was nützt das der Gesellschaft?“ fordern sie Wissenschaftler gehörig und stoßen mit ihren Fragen sogar Forschungsprojekte an. „Ganz besonders wichtig ist es uns, Kinder aus bildungsfernen Schichten zu erreichen.“ Die Kinder haben so viel Potential und erkennen es weder selbst als solches, noch wird es ihnen zugeschrieben. „Wie etwa eines der Kinder, die zur KinderuniWien kommen, das vier Sprachen perfekt spricht und Experte für die Welt der Sterne ist.“ Und trotzdem haben diese Kinder schlechtere Startbedingungen. „Sie brauchen so viel mehr Kraft, um die Matura zu schaffen, weil die Eltern mit dem Überleben beschäftigt sind. Gratis allein ist nicht gut genug“ meint Iber. Das Team des Kinderbüros unterstützt diese Kinder ganz besonders und lädt auch alle Lebensart-Leser/innen ein, die Augen offen zu halten und Kinder in ihrer Neugierde, ihren Potentialen und ihrer Lebensfreude zu stärken.
www.kinderuni.at

 

Autorin: Roswitha M. Reisinger

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