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ArtistInnen: Echt.im.Biss.

Die Agrarwissenschaftlerin Anna Geiger und der Sozialpädagoge Paul Xaver Friedrich zeigen im Ingeborg-Bachmann-Gymnasium in Klagenfurt, wie ein modernes Schulbuffet aussehen sollte: Gesund, bio, leistbar und schmackhaft.

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Anna Geiger und Paul Xaver Friedrich. Daniel Sostaric

Die Schulleitung des Ingeborg-Bachmann-Gymnasiums in Klagenfurt hatte einen neuen Pächter für das Schulbuffet gesucht – das Konzept von Geiger und Friedrich überzeugte sie ebenso wie den Elternverein. Aber was sagen die SchülerInnen?

Entscheidend für den Erfolg des Buffets ist es, die Ernährungswünsche der Jugendlichen zu berücksichtigen und mit Qualität zu verbinden. „Nach echt.im.biss-Kriterien umdefinieren“ nennt das Geiger. Die Pizza besteht aus Dinkelmehl und ist mit regionalem Gemüse und Wurst belegt. Der Puten Wrap enthält viel Gemüse und Fleisch aus der Region. Statt Pommes gibt es selbstgemachte Kartoffel-Wedges, aus Donuts werden selbstgemachte Schokocookies.

Lieblingsessen: Vollkornbrot mit Butter, Schnittlauch und Blütensalz

Jedes Schulbuffet braucht auch ein sogenanntes "1€ Produkt“, normalerweise eine Wurstsemmel. Bei echt.im.Biss ist das ein Vollkornbrot mit Butter, Schnittlauch und Blütensalz. Gerade dieses einfache Produkt wird von den SchülerInnen geliebt und ist der Bestseller mit 60 verkauften Stück pro Tag. Ein Renner ist natürlich auch die Dinkelpizza. Interessant ist, dass vegetarische Weckerl wesentlich beliebter sind als mit Fleisch gefüllte. Geiger: „Viele SchülerInnen sind sehr ernährungsbewusst. Manche schon mit elf, bei anderen beginnt das erst mit 16, 17 Jahren. Sie inspirieren uns mit Rezepten, Vorschlägen und Kostproben von Dingen, die zu Hause selber machen oder gerne kaufen.“

Nachhaltig auf Kurs

Der Bio-Anteil der Produkte liegt derzeit bei ca. 50 Prozent. Das soll mehr werden, wenn auch der Fleischlieferant und der Bäcker bio-zertifiziert sind. Alle Getränke werden selbst hergestellt, wie Hollersaft, Apfelsaft, Eistee oder Limonaden, und in Glas-Pfandflaschen ausgegeben. Das gilt auch für Müslis, Shakes, Smoothies und Salate. Geiger: „Wir geben kein Einweggeschirr mehr aus, sondern richtiges Besteck, weil es die SchülerInnen sehr verlässlich zurückbringen. Auch der Kaffee kommt im Häferl daher, To-Go-Geschirr und Becher kosten einen Aufpreis.“

Zucker- und Fettsteuer

Geiger und Friedrich haben eine eigene „Zucker- und Fettsteuer“ eingeführt. Das bedeutet, dass Ungesundes im Vergleich zu Gesundem teurer ist. Ein Weckerl kostet im Schnitt 40 Cent weniger als in einer Bäckerei, ein Stück Plunder kostet dafür um 40 Cent mehr. Unterm Strich kostet jede "große" Jause gleich viel – nämlich 2,60 Euro. Geiger: „Wir wollen, dass die Kinder ihren Bauch entscheiden lassen, nicht der Kopf anhand des Preises.“

Seit Ende des ersten Schuljahres wird auch geistige Nahrung angeboten. In Kochworkshops zaubern die SchülerInnen ein dreigängiges Menü für die ganze Klasse. Parallel dazu wird über Ernährungssouveränität gesprochen. Geiger: Die Workshops wurden mit großer Begeisterung angenommen. Sie sind für uns ein tolles Medium, um unseren SchülerInnen den Wert der Lebensmittel spüren, schmecken und erfahren zu lassen.“

Echt.im.Biss, Ingeborg-Bachmann-Gymnasium in Klagenfurt https://www.facebook.com/echt.im.biss/

Autorin: Roswitha M. Reisinger

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