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VKI: Krebserregendes Gas in Sesam und Sesamprodukten

Ethylenoxid gilt als erbgutverändernd und krebserregend – dessen Einsatz ist in der EU verboten.

sesam
Foto: Pezibear-Pixabay

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Sesamprodukten hohe Rückstände des krebserregenden Gases Ethylenoxid festgestellt. Dabei sei der gesetzlich zulässige Höchstgehalt um ein Vielfaches überschritten worden. Betroffen waren Produkte aus Spezialgeschäften, als unproblematisch erwiesen sich hingegen Produkte, die aus Supermärkten und großen Ethnosupermarktketten bezogen wurden.

Zuletzt seien in Österreich wiederholt mit solchen Rückständen belastete Produkte zurückgerufen worden. Deswegen untersuchte der VKI 17 Erzeugnisse, darunter ganze Sesamkörner und Tahin (Sesammus). In der EU ist die Behandlung von Nahrungsmitteln mit Ethylenoxid verboten, in anderen Ländern wie Indien ist der Einsatz aber noch üblich.

Vorsicht vor Produkten aus Indien

„Wir raten dazu, besonders bei Produkten, die aus Indien stammen oder bei denen keine Herkunftsangaben gemacht werden, vorsichtiger zu sein“, sagte VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. Im Test waren sowohl bedenkliche als auch unbedenkliche Proben indischen Ursprungs, allerdings stammte "ein Großteil der vom EU-Schnellwarnsystem in den letzten Monaten herausgefilterten belasteten Sesam-Produkte von dort.

„Ethylenoxid ist ein Gas, das Keime wie Salmonellen abtötet“, erläuterte Birgit Beck. „Zugleich gilt es aber auch als erbgutverändernd und krebserregend. Deshalb wurde für Ethylenoxid in Österreich und der EU ein zulässiger Höchstgehalt von 0,05 Milligramm pro Kilogramm festgelegt.“

Drei Produkte extrem stark belastet

Drei Produkte lagen im Test deutlich über diesem Wert. Sie stammten aus Spezialgeschäften (Lili Markt, Heera) sowie vom Wiener Naschmarkt (Gewürzland) und waren hoch mit Ethylenoxid belastet. Die betroffenen Produkte dürfen nicht verkauft werden und müssen aus dem Verkehr gezogen werden. Wir haben sie deshalb dem Wiener Marktamt gemeldet. Beim am stärksten belasteten Erzeugnis, einer Sesamsaat, „enthielt bereits die Menge eines Esslöffels 0,55 mg Ethylenoxid“. Dagegen wurde der Schadstoff weder in den drei getesteten Tahin-Produkten noch in den Sesamkörnern, die aus biologischem Anbau stammten (sechs Produkte), nachgewiesen.

Verein für Konsumenteninformation (VKI)

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