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Allergie: Ragweed eindämmen

Neue Studie: Die Bekämpfung von Ragweed ist billiger als die Behandlung der daraus entstehenden Allergien

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Senta Vogl

Ragweed, auch Beifußambrosie genannt, hat sich in den letzten Jahren rapide in Europa ausgebreitet. Wenn Ragweed im August und September blüht, sorgt der Pollen der Pflanze bei AllergikerInnen für tränende Augen und Atembeschwerden.

Die Beifußambrosie ist eine invasive Pflanze, die aus dem warmen Südwesten der USA unbeabsichtigt nach Europa eingeschleppt wurde. Die Gründe für die "Invasion" sind mannigfaltig: vor allem die Vertragung der Samen durch Fahrzeuge entlang von Straßen und der Import von Saatgut und Vogelfutter, die mit Ragweed-Samen verunreinigt sind. Robert Richter und Gero Vogl (Universität Wien) und  Michael Leitner (TU München) haben gemeinsam mit dem Umweltbundesamt auf Grundlage der bisherigen Ausbreitung Prognosen für Österreich und Bayern für die Zeit bis 2050 erstellt. Dabei wurde der zu erwartende Klimawandel berücksichtigt, der die wärmeliebende Pflanze begünstigt.

Ziel der Arbeit war es, sowohl das optimale Management zur Bekämpfung dieser invasiven Pflanze herauszufinden als auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung – sprich Bekämpfungskosten gegen Gesundheitskosten – vorzunehmen. Sie verglichen dazu den möglichen Aufwand, der aus einer genauen Beobachtung der Ausbreitung der Samen und einer allfälligen Ausrottung der Pflanze entsteht, mit jenen Kosten, die dem Gesundheitssystem resultieren, wenn Allergien und ihre Folgen behandelt werden müssen.

Das Ergebnis ist eindeutig: Schon mit Bekämpfungsmaßnahmen im Ausmaß von jährlich 30 Millionen Euro könnten bis 2050 bis zu zwölf Milliarden Euro an Gesundheitskosten eingespart werden. Ein in die Ragweed-Bekämpfung investierter Euro würde die Behandlungs- und Folgekosten der Allergien um 10 Euro reduzieren. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass es wichtig wäre, frühzeitig und entschlossen die weitere Ausbreitung von Ragweed zu verhindern. Die dafür notwendigen Gelder stehen in keiner Relation zu den potenziell entstehenden Kosten für das Gesundheitssystem", erklärt Robert Richter, Erstautor der Studie, abschließend.

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