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ARTISTINNEN

Das Wirtschaftswachstum hat zum Wohlstand beigetragen, aber die Nebenwirkungen - wie Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt, Ressourcenknappheit – außer Acht gelassen. Was ist notwendig, um auch ohne Wachstum gut leben zu können?
attackarinkueblboeck
Attac

Gerechte Verteilung statt Wachstum
Auch wenn es uns nicht gefällt: Im gegenwärtigen System ist Wirtschaftswachstum notwendig, um Arbeitsplätze zu schaffen. Das müsste aber keinesfalls so sein. In den letzten Jahren sind die Unternehmensgewinne gewachsen und die Löhne geschrumpft - die Arbeitnehmer bekamen immer weniger von der Wertschöpfung. Durch einen höheren Anteil der Löhne an der Wertschöpfung bei gleichzeitiger Arbeitszeitverkürzung könnte Erwerbsarbeit besser verteilt werden und somit auch die unbezahlte Arbeit, die derzeit hauptsächlich von Frauen verrichtet wird. Die allgemeine Lebensqualität könnte somit - auch ohne Wachstumszwang - enorm gesteigert werden.
Ein Wirtschaftssystem, das nicht auf Wachstum angewiesen ist, setzt allerdings eine gerechtere Verteilung von Einkommen, Vermögen und Erwerbsarbeit sowie eine Regulierung der Finanzmärkte voraus, um allen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Dazu braucht es mehr politischen Druck und das Engagement all jener,  die sich ein gerechteres System wünschen.

Mag. Karin Küblböck, Attac, www.attac.at, www.steuergegenarmut.at

pekny

„Freude und Wissen gehören zu den wenigen Gütern, die sich durch Teilung vermehren“
Ein erfülltes Leben für alle kann nur durch faires Teilen von Arbeit, Ressourcen, Wissen und Wohlstand verwirklicht werden.
Eine Politik, die hauptsächlich kurzfristige Interessen von Wirtschaft und WählerInnen bedienen muss, kann „radikalen Fortschritt“ niemals einleiten. Für eine faire und ökologisch stabile Welt wird es neben technologischen Innovationen viel Exnovation erfordern– Antworten auf die Frage, wie kommen Dinge und Ideen wieder gut aus der Welt. Daneben braucht es soziale Weiterentwicklung und vor allem, menschliche Reifung. Zukunftsfähiges Handeln bleibt immer auch eine persönliche Herausforderung: Man kann nicht „genachhaltigt werden“! Günstige politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen sind hilfreich, aber erst wenn wir nicht die Natur, sondern uns selbst beherrschen, werden wir als aktive, aufgeklärte WeltbürgerInnen in aller Vielfalt unsere Gesellschaft so gestalten, dass ein gutes, menschenwürdiges Leben für Alle möglich wird.

Wolfgang Pekny, Geschäftsführer Plattform Footprint, www.footprint.at


 

klemensriegler
Ökosoziales Forum

„Ab einem gewissen Einkommen führt ein Mehr an Geld nicht zu einer höheren Zufriedenheit“
Wir brauchen etwas anderes als ein bloßes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. Um eine wirtschaftliche Absicherung für möglichst viele Menschen zu erreichen, ist bei wenig BIP-Wachstum eine Neubewertung und –verteilung von Arbeit notwendig, die auch Freiwilligenarbeit, Kindererziehung oder Pflege mit einschließt. Neuverteilung von Arbeit kann auch bedeuten: Freiwillige Reduktion der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich – vor allem bei Personen mit höheren Einkommen, denen mehr Freizeit mehr Lebensqualität bringen würde, als eine Gehaltserhöhung. Aber auch stärkere wirtschaftpolitische Signale, um von einer Produktionsgesellschaft hin zu einer Dienstleistungs- und Reparaturgesellschaft zu kommen, wären dringend notwendig.
„Tax what you burn, not what you earn“ sollte dazu das steuerpolitische Motto sein: : Arbeit entlasten, Energie- und Ressourcenverbrauch stärker belasten, damit sich nachhaltiges Wirtschaften für die Unternehmen und Konsumenten besser rechnet.

Klemens Riegler, Geschäftsführer des Ökosozialen Forums, www.oekosozial.at

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